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Siege sind die einzige Medizin


Bremerhaven. Torhüter Marko Suvelo stellte die treffende Diagnose: „Wir haben alle den Schlechte-Tag-Virus gehabt.“ Und der hat die Fischtown Pinguins bei den Dresdner Eislöwen dahingerafft. Nach dem 3:7 vom Dienstag stehen die Pinguins vor dem Aus im Playoff-Viertelfinale der Zweiten Eishockey-Bundesliga. Die einzig wirksame Medizin dagegen: Drei Siege in Folge. Von Lars Brockbalz


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Marko Suvelo (rechts) hatte in Dresden einen schlechten Tag . Dustin Haloschan löste ihn ab, konnte das Spiel aber auch nicht wenden. Foto ls

„Nach dem 6:1 vom Sonntag dachte ich, es würde in Dresden besser laufen. Aber wir waren richtig schlecht“, meint der Torhüter, der an der Niederlage einen erheblichen Anteil hatte. Bereits nach zehn Minuten hatte er drei Gegentore kassiert. „Ich hatte keinen guten Tag. Als Torhüter muss ich der Mannschaft helfen, das ist mir nicht gelungen.“ Trainer Gunnar Leidborg reagierte und brachte Dustin Haloschan anstelle von Suvelo. „Er wollte die Mannschaft wachrütteln, und das hat ja auch funktioniert“, meint Suvelo. Noch im ersten Drittel kamen die Pinguins auf 2:3 ran, doch der nächste Schwächeanfall folgte umgehend. „Plötzlich haben wir katastrophale Strafen genommen. So was haben wir das ganze Jahr vermieden, warum wir das jetzt machen – ich weiß es nicht“, kommentierte Leidborg den Rückfall.

Dresden erhöhte bei doppelter Überzahl auf 4:2 und war damit auf der Siegerstraße. Haloschan, der bis dahin ein gutes Spiel gemacht hatte, zeigte nun ebenfalls Nerven. „Er hat ein paar gute Dinger gehalten, aber ich kann nicht von ihm erwarten, dass er das Spiel für uns gewinnt“, meinte Leidborg.

Der Trainer wollte die Niederlage nicht an den Torhütern festmachen. „Suvelo hat keinen guten Tag gehabt, da darf man nicht lügen. Aber er war nicht der Einzige.“ Die Fehler diagnostizierte er gestern im Training schonungslos. „Profis müssen auch Kritik annehmen können“, meint er. Er impfte seinen Spielern ein, was er morgen im fünften Spiel erwartet: Mehr Laufbereitschaft und Zweikampfstärke.

Auch Suvelo sieht die Eislöwen bei diesen Dingen im Vorteil: „Sie spielen richtiges Playoff-Hockey, auch mal ein bisschen schmutzig.“ Derjenige, der diesen Part besonders gut beherrscht, wurde gestern zum Matchwinner. Ausgerechnet Marc St. Jean, der nach seiner Attacke auf Chris Leinweber in Spiel drei eigentlich eine Sperre verdient gehabt hätte – erzielte das vorentscheidende vierte Dresdener Tor. Doch darüber regte sich bei den Pinguins niemand auf. Leinweber will die Geschichte auch nicht zu hoch gekocht wissen: „Natürlich wäre eine Sperre angebracht gewesen, aber das ist Sache der Liga.“ Pinguins-Manager Hans-Werner Busch hatte angekündigt, Strafanzeige gegen St. Jean zu stellen. Davon hält Leinweber allerdings nicht viel: „Eishockey ist ein körperbetontes Spiel und solche Dinge passieren. Ich denke nicht, dass eine Anzeige nötig ist.“

Doch das sind ohnehin Nebenschauplätze. Die Pinguins müssen drei Siege in Folge holen, um noch ins Halbfinale zu kommen. Das wird eine große Operation. Schon morgen (20 Uhr, Eisarena) gilt: Verlieren verboten. Doch Suvelo bleibt Optimist: „Wir haben am Ende der Hauptrunde neunmal in Folge gewonnen. Dann können wir das auch dreimal schaffen.“


Artikel vom 24.03.11 - 12:00 Uhr
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