X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

Rekordverdächtige Spendensammlung


Bremen. Das 183. Stiftungsfest der Bremer Eiswette war eine Rekordveranstaltung: Die 750 Gäste spendeten über 403 000 Euro für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) – der höchste Betrag, der bisher bei dieser traditionsreichen Veranstaltung gesammelt wurde. Ehrengäste waren der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, Matthias Döpfner. Von Jost Lübben


bild vergrößern
Die Gäste der Eiswette sitzen bei dem achtstündigen Essen an Tischen, die Eisschollen genannt werden. Foto mb

Das achtstündige Essen, bei dem als Hauptspeise das typische Bremer Braunkohl-Gericht serviert wird, ist Schlusspunkt der Bremer Eiswette. Dabei wird immer am 6. Januar überprüft, ob die Weser zugefroren oder eisfrei ist.

Döpfners Rede auf Deutschland und Bremen wurde im Congress Centrum der Hansestadt mit Spannung erwartet, da die Medien seines Verlags – in erster Linie die Bild-Zeitung – bei der Berichterstattung über die Affäre um Bundespräsident Christian Wulff eine treibende Rolle spielen. In seinem brillanten Vortrag sprach Döpfner über die Kernbegriffe Freiheit und Verantwortung. Der Springer-Vorstand appellierte vor dem Hintergrund der Finanzkrise unter anderem an die Eigenverantwortung ehrbarer Kaufleute: „Wer das Recht auf unbegrenzten Gewinn hat, der trägt auch das Risiko des unbegrenzten Verlustes.“ Große Heiterkeit rief seine Aussage hervor, er fühle sich geehrt, im Vorprogramm von Josef Ackermann aufzutreten. Zum Thema Wulff beschränkte sich Döpfner zur Enttäuschung vieler Gäste auf ein Zitat des verstorbenen Bild-Verlegers Axel Springer. In dem Satz – „Die Rolle von Journalisten ist es, Politik zu beschreiben, nicht zu betreiben“ – sahen manche Eiswettgenossen zudem einen Widerspruch zur tatsächlichen Verlagspolitik.

Josef Ackermann, gegen dessen Auftritt vor dem Eingang des Congress-Centrums einige Demonstranten protestiert hatten, hatte bis zum späten Abend des Vortags an Verhandlungen der Bundesregierung mit Griechenland teilgenommen. Das Thema Finanzkrise zog sich wie ein roter Faden durch seine Rede. Unmissverständlich trat er für die Zukunft des Euro ein: „Jenseits von Europa gibt es für uns keine erfolgreiche Zukunft.“ Auch einen Vergleich zwischen seinem Heimatland Schweiz und dem Bundesland Bremen hatte er parat: „Beide haben Berge. In der Schweiz sind es die Alpen, in Bremen die Schulden.“

Mehrere Novizen wurden in den Kreis der Eiswett-Genossen aufgenommen. Darunter ist auch der Bremerhavener Schiffbau-Unternehmer Dieter Petram (MWB, Lloyd Werft). Einen starken Auftritt legte Thomas Röwekamp hin. Der Bremerhavener, vor wenigen Wochen als CDU-Landesvorsitzender gescheitert, war bei seiner Premiere als Notarius publicus gleichsam für Volkes Stimme zuständig. Dazu gehören deftige Breitseiten gegen die Landespolitik. Der Christdemokrat Röwekamp meisterte diese Herausforderung geschickt, indem er sich selbst nicht schonte. „Wer hätte gedacht, dass ich mich unter (Eiswett)-Genossen wohler fühle als unter Parteifreunden.“ Auch seine Heimatstadt bedachte er mit Ironie. Die Bewohner dort würden wie Piraten in der Schwesterstadt schon seit 1827 immer wieder penetrant Geld einfordern – und auch erhalten. Dies freute die große Fraktion der Seestädter im Congress-Centrum. Von Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) bis zu Unternehmer Ingo Kramer und Hotelier Piet Rothe genossen zahlreiche Bremerhavener das Fest. So sollte es sein.


Eiswette

Am 6. November 1828 wetteten ein paar Bremer Junggesellen, dass die Weser am 1. Januar 1829 noch offen sei. Als Wettpreis legten sie „einen braunen Kohl mit Zubehör“ fest. Um den Spaß zu steigern, bestimmte man genau, was als „offen“ oder „zu“ gelten sollte: Ein Schneider von 99 Pfund musste mitsamt glühendem Bügeleisen trockenen Fußes über die Weser gehen können. Diese Wette wurde am 12. Januar 1829 zum ersten Mal ausgetragen, später einigte man sich auf den 6. Januar.

Artikel vom 23.01.12 - 12:00 Uhr
| drucken | versenden


Anzeige

Traueranzeigen

Anzeige

Unsere Heimat von oben

Die große Familienserie der NORDSEE-ZEITUNG widmet sich seit dem 2. März 2012 dem Thema „Familienfreundlichkeit“ im Landkreis Cuxhaven. Für jeden Ort und jede Gemeinde erscheinen zur Veröffentlichung aktuelle Luftbilder. Diese Luftbilder können Sie nun auf hochwertigem Fotopapier in unseren Kunden-Centern bestellen. Hier erfahren Sie mehr.

Bad Bederkesa entdecken

Tauchen Sie ein in die neue Panorama-Erlebniswelt.

www.badbederkesa-entdecken.de

Babyseite

In unserer neuen Babyseite finden Sie die Neugeborenen aus Stadt und Land.

zur Babyseite
Anzeige

ePaper

Lesen Sie hier die aktuelle Seite 1

Zeitung

Abo Service
Abonnement
Änderungen

ePaper

Login
Abonnement

Folgen Sie uns



Folgen Sie uns bei facebook


Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

RSS - Bekommen Sie neue Topstorys direkt in den Browser oder den Feedreader geliefert.

Neue Kommentare

  1. Lohmannstraße wird saniert
    24.05. | 5 Kommentare
  2. Energie für die Stromwende
    24.05. | 3 Kommentare
  3. BIS managt den Tunnelbau
    24.05. | 1 Kommentar
  4. Seestadt macht keinen Druck bei Weservertiefung
    24.05. | 2 Kommentare
  5. Zirkustiere und Legehennen als Streitthema
    23.05. | 1 Kommentar
nordholzdorumlangenbad bederkesaschiffdorfbremerhavenloxstedthagenbeverstedt

Veranstaltungen

NZ-Card

Exklusiv für Abonnenten gibt es die NZ-Card. Erfahren Sie hier mehr über die attraktiven Angebote.

zur NZ-Card

Leser werben Leser


Werben Sie einen neuen Abonnenten und Sie bekommen eine attraktive Prämie.

zum Prämienshop

Leserbriefe


Sie wollen einen Leserbrief an die Zeitungsredaktion senden? Das Kontaktformular finden Sie hier.
Anzeige

Kinoprogramm

Börseninformationen

Anzeige

NZ-Nachrichten auf Ihrer Webseite

Individuelle Nachrichtenauswahl - immer aktuell

Wir unterstützen Sie dabei gezielt diejenigen Nachrichten, die für Ihren Internetauftritt interessant sind, ohne viel Aufwand zu integrieren. Dafür haben wir ein Modul entwickelt, das Sie ganz leicht mit wenigen Klicks selbst an Ihre Anforderungen anpassen können.

mehr
Meldungen

Politik und Welt

Premiere: Privater Raumfrachter soll an Raumstation ISS andocken Washington (dpa) - Zum ersten Mal in der Geschichte soll heute ein privater Raumtransporter an die Internationale Raumstation ISS andocken. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa gab grünes Licht für das historische Rendezvous zwischen der ISS und der Raumkapsel «Dragon», nachdem Testmanöver im All gut verlaufen waren. Die letzte Phase der langwierigen Andockprozedur soll um etwa 14 Uhr deutscher Zeit beginnen. Gut drei Stunden später soll «Dragon» dann an der Station befestigt sein. Der Transporter hat rund 500 Kilogramm an Versorgungsgütern für die ISS-Bewohner an Bord. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Mutter von mutmaßlichem Brandstifter darf ausgeliefert werden
Frisch Auf Göppingen gewinnt zum zweiten Mal EHF-Pokal
USA nennen Fortsetzung von Atomgesprächen mit Iran «positiv»

Wirtschaft

Dax nach Berg- und Talfahrt moderat im Plus Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich am Donnerstag etwas von seinem Rücksetzer zur Wochenmitte erholt. Nach einem wechselhaften Handelsverlauf legte der deutsche Leitindex um 0,48 Prozent auf 6315,89 Punkte zu. Seit Jahresanfang ist der Leitindex damit um etwa 7 Prozent vorgerückt. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Griechischen Banken wird mit 18 Milliarden Euro geholfen
Schwache T-Aktie enttäuscht Telekom-Aktionäre
Chemie-Beschäftigte erhalten 4,5 Prozent mehr Geld
Überragend

Sport

Frisch Auf Göppingen gewinnt zum zweiten Mal EHF-Pokal Göppingen (dpa) - Frisch Auf Göppingen hat zum zweiten Mal nacheinander den EHF-Pokal gewonnen. Der Handball-Bundesligist besiegte Dünkirchen HB im Final-Rückspiel mit 34:28 (15:14). Das Hinspiel in Frankreich war 26:26 ausgegangen. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Regen bremst Vettel: Formel 1 ratlos in Monaco
Mensing schwimmt zu 250. deutsches EM-Gold
Heidler siegt mit Weltklasse-Wurf in Ostrau - 78,07 m
Humboldt-Universität

Wissenschaft

Berlin vor München forschungsstärkste deutsche Region Berlin (dpa) - Berlin ist mit seinen Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten zur forschungsstärksten Region Deutschlands aufgestiegen. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Skurrile neue Arten - Vom Fadenwurm bis Spongebob-Pilz
Klimaschützer: Untätigkeit kostet Billionen von Euro
Erderwärmung gefährdet große Meeres-Schildkröten
Roman Lob

Boulevard

Roman Lob: Mit Mütze und Süßigkeiten ins ESC-Finale Baku (dpa) - Roman Lob (21, «Standing Still») tritt beim Finale des Eurovision Song Contest (ESC) in Baku an diesem Samstag auf jeden Fall mit Mütze und nicht mit Kappe auf. Gegen die Nervosität braucht er viele Süßigkeiten, wie der gelernte Industriemechaniker aus Neustadt (Wied) in Rheinland-Pfalz in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa am Donnerstag in Baku sagte. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Halbfinale beim ESC und Festnahmen in Baku
Nicole Kidman und Matthew McConaughey in Cannes
Zac Efron hat eine Schwäche für Nicole Kidman