X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

SPD beerdigt Hartz IV in Raten

Von Alexandra Jacobson,
Berlin. Zwei Monate vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen rückt die SPD schrittweise von den Hartz-IV-Arbeitsmarktreformen aus der Zeit der rot-grünen Regierung ab. Das Parteipräsidium billigte gestern ein Papier, das Arbeitslose insgesamt besserstellt. Alexandra Jacobsen


bild vergrößern

„Wir wollen die Lebensleistung eines jeden honorieren“, sagte SPD-Parteichef Sigmar Gabriel. Eine Erhöhung der Regelsätze von Hartz IV ist allerdings nicht vorgesehen. Die SPD will beim Arbeitslosengeld II künftig auf jede Vermögensprüfung verzichten. Hartz-IV-Bezieher müssten dann die eigenen Ersparnisse nicht mehr aufzehren. Das aus Versicherungsbeiträgen finanzierte Arbeitslosengeld I soll künftig sechs bis 12 Monate länger gezahlt werden, wenn die Arbeitslosen sich in dieser Zeit weiter qualifizieren. Ältere Arbeitslose ab 58 Jahren, die schon jetzt Anspruch auf 24 Monate Arbeitslosengeld I haben, könnten nach Gabriels Worten dann auf eine Zahldauer von bis zu 36 Monaten kommen.

Auch den Übergang vom Arbeitslosengeld I zu Hartz IV will die SPD stärker abfedern. Der bisherige, auf zwei Jahre begrenzte Übergangszuschuss von bis zu 160 Euro im Monat soll so erhöht werden, dass er lange Beschäftigungszeiten berücksichtigt.

Außerdem will die SPD die Zeit- und Leiharbeit stärker regulieren. Nach einer kurzen Einarbeitungszeit soll der Grundsatz „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ ohne Ausnahme gelten.

Die SPD wolle nicht die Transfersgesellschaft, sondern die Arbeitsgesellschaft fördern, sagt Gabriel. Deshalb strebe man einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro an. Das verlangt auch der DGB seit Neuestem. Vor kurzem wollte sich die SPD noch mit 7,50 Euro begnügen. Doch festgezurrt ist das alles noch nicht. Das 17-seitige Papier gilt als Diskussionsgrundlage für die Ortsvereine. Entschieden wird erst auf dem Bundesparteitag im September.

Für schwer vermittelbare Arbeitslose sollen 200 000 öffentlich geförderte Beschäftigungsverhältnisse entstehen. Dafür will die SPD drei Milliarden Euro aus Steuermitteln lockermachen.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe warf der SPD vor, sie sei „keine Arbeiterpartei mehr, sondern eine Partei ohne Markenkern“. Im Zick-Zackkurs versuche sie sich von der arbeitsmarktpolitischen Agenda Gerhard Schröders zu lösen. Die Vorschläge seien unausgegoren, hätten Beitragserhöhungen zur Folge und vernichteten Arbeitsplätze.

Die Linke kritisierte diese „Version von Hartz-Light“. Mit dem Drehen an ein paar Stellschrauben sei es nicht getan.


Artikel vom 16.03.10 - 09:15 Uhr
| drucken | versenden


12 Leserkommentare vorhanden

Seite(n)    « | 1 | 2 | »


Bitte warten - die Kommentare werden geladen ...


Seite(n)    « | 1 | 2 | »
Anzeige

Traueranzeigen

Anzeige

Unsere Heimat von oben

Die große Familienserie der NORDSEE-ZEITUNG widmet sich seit dem 2. März 2012 dem Thema „Familienfreundlichkeit“ im Landkreis Cuxhaven. Für jeden Ort und jede Gemeinde erscheinen zur Veröffentlichung aktuelle Luftbilder. Diese Luftbilder können Sie nun auf hochwertigem Fotopapier in unseren Kunden-Centern bestellen. Hier erfahren Sie mehr.

Bad Bederkesa entdecken

Tauchen Sie ein in die neue Panorama-Erlebniswelt.

www.badbederkesa-entdecken.de

Babyseite

In unserer neuen Babyseite finden Sie die Neugeborenen aus Stadt und Land.

zur Babyseite
Anzeige

ePaper

Lesen Sie hier die aktuelle Seite 1

Zeitung

Abo Service
Abonnement
Änderungen

ePaper

Login
Abonnement

Folgen Sie uns



Folgen Sie uns bei facebook


Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

RSS - Bekommen Sie neue Topstorys direkt in den Browser oder den Feedreader geliefert.
nordholzdorumlangenbad bederkesaschiffdorfbremerhavenloxstedthagenbeverstedt

Veranstaltungen

NZ-Card

Exklusiv für Abonnenten gibt es die NZ-Card. Erfahren Sie hier mehr über die attraktiven Angebote.

zur NZ-Card

Leser werben Leser


Werben Sie einen neuen Abonnenten und Sie bekommen eine attraktive Prämie.

zum Prämienshop

Leserbriefe


Sie wollen einen Leserbrief an die Zeitungsredaktion senden? Das Kontaktformular finden Sie hier.
Anzeige

Kinoprogramm

Börseninformationen

Anzeige

NZ-Nachrichten auf Ihrer Webseite

Individuelle Nachrichtenauswahl - immer aktuell

Wir unterstützen Sie dabei gezielt diejenigen Nachrichten, die für Ihren Internetauftritt interessant sind, ohne viel Aufwand zu integrieren. Dafür haben wir ein Modul entwickelt, das Sie ganz leicht mit wenigen Klicks selbst an Ihre Anforderungen anpassen können.

mehr
Meldungen

Politik und Welt

Italiens Integrationsminister: «Lampedusa ist extrem gefährlich» Rom (dpa) - Italiens Integrationsminister Andrea Riccardi warnt vor den Gefahren einer möglichen neuen Einwanderungswelle auf Lampedusa. Auf der Mittelmeerinsel müsse dringend ein neues Flüchtlingslager eingerichtet und der Hafen für aus Afrika ankommende Boote geöffnet werden. Das sagte der Minister in einem Interview mit dem ARD-Hörfunk. Andernfalls könne es für die Immigranten und auch für die Menschen auf der Insel gefährlich werden. Die Lage war im vergangenen Jahr eskaliert, als rund 6000 Immigranten auf der Insel festsaßen und es zu Konfrontationen mit den 5000 Einwohnern kam. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Merkel berät mit Oppositions-Spitzen über Fiskalpakt
Rückschlag für Oracle in Android-Prozess gegen Google
Neonazi-Ausschuss befragt CSU-Politiker Beckstein
Hewlett-Packard

Wirtschaft

Hewlett-Packard setzt 27 000 Mitarbeiter vor die Tür Palo Alto (dpa) - Angesichts eines schrumpfenden Geschäfts legt der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard die Axt bei seiner Belegschaft an. Voraussichtlich rund 27 000 Mitarbeiter müssen das Unternehmen bis zum Ende des Geschäftsjahres 2014 verlassen. Das sind etwa 8 Prozent aller Beschäftigten. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Telekom lädt nach schwachem Start zum Aktionärstreffen
Dämpfer beim Wirtschaftsklima erwartet
Facebook-Börsengang im Zwielicht: Anleger klagen
Rasanter Besuch

Sport

Löw gibt Vollgas: Ausscheidungsrennen läuft Tourrettes (dpa) - Es war eine schöne Abwechslung, dass die Formel-1-Stars Schumacher und Rosberg mit Podolski und Co. über Südfrankreichs Straßen rasten. Bundestrainer Löw interessiert nur eins: Wie bringt er seine EM-Spieler weiter in Topform? Und welches Quartett streicht er? weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Schwimm-EM: Gold für Biedermann, Silber für Steffen
Platini: «Philipp Lahm hat von mir nichts zu fordern»
Rekordversuch in Monaco: Formel 1 als Glücksspiel
Finnwal

Wissenschaft

Neues Organ bei Walen entdeckt London/Washington (dpa) - Ein kleines Organ hilft den riesigen Furchenwalen beim Fressen. Forscher aus Kanada und den USA entdeckten das etwa pampelmusengroße Organ im Unterkiefer der Wale. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Erderwärmung gefährdet große Meeres-Schildkröten
Raubsaurier aus der Jurazeit gefunden
Laternen verändern die Insektengemeinschaft am Boden
Hochzeit

Boulevard

Bushido und Anna-Maria Lagerblom haben geheiratet Berlin (dpa) - Romantischer Rüpel-Rapper: Ganz bürgerlich hat Bushido (33) am Mittwoch geheiratet. Er gab Anna-Maria Lagerblom, der jüngeren Schwester von Sängerin Sarah Connor, in Berlin das Jawort. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Pete Doherty will nicht früh aufstehen
Kristen Stewart und Kylie Minogue in Cannes
Drei Preise für Neumeier-Ballett «Liliom» in Moskau