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Radwege: Weg mit dem blauen Schild

Speckenbüttel. Sehr einladend sieht er nicht aus – der Tunnel unter der Eisenbahn im Gandersefeld. Und Radfahrer kommen hier unversehens ins Schlingern, weil sie mehrfach die Fahrspur wechseln müssen. Doch damit soll bald Schluss sein.

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Noch weist das mitten auf dem Radweg montierte blaue Schild den Radfahrern im Gandersefeld die linke Tunnelröhre zu – wer aus dem Speckenbütteler Park kommt, kreuzt also die Fahrbahn der Autos. Sobald das Schild abgebaut ist, bleiben die Radler ihrer Fahrtrichtung treu – also jeweils auf der rechten Seite. Die Autofahrer bekommen dann Gesellschaft. Foto: ls

Von Christoph Barth

Noch führt eine Fahrbahn für Autofahrer und eine für Radfahrer unter den Gleisen hindurch; getrennt sind sie durch eine Leitplanke. Wer mit dem Rad aus dem Speckenbütteler Park Richtung Langen fährt, muss die Fahrspur der Autos sowohl vor dem Tunnel als auch dahinter kreuzen – „eine sehr gefährliche Situation“, meint Christian Peters vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC).

Das sieht inzwischen auch Ordnungsamtsleiter Horst Keipke so. Er hat die Bauverwaltung angewiesen, das blaue Radwegschild vor dem Tunnel abzubauen. Das heißt: Radfahrer nutzen in Zukunft die jeweils rechte Fahrbahn – stadtauswärts die für Autos, stadteinwärts die Ex-Radler-Röhre. Kreuzungsmanöver erübrigen sich.

Geht es nach dem ADFC, sollen alle 64 blauen Radwegschilder in der Stadt verschwinden. „Sie sind rechtswidrig“, sagt Peters. Denn seit der „Fahrradnovelle“ von 1997 sollen Radfahrer grundsätzlich auf der Fahrbahn neben den Autos entlangstrampeln. „Dort sind sie sicherer, weil der Autofahrer sie besser sieht“, sagt Peters.

In Bremerhaven dagegen rumpeln die Radfahrer noch überwiegend über vielfach improvisierte Radwege abseits der Fahrbahn. „Wir werden uns die jetzt nach und nach angucken und entscheiden, ob die Benutzungspflicht aufgehoben werden kann“, kündigt Keipke an. Ohne das blaue Schild ist es den Radfahrern freigestellt, ob sie die Fahrbahn oder den Radweg benutzen.

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Neben dem Fall Gandersefeld hat er auch über die Barkhausenstraße bereits entschieden: Dort teilen sich die Radfahrer zurzeit den Bürgersteig mit den Fußgängern. Sobald das blaue Schild abmontiert ist, müssen die Radfahrer in diesem Fall allerdings auf die Straße – „der Fußweg erfüllt nicht die Mindestmaße für eine gemeinsame Benutzung durch Fußgänger und Radfahrer“, so Keipke.

Die NORDSEE-ZEITUNG stellt Gefahrenstellen für Radfahrer in der Stadt dar.

Auch auf der Barkhausenstraße soll das blaue Radwegschild verschwinden. Dort müssen die Radfahrer dann auf die Fahrbahn – oder in die parallel verlaufende, wenig befahrene Rudloffstraße ausweichen.



Warum steht die Ampel im Weg
Stolperfallen auf dem Radweg
Artikel vom 17.06.09 - 13:00 Uhr
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