
Das Motto haben die 7- bis 14-Jährigen hinten auf dem Trikot stehen, das jeder für das einwöchige Eishockey-Camp bekommen hat: „Go hard or go home“ steht da: Streng dich an oder fahr wieder nach Hause.
Anstrengend ist es zweifelsohne. Zweimal am Tag geht der Eishockey-Nachwuchs in der Eisarena aufs Eis, schon morgens um 8 Uhr geht es los. Dazu kommen zwei Einheiten pro Tag auf dem Sportplatz oder im Fitnessstudio und Abends noch Regelkunde, taktische Schulung oder Ernährungsberatung. Es sind Profi-Bedingungen, unter denen der Nachwuchs trainiert.
„Abends ist man schon ganz schön kaputt“, sagt der 13-jährige Nico aus Bexhövede, „aber es macht Riesenspaß“. Beim gemeinsamen Mittagessen nach dem Vormittagstraining gibt es keine müden Gesichter zu sehen. Die Freude am Eishockey überwiegt: „Wir machen Übungen, die macht keiner von uns in seinem Verein. Es ist ganz toll hier“, sagt der neunjährige Jussi aus Hemmingen bei Hannover.
Craig Streu wird das Lob aus dem Munde seiner Schützlinge gerne hören. „Sie haben so viel Freude, obwohl sie so hart arbeiten müssen“, sagt die Pinguins-Legende. Der 43-Jährige leitet das von der Stadthalle Bremerhaven organisierte Eishockey-Camp zusammen mit Jan Hemmes, Andre Dietzsch und Michael Fendt, allesamt ehemalige Weggefährten im Profi-Eishockey.
Sie scheuchen die Nachwuchs-Spieler ganz schön übers Eis. Laufschule ist angesagt. Rückwärtsfahren in der Hocke, ohne sich auf dem Schläger abzustützen, Bögen fahren und dabei schneller werden – „das Schlittschuhlaufen ist das A und O“, sagt Streu, der sichtlich Spaß an der Sache hat: „Wenn du den Kindern einen Tipp gibst und sie verbessern sich dadurch sofort, ist das ein tolles Gefühl für die Jungs und für uns Trainer auch“, sagte der ehemalige Stürmer, und seine Augen leuchten wie nach einem wichtigen Tor.
Alle Kinder im Camp spielen bereits Eishockey im Verein, der Puck läuft schon ziemlich gut und der Ehrgeiz ist groß. Trainieren hier die zukünftigen Nationalspieler? „Es sind ein paar Talente dabei. Man kann schon bei Neun- oder Zehnjährigen sagen: das wird mal ein guter Eishockeyspieler“, meint Streu. Dabei zählt für den Trainer gar nicht das momentane Können: „Wie schnell man neue Sachen dazulernt und Tipps umsetzen kann, das ist entscheidend.“
Henry aus Bremen hat schnell gelernt: „Wir haben Schlagschüsse geübt und Schüsse mit der Rückhand – das hat am meisten Spaß gemacht“, sagt der Neunjährige. Am Freitag kann er in einem Wettkampf zeigen, was er gelernt hat. Zum Abschluss gibt es ein Spiel, dem die Nachwuchsspieler schon entgegenfiebern. Schließlich werden viele Eltern zum Zuschauen kommen.
Erstmal freut sich Henry aber aufs Training am Nachmittag. Kaputt ist er noch lange nicht, versichert er. Für Trainer Streu ist das kein Wunder: „Man braucht nicht zu glauben, dass die Kinder abends müde ist Bett fallen. Die wollen immer weiter toben“, erzählt er, und der Grund ist für ihn klar: „Je mehr Sport man treibt, desto mehr Energie hat man.“
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