X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

Schneider spannt Rettungsschirm auf

Bremen. Kein Bremer, der halbwegs bei Sinnen ist, wettet noch freiwillig auf ein Zufrieren der Weser. Für die traditionelle Bremer Eiswette müssen die Veranstalter deshalb zu einem Trick greifen.

bild vergrößern
Einen Rettungsschirm für den Euro? Für Eiswettschneider Burckhard Göbel kein Problem. Göbel ging in Bremen bei der Eiswette mit einem gelben Regenschirm auf das europäische Wirtschaftsthema des Jahres 2011 ein. Fotos dpa

Alle Winter wieder wandern die Bremer an die Weser, um nach Eisschollen zu schauen. Und seit 65 Jahren heißt es bei der Bremer Eiswette unverändert: „De Weser geiht.“ Das verkündete der Präsident der Eiswette, Peter Braun, auch am Freitag zur 183. Auflage der Wette. Die Kernfrage des fröhlich-ironischen Spektakels lautet seit 1829, ob die Weser am Dreikönigstag zugefroren ist und ein 99 Pfund schwerer Schneider mit seinem heißen Bügeleisen in der Hand trockenen Fußes den Fluss überqueren kann. Anno 2012 zog der Schneider es unter lautem Gezeter vor, mit einem Boot der Seenotretter überzusetzen. Zuletzt war die Weser 1947 zugefroren.

Launiger Schlagabtausch

Der Laienschauspieler Burckhard Göbel als Schneider, der Chef der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Thomas Röwekamp, als „Notarius Publicus“ und Präsident Braun lieferten sich einen launigen Schlagabtausch. Sie nahmen Politiker und Parteien aufs Korn und philosophierten über die Occupy-Bewegung und den Eurorettungsschirm.

Das Schneiderlein in karierter Hose, grünem Frack und grauem Zylinder kam wie immer zu spät, warnte vor Hebelwirkungen an der historischen Waage und wurde mit 100 Pfund prompt für zu schwer befunden. So warf der Schneider schnell ein paar „Eurobontjes“ unter das Volk, mit denen er sich die Taschen vollgestopft hatte. Da stimmte das Gewicht.

Weil angesichts von Klimaerwärmung und Weservertiefung schon längst keines der 285 Mitglieder der Eiswette mehr freiwillig auf ein Zufrieren der Weser setzen würde, wird diese Frage beim jährlichen Stiftungsfest für jeden per Los entschieden. In diesem Jahr treffen sich rund 700 in Frack oder Smoking gewandete Herren am 21. Januar, um den Hauptzweck der Eiswette zu erfüllen: Spenden für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger zu sammeln. Im vergangenen Jahren waren es mehr als 350 000 Euro.

Eiswette

Am 6. November 1828 wetteten ein paar Bremer Junggesellen, dass die Weser am 1. Januar 1829 noch offen sei. Als Wettpreis legten sie „einen braunen Kohl mit Zubehör“ fest. Um den Spaß zu steigern, bestimmte man genau, was als „offen“ oder „zu“ gelten sollte: Ein Schneider von 99 Pfund musste mitsamt glühendem Bügeleisen trockenen Fußes über die Weser gehen können. Diese Wette wurde am 12. Januar 1829 zum ersten Mal ausgetragen, später einigte man sich auf den 6. Januar.


bild vergrößern
Medicus Publicus Uwe Lühring (von links), Notarius Publicus Thomas Röwekamp und Eiswettschneider Burckhard Göbel vollziehen die Wiegezeremonie am Weserufer.
Artikel vom 07.01.12 - 12:00 Uhr
| drucken | versenden


Anzeige

Traueranzeigen

Anzeige

Unsere Heimat von oben

Die große Familienserie der NORDSEE-ZEITUNG widmet sich seit dem 2. März 2012 dem Thema „Familienfreundlichkeit“ im Landkreis Cuxhaven. Für jeden Ort und jede Gemeinde erscheinen zur Veröffentlichung aktuelle Luftbilder. Diese Luftbilder können Sie nun auf hochwertigem Fotopapier in unseren Kunden-Centern bestellen. Hier erfahren Sie mehr.

Bad Bederkesa entdecken

Tauchen Sie ein in die neue Panorama-Erlebniswelt.

www.badbederkesa-entdecken.de

Babyseite

In unserer neuen Babyseite finden Sie die Neugeborenen aus Stadt und Land.

zur Babyseite
Anzeige

ePaper

Lesen Sie hier die aktuelle Seite 1

Zeitung

Abo Service
Abonnement
Änderungen

ePaper

Login
Abonnement

Folgen Sie uns



Folgen Sie uns bei facebook


Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

RSS - Bekommen Sie neue Topstorys direkt in den Browser oder den Feedreader geliefert.

Neue Kommentare

  1. Lohmannstraße wird saniert
    24.05. | 5 Kommentare
  2. Energie für die Stromwende
    24.05. | 3 Kommentare
  3. BIS managt den Tunnelbau
    24.05. | 1 Kommentar
  4. Seestadt macht keinen Druck bei Weservertiefung
    24.05. | 2 Kommentare
  5. Zirkustiere und Legehennen als Streitthema
    23.05. | 1 Kommentar
nordholzdorumlangenbad bederkesaschiffdorfbremerhavenloxstedthagenbeverstedt

Veranstaltungen

NZ-Card

Exklusiv für Abonnenten gibt es die NZ-Card. Erfahren Sie hier mehr über die attraktiven Angebote.

zur NZ-Card

Leser werben Leser


Werben Sie einen neuen Abonnenten und Sie bekommen eine attraktive Prämie.

zum Prämienshop

Leserbriefe


Sie wollen einen Leserbrief an die Zeitungsredaktion senden? Das Kontaktformular finden Sie hier.
Anzeige

Kinoprogramm

Börseninformationen

Anzeige

NZ-Nachrichten auf Ihrer Webseite

Individuelle Nachrichtenauswahl - immer aktuell

Wir unterstützen Sie dabei gezielt diejenigen Nachrichten, die für Ihren Internetauftritt interessant sind, ohne viel Aufwand zu integrieren. Dafür haben wir ein Modul entwickelt, das Sie ganz leicht mit wenigen Klicks selbst an Ihre Anforderungen anpassen können.

mehr
Meldungen

Politik und Welt

Erdbeben der Stärke 5,2 erschüttert Christchurch Wellington (dpa) - Ein Erdbeben der Stärke 5,2 hat die neuseeländische Stadt Christchurch erschüttert. Nach Angaben der Geologiebehörde Geonet lag das Epizentrum zehn Kilometer östlich der Stadt und ereignete sich in elf Kilometern Tiefe unter dem Erdboden. Über Schäden gibt es bislang keine Angaben. Ein Erdbeben hatte die Innenstadt von Christchurch im vergangenen Jahr im Februar schwer beschädigt. Hunderte Häuser wurden teils zerstört. Es kamen 185 Menschen ums Leben. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Premiere: Privater Raumfrachter soll an Raumstation ISS andocken
Mutter von mutmaßlichem Brandstifter darf ausgeliefert werden
Frisch Auf Göppingen gewinnt zum zweiten Mal EHF-Pokal

Wirtschaft

Dax nach Berg- und Talfahrt moderat im Plus Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich am Donnerstag etwas von seinem Rücksetzer zur Wochenmitte erholt. Nach einem wechselhaften Handelsverlauf legte der deutsche Leitindex um 0,48 Prozent auf 6315,89 Punkte zu. Seit Jahresanfang ist der Leitindex damit um etwa 7 Prozent vorgerückt. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Griechischen Banken wird mit 18 Milliarden Euro geholfen
Schwache T-Aktie enttäuscht Telekom-Aktionäre
Chemie-Beschäftigte erhalten 4,5 Prozent mehr Geld
Überragend

Sport

Frisch Auf Göppingen gewinnt zum zweiten Mal EHF-Pokal Göppingen (dpa) - Frisch Auf Göppingen hat zum zweiten Mal nacheinander den EHF-Pokal gewonnen. Der Handball-Bundesligist besiegte Dünkirchen HB im Final-Rückspiel mit 34:28 (15:14). Das Hinspiel in Frankreich war 26:26 ausgegangen. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Regen bremst Vettel: Formel 1 ratlos in Monaco
Mensing schwimmt zu 250. deutsches EM-Gold
Heidler siegt mit Weltklasse-Wurf in Ostrau - 78,07 m
Humboldt-Universität

Wissenschaft

Berlin vor München forschungsstärkste deutsche Region Berlin (dpa) - Berlin ist mit seinen Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten zur forschungsstärksten Region Deutschlands aufgestiegen. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Skurrile neue Arten - Vom Fadenwurm bis Spongebob-Pilz
Klimaschützer: Untätigkeit kostet Billionen von Euro
Erderwärmung gefährdet große Meeres-Schildkröten
Roman Lob

Boulevard

Roman Lob: Mit Mütze und Süßigkeiten ins ESC-Finale Baku (dpa) - Roman Lob (21, «Standing Still») tritt beim Finale des Eurovision Song Contest (ESC) in Baku an diesem Samstag auf jeden Fall mit Mütze und nicht mit Kappe auf. Gegen die Nervosität braucht er viele Süßigkeiten, wie der gelernte Industriemechaniker aus Neustadt (Wied) in Rheinland-Pfalz in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa am Donnerstag in Baku sagte. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Halbfinale beim ESC und Festnahmen in Baku
Nicole Kidman und Matthew McConaughey in Cannes
Zac Efron hat eine Schwäche für Nicole Kidman