
Die Eisbären gegen Bamberg – für fast alle Basketball-Interessierten ist der Ausgang des Duells in der Serie „Best of five“ (drei Siege sind nötig) klar. Bamberg gewinnt 3:0. Die Franken sind das überragende deutsche Team der beiden vergangenen Serien. Für die Truppe von Coach Chris Fleming zählt nur eines: der Titel. Mit 64:4 Punkten sind sie so souverän durch die Liga marschiert wie zuletzt Alba Berlin in der Saison 2001/02.
Eisbären-Trainer Doug Spradley kann es schon nicht mehr hören. „Wenn alle meinen, dass wir keine Chance haben, dann brauchen wir doch gar nicht zu spielen“, sagt er vor Partie eins morgen um 17 Uhr in Bamberg. Spradley sieht bei weitem nicht so schwarz, obwohl er und sein Team schon Respekt haben, „aber überhaupt keine Angst“.
Wenn alles normal läuft, das weiß auch Spradley, gewinnt Bamberg. „Aber was ist, wenn nicht alles normal läuft? Ich sehe uns nicht chancenlos. Wir haben überhaupt keinen Druck, Bamberg will Meister werden“, sagt der Eisbären-Trainer. Und fügt hinzu: „Wenn wir die Partie lange offen halten, gut treffen, mit 100 Prozent Intensität von der ersten bis zur letzten Minute spielen, werden wir unsere Chance bekommen. Mal schauen, ob unsere Strategie aufgeht“, so Spradley.
Während sich die Bamberger in Malaga vorbereitet haben, trainierten die Eisbären in ihren vier Wänden. „Hier hat auch die Sonne geschienen, wir haben unseren normalen Rhythmus beibehalten“, meint der Trainer. Er bescheinigt seinem Team eine sehr gute Trainingsleistung, man habe schon bemerkt, dass die Anspannung etwas größer sei als normal. Das muss aber auch so sein, denn nach den 34 Spielen der Hauptrunde beginnt die Saison jetzt bei null. „Jetzt geht es richtig los“, sagt der Eisbären-„Dompteur“.
Bambergs Stärken sieht Spradley in der Ausgeglichenheit des Kaders, in der Erfahrung, der mannschaftlichen Geschlossenheit. „Ein Großteil des Kaders ist zwei, drei Jahre zusammen. Die sind eingespielt, vor dieser Saison ist der Kader noch durch Hines und Terry verstärkt worden“, sagt der Trainer. Einen oder zwei Schlüsselspieler auszuschalten, das reicht nicht. Sieben Spieler haben bisher zweistellig im Schnitt gepunktet, das zeigt, wie stark dieses Team besetzt ist. Schaltet man einen Casey Jacobsen aus, kommt ein Brian Roberts und schießt die Lichter aus. Oder Predrag Suput oder Anton Gavel, oder, oder, oder.
Die Eisbären müssen, wann immer es geht, das Tempo hochhalten. Denn haben sich die Bamberger erst einmal in der Verteidigung formiert und halten die Eisbären lange im Halbfeld, „wird es schwer für uns, gute Würfe zu kreieren“, meint der Trainer.
Taktisch sieht er seine Truppe gut auf den scheinbar übermächtigen Gegner vorbereitet. „Jetzt müssen wir all das nur noch umsetzen“, so Spradley, der eines auf jeden Fall gerne machen würde – den großen Favoriten ein wenig ärgern. (rie)
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