
„Der Termin ist uns lange bestätigt worden“, sagte Böhrnsen. Die baulichen Schwierigkeiten müssten nun „mit aller Sorgfalt und Schnelligkeit“ behoben werden. „Wir haben auch eine Erwartungshaltung“, betonte McAllister. Der Jade-Weser-Port werde eine Erfolgsgeschichte.
Beide Länder wollen künftig eng beim Ausbau der Offshore-Windenergie zusammenarbeiten. Dieser sei zwingend nötig, stocke aber leider derzeit, betonte Böhrnsen. „Der Netzausbau funktioniert nicht so, wie es sein sollte“, sagte er. „Die Windkraftbetriebe sind in großer Sorge.“ Beide Regierungschefs forderten, die Förderprogramme der KfW-Bank auf den Bau von Terminals und Spezialschiffen auszuweiten. „Wir brauchen mehr Drive, einen richtigen Nachdruck bei der Entwicklung der Offshore-Windenergie“, so Böhrnsen. „Wir in Niedersachsen wollen, dass die Energiewende gelingt“, sagte McAllister. Diese sei die größte politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung seit der Wiedervereinigung. Die Entwicklung der Offshore-Windenergie soll auch Thema der gemeinsamen norddeutschen Ministerpräsidentenkonferenz am 15. März in Kiel sein.
Den Anlaufproblemen zum Trotz investiert der Baukonzern Hochtief weiter in Großgerät für die Installation von Offshore-Windparks: Die Crist-Werft im polnischen Gdingen habe den Auftrag zum Bau eines weiteren Kran-Hubschiffes erhalten, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. In Gdingen wird derzeit das Schwester-Hubschiff „Innovation“ fertiggestellt. Von diesem Sommer an soll es von Bremerhaven aus schwere Bauteile zum Windpark „Global Tech I“ vor den Ostfriesischen Inseln bringen. Um bei der Montage mit dem Schwerlastkran einen sicheren Stand zu haben, setzen die Spezialschiffe ihre vier Hubbeine auf dem Meeresgrund ab und heben den Rumpf aus dem Wasser.
Auch den Ausbau der Bahninfrastruktur samt Lärmschutz haben die beiden Nachbarländer auf ihre Agenda gesetzt. Eine leistungsfähige Bahnanbindung sei für die Seehäfen unerlässlich, da der Containerumschlag rasant steige, so Böhrnsen. Um die Akzeptanz der Menschen für die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Bahn zu gewinnen, müsse der Lärmschutz eine stärkere Rolle spielen. Die Trassenpreise müssten so gestaltet werden, dass die Bahnunternehmen einen Anreiz bekämen, leisere Güterzüge einzusetzen. Bei den Bahninvestitionen komme der Norden zu schlecht weg, so Böhrnsen: „Der Süden wird bevorteilt, das ist auf Dauer nicht hinnehmbar.“
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