
Für die Pinguins ist die Verpflichtung von Sergej Stas Junior ein „Invest in die Zukunft“, wie Teammanager Alfred Prey sagte. Stas hat einen Vertrag bis Saisonende, die Pinguins haben sich zudem eine Option für die nächste Spielzeit gesichert.
Ob Stas kurzfristig bei den Pinguins zum Einsatz kommt, ist fraglich. Denn er ist Weißrusse und somit der sechste Ausländer im Kader. Spielen dürfen jeweils nur fünf. Geboren ist Stas in Minsk, die meiste Zeit hat er aber in Deutschland gelebt – weil sein Vater hier seine Eishockey-Heimat gefunden hat. Als Sergej Stas Senior, der zuletzt bei den Freiburger Wölfen in der Zweiten Liga gespielt hat, nach Weißrussland zurückging, versuchte auch Sergej Junior dort sein Glück. Drei Spielzeiten ging er in Weißrussland auf Torejagd, zuletzt bei Dynamo Shinnik in der WHL. Das ist die Nachwuchs-Liga der KHL. In 29 Spielen in dieser Saison erzielte er fünf Tore und gab vier Vorlagen. „Mein Wunsch war es, nach Deutschland zurückzukehren und hier eine Profikarriere zu starten“, sagte Stas.
Der 20-Jährige soll auch bei den Junioren des REV zum Einsatz kommen. Wesentlich höhere Chancen, bei den Profis zu spielen, hätte er sicherlich mit einem deutschen Pass. Die Voraussetzungen dafür stehen nicht schlecht, schließlich wuchs er hier auf, spielte von den Bambini bis ins DNL-Alter in Deutschland Eishockey und hat auch einen deutschen Schulabschluss. Die Pinguins sehen sich in dieser Frage allerdings nicht in der Verantwortung: „Das ist Sache des Spielers, sich um einen deutschen Pass zu kümmern“, sagt Teammanager Prey.
Wie man das Schlitzohr in der Geschäftsstelle der Pinguins kennt, dürfte das aber nur die halbe Wahrheit ein. Es ist kaum vorstellbar, dass die Pinguins eine der fünf Ausländerstellen mit einem 20-jährigen Talent im ersten Profijahr besetzen wollen.
„Zum einen bekommen die Firmen Karten für Pinguins-Heimspiele, zum anderen werden sie Teil eines Netzwerks, in dem sie Kontakte zu anderen Unternehmen knüpfen können“, erläuterte BAES-Geschäftsführer Klaus Wick das Angebot. Das wendet sich ausdrücklich nicht an bereits bestehende Sponsoren, sondern soll neue anwerben helfen. Ab 220 Euro können die Mitglied im Club werden. Dafür bekommen sie acht Ticket-Gutscheine für ein Heimspiel und werden als Pinguins-Sponsor im Internet und im Stadion genannt.
„Kleinvieh macht auch Mist, und jede Menge davon macht einen großen Haufen“, sagt Wick. Beim DEL-Club Eisbären Berlin hat der Supporters-Club, den seine Firma aufgebaut hat, schon 2200 Mitglieder.
In Bremerhaven und umzu hat Wick rund 12 000 Geschäftsleute ausgemacht, die demnächst kontaktiert werden sollen. Pinguins-Geschäftsführer Hans-Werner Busch ist von dem Geschäftsmodell überzeugt: „Wir können damit neue Möglichkeiten im Marketing erschließen.“
Sergej Stas jun.
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