
Sonntagabend, Finale des Turniers in Ritten; noch wenige Sekunden sind im ersten Drittel des Spiels zwischen den Pinguins und den Manitoba Bisons zu absolvieren, als sich die Szene ereignet, die Gosdeck so beschreibt: „Ich will einen Gegenspieler checken, der dreht sich aber weg, so dass ich seine Schulter unter die Rippen bekomme.“ Ein heftiger Schmerz durchfährt den Pinguins-Stürmer, er bekommt Magenkrämpfe und Schwindelanfälle. Gosdeck wird auf die Bank geführt, versucht wenig später sogar noch, weiterzuspielen. Zwecklos.
Die Verantwortlichen der Pinguins entscheiden: Der 32-Jährige muss ins Krankenhaus. Beim Ultraschall in der Klinik in Bozen diagnostiziert der Arzt: Verdacht auf Milzriss. Eine Computertomographie zeigt die Schwere der Verletzung: „Ich hatte schon zwei Liter Blut in den Bauchraum hinein verloren“, sagt Gosdeck. Er kommt sofort auf den OP-Tisch – die Milz wird entfernt. Eine Narbe von der Brust bis zum Bauchnabel bleibt zurück.
Am Montag nach der zweistündigen Notoperation klang der Pinguins-Stürmer schon wieder zuversichtlich: „Mir geht es den Umständen entsprechend gut. Die Operation ist gut verlaufen. In zwei bis drei Tagen komme ich nach Hause und nach etwa vier Wochen darf ich wieder trainieren.“
Für Gosdeck war es die erste Operation in seiner Karriere. „Ich habe sogar meinen Blinddarm noch. Ich habe die Ärzte schon gefragt, warum sie den nicht gleich mit rausgenommen haben“, konnte der 32-Jährige gestern schon wieder scherzen.
Während die Mannschaft mit dem Bus zurück nach Bremerhaven fuhr, blieb Pinguins-Teammanager Alfred Prey zunächst bei Gosdeck in Bozen. Prey machte sich einen Tag später auf den Heimweg, bis zur Rückreise per ADAC-Flieger kümmert sich die Managerin der SV Ritten, Birgit Prast, um die Pinguins-Stürmer. „Es ist schon blöd, wenn man so ganz allein im Krankenhaus ist und wenn nicht einmal die eigene Frau da ist. Ich wollte ihr aber auch nicht zumuten, mit unserer kleinen Tochter die lange Fahrt aus Bremerhaven nach Bozen zu machen“, sagte Gosdeck. Zumal er davon ausgeht, am Wochenende schon wieder in Bremerhaven zu sein: „Könnte sein, dass ich beim swb-Cup zum Zugucken komme.“
Bleibende Schäden oder Folgen für die Eishockey-Karriere muss der Vollblut-Stürmer nicht fürchten. Die Milz ist kein lebenswichtiges Organ. In einem Monat darf Gosdeck wieder aufs Eis.
„Er hat Glück gehabt“, sagt Pinguins-Teammanager Prey. „Aber ich will gar nicht darüber nachdenken, was passiert wäre, wenn wir nicht ins Krankenhaus gefahren wären, sondern er mit uns in den Bus gestiegen wäre.“
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