X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

Schlichtung statt Urteil


Hannover. Der Nachbar zertrampelt die liebevoll gepflegten Blumenbeete oder beschimpft die Nachbarin als „dumme Kuh“. Bevor die Betroffenen vor Gericht ziehen, sollen sie versuchen, sich zu einigen, so will es der Gesetzgeber. Der Landtag erweiterte jetzt das Aufgabenfeld der rund 1000 Schiedsmänner und -frauen in Niedersachsen. Von Kurt-Peter Christophersen


Zum 1. Januar verabschiedeten die Abgeordneten ein Gesetz zur obligatorischen außergerichtlichen Streitschlichtung. In Fällen des Nachbarschaftsrechts, der Ehrverletzung und der Diskriminierung müssen die Kontrahenten einen Schiedsmann oder eine Schiedsfrau aufsuchen, bevor ein Gericht ihre Klage annimmt.

Justizminister Bernd Busemann (CDU) erwartet von dem Gesetz nicht nur eine Entlastung der Justiz. Er sieht in der „konsensualen Streitbearbeitung“ auch einen Beitrag zu einer „gewandelten Streitkultur in unserer Gesellschaft“.

Der Verbandsvorsitzende der niedersächsischen Schiedsleute, Heinz Memmen, drückt es einfacher aus: „Es wird mehr Arbeit auf uns zukommen.“ Die ehrenamtlichen Streitschlichter müssen seit langem bei bestimmten Delikten wie Körperverletzung oder Hausfriedensbruch eingeschaltet werden, bevor der Fall vor einem Gericht landet.

Juristische Laien

Die Schiedsleute werden von den kommunalen Ratsversammlungen für jeweils fünf Jahre eingesetzt. Sie müssen älter als 30 Jahre sein und einen „guten Leumund“ haben. Die Schiedsleute werden in drei Seminaren ausgebildet, hinzu kommen Fortbildungsveranstaltungen. Im Gegensatz zu Anwälten oder Richtern, die sich als Mediatoren in der außergerichtlichen Konfliktlösung versuchen, sind Schiedsleute juristische Laien. „Für uns steht nicht eine rechtliche Einordnung der Konflikte im Vordergrund, sondern eine mögliche Schlichtung im Konsens“, sagt Verbandschef Memmen.

Die Schiedsleute müssten sich nicht vor den professionellen Vermittlern verstecken, denn „wir sind die ältesten Mediatoren“, sagt Memmen und verweist auf die preußischen Staatsmodernisierer. Sie führten das Amt des Schiedsmanns 1827 in Preußen ein. Erst seit den 1950er Jahren werden auch Frauen mit der Schlichtung betraut.

Außer Niedersachsen haben Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein die obligatorische außergerichtliche Streitschlichtung erweitert. Dazu gehören auch Ansprüche aus dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz. Wer zum Beispiel wegen seines „ausländischen Aussehens“ vor einer Discothek abgewiesen wurde, muss sich mit dem Betreiber bei einem Mediator treffen, bevor er ein Gericht einschaltet.

Unter Fachaufsicht

In jeder größeren Gemeinde gibt es ehrenamtliche Schiedsleute. Sie unterstehen der Fachaufsicht der Amtsgerichte. Wer ein Schlichtungsverfahren einleiten möchte, kann die Adresse der zuständigen Schiedsperson bei Gerichten, Polizei oder Kommunalverwaltungen erfahren. Näheres über Schiedsleute im Internet unter: www.bds-niedersachsen.com

Artikel vom 16.02.10 - 10:00 Uhr
| drucken | versenden


2 Leserkommentare vorhanden

Bitte warten - die Kommentare werden geladen ...

Traueranzeigen

Bad Bederkesa entdecken

Tauchen Sie ein in die neue Panorama-Erlebniswelt.

www.badbederkesa-entdecken.de

Babyseite

In unserer neuen Babyseite finden Sie die Neugeborenen aus Stadt und Land.

zur Babyseite
Anzeige

Polizeimeldungen

ePaper

Lesen Sie hier die aktuelle Seite 1

Zeitung

Abo Service
Abonnement
Änderungen

ePaper

Login
Abonnement
Anzeige

Folgen Sie uns



Folgen Sie uns bei facebook


Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

RSS - Bekommen Sie neue Topstorys direkt in den Browser oder den Feedreader geliefert.

Neue Kommentare

  1. Mit Raketen-Flieger nach Australien
    03.02. | 2 Kommentare
  2. Einkaufen nur bis 22 Uhr?
    03.02. | 9 Kommentare
  3. Käfigkämpfe in der Stadthalle
    03.02. | 8 Kommentare
  4. Macht Verdi Haase Angst?
    03.02. | 1 Kommentar
  5. Jedes zweite Kleinkind arm
    03.02. | 2 Kommentare
nordholzdorumlangenbad bederkesaschiffdorfbremerhavenloxstedthagenbeverstedt

Lottozahlen

Veranstaltungen

NZ-Card

Exklusiv für Abonnenten gibt es die NZ-Card. Erfahren Sie hier mehr über die attraktiven Angebote.

zur NZ-Card

Leser werben Leser


Werben Sie einen neuen Abonnenten und Sie bekommen eine attraktive Prämie.

zum Prämienshop

Leserbriefe


Sie wollen einen Leserbrief an die Zeitungsredaktion senden? Das Kontaktformular finden Sie hier.
Anzeige

Kinoprogramm

Nordsee-Zeitung Radio

Börseninformationen

Meldungen

Politik und Welt

DRK-Präsident Seiters: 50 000 Menschen in Syrien auf der Flucht Osnabrück (dpa) - Mehr als 50 000 Menschen sind bereits vor der Gewalt in Syrien geflohen. Rund 35 000 Syrer seien im eigenen Land auf der Flucht, sagte der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters, der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Mehr als 15 000 weitere hätten sich im Libanon, in der Türkei und in Jordanien in Sicherheit gebracht. Viele lebten dort in Flüchtlingslagern, Tausende seien auf direkte Hilfe angewiesen. Seiters forderte die Konfliktparteien auf, den Helfern des Roten Halbmonds sicheren Zugang zu den Menschen zu gewähren. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Vor UN-Resolution: Blutbad in Homs?
Al-Arabija: Über 300 Tote in Homs
Merkel bedauert chinesisches Vorgehen gegen Bürgerrechtsanwalt
Malev

Wirtschaft

Ungarns Fluggesellschaft Malev stellt Betrieb ein Budapest (dpa) - Die seit Jahren angeschlagene ungarische Fluggesellschaft Malev hat ihren Betrieb eingestellt. Die Maschinen bleiben seit Freitag am Boden, teilte das staatliche Unternehmen mit. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Griechenland-Verhandlungen festgefahren
Weder di Mauro macht Schluss als Wirtschaftsweise
EU: Russland liefert weniger Gas nach Westen
Radsportstar

Sport

Staatsanwaltschaft stellt Dopingfall Armstrong ein Los Angeles (dpa) - Die US-Staatsanwaltschaft hat ihre Dopingermittlungen gegen den siebenmaligen Tour de France-Gewinner Lance Armstrong eingestellt, gaben die Ermittler in Los Angeles bekannt. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Dortmund nach 2:0-Sieg in Nürnberg Tabellenführer
Paderborn siegt weiter - Pleite für Fürth
Kombinierer Kircheisen Zweiter in Val di Fiemme
Kirschessigfliege

Wissenschaft

Fliege aus Ostasien bedroht Kirschen und Wein München (dpa) - Eine Fliege aus Ostasien bedroht den Obstanbau in Deutschland. Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) sei nun auch mit genetischen Methoden nachgewiesen worden, teilten die Forscher von der Zoologischen Staatssammlung in München am Freitag mit. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Jeder Vierte stirbt an Krebs
Doppelt so viele Malariatote wie gedacht
Gehirnveränderungen bereits vor Drogenabhängigkeit
Gerhard Richter

Boulevard

Gerhard Richters «Atlas» zum 80. in Dresden Dresden (dpa) - Scherzen, Lachen und Autogramme: Der mit Spannung erwartete berühmte Künstler war guter Dinge. Umringt von einem Fotografen-Pulk schritt Gerhard Richter am Freitag von der Brühlschen Terrasse in Dresden in den Lipsiusbau. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Steven Spielberg mistet Pferdestall aus
Drew Barrymore ist stolz auf Verlobungsring
Spätes Vaterglück für SPD-Chef Gabriel