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Schlittenfahrt mit Sleigher


Bremerhaven. „Wir haben noch viel zu lernen, bis wir eine Spitzenmannschaft sind.“ Das war die bittere Erkenntnis von Trainer Gunnar Leidborg nach dem 0:3 (0:2, 0:1, 0:0) seiner Fischtown Pinguins gegen die Schwenninger Wild Wings. VON LARS BROCKBALZ


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Das war der Anfang eines unerfreulichen Abends für die Fischtown Pinguins : Pierre-Luc Sleigher (links) hat Pinguins-Torhüter Marko Suvelo den Puck an den Schlittschuh geschossen und so das 1:0 für Schwenningen erzielt. Sleigher schoss alle drei Tore für die Gäste. Foto eer

Den Pinguins fehlte es sowohl an spielerischen Mitteln als auch im Zweikampfverhalten. „Wir haben zu viel außen rum gespielt und nicht genug Druck gemacht“, gestand Leidborg ein. Außerdem hätten viele Spieler die Zweikämpfe nicht angenommen.

Die Gäste aus Schwenningen nahmen die Hilfe in der Krise dankbar an. Die stolzen Schwäne, die Vorletzte sind obwohl sie als Favorit in die Saison gestartet sind, hatten es offenbar satt, das hässliche Entlein zu sein. Sie zeigten sich ihn ihrem schönsten Federkleid: Sie spielten zweikampfstark und mit Tempo, ließen zudem nicht allzu viele Chancen zu.

Die Nachverpflichtungen der Schwenninger zahlten sich sofort aus. Im Tor strahlte Mathias Lange Sicherheit aus und blieb gleich in seinem ersten Einsatz ohne Gegentor. Noch strahlender zeigte sich der neue Stürmer Pierre-Luc Sleigher, der mit den Pinguins Schlitten fuhr und einen Hattrick erzielte.

Seine erste Aktion brachte in der 4. Minute das 1:0, das zwar sehr glücklich fiel, aber vollauf verdient war. Die Gäste hatten druckvoll wie eine Heimmannschaft begonnen und sofort Chancen herausgespielt. Sleigher stand hinter dem Tor und schoss Pinguins-Torhüter Marko Suvelo den Puck an den Schlittschuh. Sein zweites Tor war dann auch noch schön: In Überzahl verwertete er einen Pass von Brock Hooton elegant mit der Rückhand zum 2:0 (11.).

Das gab den verunsicherten Gästen Selbstvertrauen und lähmte die Pinguins, von denen zu Beginn nichts kam. Ihre beste Gelegenheit vergab Stanislav Fatyka, der in Überzahl (15.) an Lange scheiterte.

Auf der anderen Seite musste Suvelo gegen David Walker und Matthias Forster Großtaten zeigen, um einen höheren Rückstand zu verhindern.

Ihre einzige längere Druckphase, in der das Spiel hätte kippen können, hatten die Pinguins zur Mitte des zweiten Drittels. Da drängten sie die Gäste hinten rein und erzwangen drei Strafzeiten in kurzer Folge. Chris Stanley hatte eine gute Aktion, Vitalij Janke und Jan Kopecky feuerten gute Schüsse ab, aber die Scheibe ging nicht rein.

Schwenningen konterte, und das ganz hervorragend. Schon in der 36. Minute hatte Jason Pinizzotto eine Chance aus der Kategorie „den muss er machen“, schoss aber am leeren Tor vorbei.

Sleigher machte es in der 39. Minute besser. Zunächst hielt Suvelo noch, im Nachschuss traf der Neuzugang der Gäste aber zum 3:0 und machte sich damit bei seinem Debüt endgültig zum Matchwinner. Fatyka war über das Gegentor so wütend, dass er sich eine heftige Prügelei mit Sleigher lieferte. Für Pinguins-Trainer Leidborg war dieses Gegentor symptomatisch: „Wir wollen angreifen und kassieren dann so ein Gegentor. Da hatten einige von uns wohl eine Urlaubsreise gebucht.“

Lerneffekt bleibt aus

Bei solchen Szenen war klar: Der erhoffte Lerneffekt aus dem verlorenen Spitzenspiel gegen Landshut blieb am Freitagabend aus. Noch deutlicher wurde das im Schlussabschnitt. Wieder mussten die Pinguins einen Rückstand aufholen, wieder hatten sie mehr Spielanteile – und wieder schafften sie es nicht, mit klaren Aktionen Chancen rauszuspielen. Fernschüsse und Alleingänge – das war alles.

So war es für Lange kein großes Problem, in seinem ersten Spiel ein Shut-out zu schaffen.

Auch das zuletzt so erfolgreiche Überzahlspiel der Pinguins war am Freitagabend nicht erwähnenswert. Bei sechs Powerplay-Gelegenheiten gab es weniger als eine Handvoll ernsthafte Chancen.

Trotz des an sich tollen Saisonstarts der Pinguins gibt es noch viel zu tun. Das sieht auch Trainer Leidborg so: „Eine Spitzenmannschaft wird man nur, wenn man hart arbeitet.“

Pokal-Auslosung

Im Viertelfinale des DEB-Pokals kommt es am 17. Januar zu folgenden Begegnungen:

Bad Nauheim – Pinguins

Frankfurt – Hannover

Peiting – Bietigheim

Landshut – Rosenheim


Pinguins – Schwenningen 0:3 (0:2, 0:1, 0:0)

Pinguins: Tor: Suvelo (Staudt); Abwehr: Fatyka, Teljukin – Hucko, Slaton – Janke, Willaschek; Angriff: Dejdar, Stanley, Kopecky – Thomas, Kosick, Saurette – S. Janzen, A. Janzen, Litesov – Verelst, Gunkel, Kreuzer.

Tore: 0:1 (3:30) Sleigher (Hacker, Hooton); 0:2 (10:28) Sleigher (Borzecki, Hooton) bei 5/4; 3:0 (38:27) Sleigher (Borzecki, Lange).

Strafzeiten: Pinguins: 10 Min. – Schwenningen: 14 Min. + 10 Sacher

Schiedsrichter: Reik van Gameren (Berlin) – Zuschauer: 2517

Artikel vom 26.11.11 - 07:00 Uhr
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