
Rundum zufrieden ist Reimer Peters, der das „Alex II“-Projekt für die Deutsche Stiftung Sail Training (DSST) als Bauaufsicht begleitet. „Das Seeverhalten ist unheimlich toll. Das Schiff liegt noch besser als erwartet im Wasser“, schwärmt Peters von der Probefahrt in der Deutschen Bucht. „Obgleich das Wasser sehr ruppig war, sind die Bewegungen auch bei 2,50 Meter Wellen angenehm weich gewesen.“ Und die „Alex II“ mache gut Fahrt. „Volle Besegelung konnten wir nicht setzen“, berichtet Peters. „Dann wären wir der alten ‚Alex‘ davongelaufen.“ Über Nacht geankert hatten die beiden Großsegler rund 14 Seemeilen (25,9 Kilometer) von Bremerhaven entfernt auf Fedderwarder Reede. Freitagvormittag liefen die beiden Schiffe dann hintereinander die Weser aufwärts, dem Begrüßungskomitee entgegen.
„Da sind sie“, entfährt es Silke Göltenboth. Sie, das sind die grünen Segel der alten „Alex“. Unter Vollzeug segelt sie am Columbusbahnhof vorbei, dahinter die Neue. Weiße Segel. Ein bisschen blass vor dem grauen Himmel. „Bram- und Royalsegel haben sie nicht gesetzt“, stellt die 29-jährige Lüneburgerin fest. „Rumpf und Rigg passen aber echt super zusammen“, schwärmt sie.
Ein paar Meter weiter hockt Petra Niemeyer im Schneidersitz auf dem Boden und blickt verträumt zu den beiden Großseglern. Als Leichtmatrose hat die Frankfurterin die alte „Alex“ lieben gelernt. Mit der Neuen habe sie am ersten Oktoberwochenende ein Rendezvous, erzählt sie strahlend. Dann hat sie nur noch Augen für die beiden Segler. „Dass die Schlepper den Schiffen zur Begrüßung entgegen fahren, ist ja ganz schön“, findet Peter Böger. „Aber irgendwie sind sie laufend im Weg“, ärgert er sich beim Versuch, „Alex I“ und „Alex II“ gemeinsam auf ein Foto zu bekommen. „Ständig kreuzen sie zwischen den Seglern.“
Richtig Stimmung ist auf der Seebäderkaje. Eine La-Ola-Welle nach der anderen schwappt die Kaje entlang. Und zwischendurch immer wieder rhythmisches Klatschen. Sieben Mal auf die Oberschenkel, sieben Mal in die Hände – und alle machen mit. Auch die, die nicht schon einmal auf der „Alex“ gesegelt sind. Dann fällt ein Böllerschuss auf der „Ubena von Bremen“. Gejohle auf der Kaje. „Klar zum Winken“, kommt erneut das Kommando. Hunderte Arme und Hände gehen hoch. Von der „Alex II“ keine Reaktion. „Winkt wenigstens, wenn Ihr schon nicht tuten könnt“, brüllt eine Frauenstimme gegen den Wind. Wieder Gejohle. Gehört hat die Aufforderung an Bord der „Alex II“ bestimmt niemand. Dafür zeigt sich die neue grüne Lady auf dem Weg zurück zur Kaiserschleuse von allen Seiten. Das Schiff dreht sich einmal um 360 Grad. „Sie zeigt, wie hübsch sie ist“, meint einer zu seiner Nachbarin. „Klar zur Schleuse“, hallt es durch die Menge. Und schon kommt Bewegung in die Schaulustigen.
Auftraggeber: Deutsche Stiftung Sail Training
Bauwerft: Brenn- und Verformtechnik (BVT) Bremen
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