
Die Bremerhavener, das lässt sich ohne Übertreibung sagen, haben sich in der Spitze des deutschen Basketballs etabliert, ganz heimlich, still und leise. Mit dem Last-Minute-Einzug am Sonnabend in Ulm haben es die Eisbären aber auch so spannend gemacht wie nie zuvor. Auch in der Saison 2007/08 wurden die Bremerhavener Achter, waren mit 19:15 Siegen aber relativ sicher durch. Gezittert bis zum letzten Spieltag haben sie erstmals in dieser Saison.
Zweimal standen die Bremerhavener im Halbfinale. Im Aufstiegsjahr scheiterten Brian Jones, Darren Fenn, Judson Wallace, Nick Jacobson & Co. mit 1:3 gegen Alba Berlin, in der vergangenen Saison hatten Doug Spradley und seine Jungs den Finaleinzug ganz dicht vor Augen, flogen erst in Spiel fünf des Halbfinals gegen den späteren Vizemeister Frankfurt aus dem Wettbewerb – und holten mit Platz drei trotzdem ihre bisher beste Platzierung im Oberhaus.
Mit dem erneuten Viertelfinal-Einzug haben die Eisbären erneut unter Beweis gestellt, dass sie zu den Top-Teams des deutschen Basketballs gehören.
Besser als die Bilanz der Bremerhavener mit fünf Playoff-Teilnahmen in den vergangenen sechs Jahren waren nur die Brose Baskets Bamberg und Alba Berlin. Die waren jede Saison dabei. Dann folgen schon die Bremerhavener gemeinsam mit den EWE Baskets Oldenburg.
Alle anderen Mannschaften – selbst die Artland Dragons, Frankfurt, Ludwigsburg oder Bonn – haben das nicht geschafft.
Am kommenden Sonntag (17 Uhr) steht nun das erste Viertelfinal-Match bei Meister Brose Baskets Bamberg auf dem Programm, am Mittwoch, 4. Mai, um 20 Uhr in der Stadthalle das erste Heimspiel.
Ganze zwei Niederlagen kassierte die Truppe von Coach Chris Fleming in dieser Saison. So dominiert hat die Liga schon lange kein Team mehr. Den Pokalsieg haben Casey Jacobsen & Co. schon in der Tasche, nun soll der Titel folgen.
In der Euroleague, der Königsklasse des europäischen Basketballs, haben die Franken die Runde der besten 16 nur knapp verpasst.
Wie sollen die Eisbären diesen übermächtigen Gegner nur stoppen?
Es scheint ein fast aussichtsloses Unterfangen zu sein. Aber: Bangemachen gilt nicht. Denn die Saison beginnt bei null – nach 34 Spieltagen, die eigentlich nur Vorgeplänkel waren. Die Playoffs sind wie der Pokal – sie haben ihre eigenen Gesetze. Erinnert sei nur an die vergangene Saison. Da flogen die Teams, die nach der Hauptrunde die Ränge eins bis vier belegt hatten, alle schon im Viertelfinale raus – Oldenburg als Tabellenerster gegen Braunschweig (8.), Alba Berlin (2.) gegen Frankfurt (7.), Göttingen (3.) gegen die Eisbären (6.) und Bonn (4.) gegen den späteren Titelträger Bamberg (5.).
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