X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

„Station zu spät geschlossen“


Bremen. Das Klinikum Bremen-Mitte hätte nach Ansicht eines Hygiene-Experten „sehr viel schneller und intensiver“ auf den Ausbruch des gefährlichen Darmkeims reagieren müssen. An der Infektion mit dem Erreger waren im August und Oktober drei Frühchen gestorben. Von Denise von der Ahé


bild vergrößern
Klaus-Dieter Zastrow hält einen Mikrobiologen nicht für einen geeigneten Krankenhaushygieniker.

Auch die betroffene Station hätte früher geschlossen werden müssen, sagte Professor Dr. Thomas Eikmann, Direktor des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin der Universität Gießen, am Donnerstag vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der die Infektionswelle untersucht. „Man muss sagen, dass das Handling nicht sehr professionell war“, betonte er. Denn bereits zwischen Januar und März des vergangenen Jahres sei bei sieben Kindern der MRSA-Keim aufgetreten. Hier hätten sich die Verantwortlichen bereits intensiv kümmern müssen, so Eikmann. Im April war dann ein erstes Baby mit einem Klebsiella-Erreger infiziert worden. Erst im November wurde die Station jedoch geschlossen.

Dass am Klinikum Bremen-Mitte während der Ausbruchswelle ein Mikrobiologe als Krankenhaushygieniker tätig war, nannte Eikmann „ein Problem“. Auch Dr. Klaus-Dieter Zastrow vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Vivantes Kliniken Berlin sowie Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene, kritisierte dies scharf: „Wenn der Mikrobiologe nicht Arzt ist, ist das völlig undenkbar, weil er völlig überfordert ist.“ Er sei in dem Gebiet nicht zu Hause, da er zum Beispiel noch nie in einem Operationssaal gestanden hätte. Im Dezember hatte das Klinikum schließlich die Stelle eines Facharztes für Hygiene ausgeschrieben. „Die beiden Sachverständigen haben die Ergebnisse des Berichts von Staatsrat Prof. Matthias Stauch bestätigt. Die Dokumentation war nicht ausreichend, die Ausbruchsmeldung erfolgte zu spät“, sagte die Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Antje Grotheer (SPD). „Beide Sachverständige haben aber auch die nach dem 10-Punkte-Maßnahmenplan und dem Landesaktionsprogramm Krankenhaushygiene durchgeführten und geplanten Maßnahmen begrüßt.“

Der Untersuchungsausschuss will sich nun vor Ort einen Eindruck von der mittlerweile neu eröffneten und desinfizierten neonatologischen Station am Klinikum Bremen-Mitte verschaffen. In den nächsten Wochen sollen zudem weitere Zeugen, unter anderem aus dem Klinikum, dem Gesundheitsamt und dem Gesundheitsressort, gehört werden.

Infektionswelle im Klinikum Bremen-Mitte

Am 30. April 2011 wird der Klebsiella-Keim erstmals auf der Intensivstation für frühgeborene Babys entdeckt. Das Klinikum informiert am 2. November darüber, dass zwischen dem 8. August und dem 27. Oktober drei Säuglinge an dem Antibiotika-resistenten Darmkeim der Gattung Klebsiella gestorben sind. Am 15. November wird der Chefarzt der Kinderklinik entlassen. Am 18. November setzt die Bürgerschaft einen Untersuchungsausschuss ein.

bild vergrößern
Klaus-Dieter Zastrow hält einen Mikrobiologen nicht für einen geeigneten Krankenhaushygieniker.
Artikel vom 13.01.12 - 12:00 Uhr
| drucken | versenden


Anzeige

Traueranzeigen

Anzeige

Unsere Heimat von oben

Die große Familienserie der NORDSEE-ZEITUNG widmet sich seit dem 2. März 2012 dem Thema „Familienfreundlichkeit“ im Landkreis Cuxhaven. Für jeden Ort und jede Gemeinde erscheinen zur Veröffentlichung aktuelle Luftbilder. Diese Luftbilder können Sie nun auf hochwertigem Fotopapier in unseren Kunden-Centern bestellen. Hier erfahren Sie mehr.

Bad Bederkesa entdecken

Tauchen Sie ein in die neue Panorama-Erlebniswelt.

www.badbederkesa-entdecken.de

Babyseite

In unserer neuen Babyseite finden Sie die Neugeborenen aus Stadt und Land.

zur Babyseite
Anzeige

ePaper

Lesen Sie hier die aktuelle Seite 1

Zeitung

Abo Service
Abonnement
Änderungen

ePaper

Login
Abonnement

Folgen Sie uns



Folgen Sie uns bei facebook


Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

RSS - Bekommen Sie neue Topstorys direkt in den Browser oder den Feedreader geliefert.

Neue Kommentare

  1. Lohmannstraße wird saniert
    24.05. | 5 Kommentare
  2. Energie für die Stromwende
    24.05. | 3 Kommentare
  3. BIS managt den Tunnelbau
    24.05. | 1 Kommentar
  4. Seestadt macht keinen Druck bei Weservertiefung
    24.05. | 2 Kommentare
  5. Zirkustiere und Legehennen als Streitthema
    23.05. | 1 Kommentar
nordholzdorumlangenbad bederkesaschiffdorfbremerhavenloxstedthagenbeverstedt

Veranstaltungen

NZ-Card

Exklusiv für Abonnenten gibt es die NZ-Card. Erfahren Sie hier mehr über die attraktiven Angebote.

zur NZ-Card

Leser werben Leser


Werben Sie einen neuen Abonnenten und Sie bekommen eine attraktive Prämie.

zum Prämienshop

Leserbriefe


Sie wollen einen Leserbrief an die Zeitungsredaktion senden? Das Kontaktformular finden Sie hier.
Anzeige

Kinoprogramm

Börseninformationen

Anzeige

NZ-Nachrichten auf Ihrer Webseite

Individuelle Nachrichtenauswahl - immer aktuell

Wir unterstützen Sie dabei gezielt diejenigen Nachrichten, die für Ihren Internetauftritt interessant sind, ohne viel Aufwand zu integrieren. Dafür haben wir ein Modul entwickelt, das Sie ganz leicht mit wenigen Klicks selbst an Ihre Anforderungen anpassen können.

mehr
Meldungen

Politik und Welt

DFB-Gericht urteilt über Skandalspiel - Hertha: «Sehr gute Chancen» Frankfurt/Main (dpa) - Fußball-Fans und Sportjuristen blicken nach Frankfurt: Vor dem DFB-Bundesgericht wird heute über das chaotische Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC verhandelt. Die Berliner rechnen sich sehr gute Chancen aus, mit ihrem Einspruch in zweiter Instanz recht zu bekommen. Das sagte Manager Michael Preetz bei einer Fan-Diskussion am Abend. Sollte die Hertha in dem Kampf um den Bundesliga-Verbleib wieder unterliegen, könnte sich das Verfahren weiter in die Länge ziehen: Für die Spielplangestalter der Deutschen Fußball Liga wäre das ein Alptraum. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Konsumforscher: Mehrheit aus Schulden-Diskussion ausgestiegen
Erdbeben der Stärke 5,2 erschüttert Christchurch
Premiere: Privater Raumfrachter soll an Raumstation ISS andocken

Wirtschaft

Dax nach Berg- und Talfahrt moderat im Plus Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich am Donnerstag etwas von seinem Rücksetzer zur Wochenmitte erholt. Nach einem wechselhaften Handelsverlauf legte der deutsche Leitindex um 0,48 Prozent auf 6315,89 Punkte zu. Seit Jahresanfang ist der Leitindex damit um etwa 7 Prozent vorgerückt. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Griechischen Banken wird mit 18 Milliarden Euro geholfen
Schwache T-Aktie enttäuscht Telekom-Aktionäre
Chemie-Beschäftigte erhalten 4,5 Prozent mehr Geld
Überragend

Sport

Frisch Auf Göppingen gewinnt zum zweiten Mal EHF-Pokal Göppingen (dpa) - Frisch Auf Göppingen hat zum zweiten Mal nacheinander den EHF-Pokal gewonnen. Der Handball-Bundesligist besiegte Dünkirchen HB im Final-Rückspiel mit 34:28 (15:14). Das Hinspiel in Frankreich war 26:26 ausgegangen. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Regen bremst Vettel: Formel 1 ratlos in Monaco
Mensing schwimmt zu 250. deutsches EM-Gold
Heidler siegt mit Weltklasse-Wurf in Ostrau - 78,07 m
Humboldt-Universität

Wissenschaft

Berlin vor München forschungsstärkste deutsche Region Berlin (dpa) - Berlin ist mit seinen Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten zur forschungsstärksten Region Deutschlands aufgestiegen. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Skurrile neue Arten - Vom Fadenwurm bis Spongebob-Pilz
Klimaschützer: Untätigkeit kostet Billionen von Euro
Erderwärmung gefährdet große Meeres-Schildkröten
Roman Lob

Boulevard

Roman Lob: Mit Mütze und Süßigkeiten ins ESC-Finale Baku (dpa) - Roman Lob (21, «Standing Still») tritt beim Finale des Eurovision Song Contest (ESC) in Baku an diesem Samstag auf jeden Fall mit Mütze und nicht mit Kappe auf. Gegen die Nervosität braucht er viele Süßigkeiten, wie der gelernte Industriemechaniker aus Neustadt (Wied) in Rheinland-Pfalz in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa am Donnerstag in Baku sagte. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Halbfinale beim ESC und Festnahmen in Baku
Nicole Kidman und Matthew McConaughey in Cannes
Zac Efron hat eine Schwäche für Nicole Kidman