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Qualität kommt immer teurer


Bremerhaven/Hamburg. Wer als Verbraucher Qualität will, muss bereit sein, einen angemessenen Preis dafür zu zahlen: Mit dieser Botschaft warteten gestern die Chefs des Bremerhavener Tiefkühlkostherstellers Frosta AG bei der Vorlage der Bilanzzahlen in Hamburg auf. Das Unternehmen hatte 2010 unter stark steigenden Rohstoffkosten und unter dem Preiskampf im Lebensmittelhandel zu leiden. Von Wolfgang Ehrecke


Packung öffnen, Inhalt in die Pfanne schütten, unter Rühren erhitzen: Wem das bei aller Liebe zu Fertiggerichten zu wenig Herausforderung ist, kann künftig zu Frostas „Koch kreativ“-Gerichten greifen: Bei dieser neuen Produktlinie können die Käufer auf Wunsch weitere Zutaten wie Fleisch hinzugeben. „Was benötigt wird, steht immer hinten auf der Packung – alles ist in der Regel im selben Supermarkt erhältlich“, erklärt Frosta-Marketingvorstand Hinnerk Ehlers die Produktidee. Das Ergebnis heißt dann zum Beispiel Lammfilet mit Gemüsepfanne Toskana.

Gerichte dieser Art sollen das Wachstum der Eigenmarke „Frosta“, bei der die Bremerhavener laut selbst verordnetem „Reinheitsgebot“ auf künstliche Zusatzstoffe und Aromen verzichten, weiter befördern. 2010 klappte das gut: „Wir hatten bei ,Frosta‘-Tiefkühlgerichten 13 Prozent Umsatzwachstum und haben unsere Marktführerschaft weiter ausgebaut“, berichtet Ehlers.

Doch damit sind die guten Nachrichten aus der Bilanz 2010 erst einmal zu Ende. Denn unter dem Preisdruck im scharfen Wettbewerb des Lebensmittelhandels hatte das Unternehmen, das neben den „Frosta“-Produkten auch Ware für Discounter produziert, erheblich zu leiden. Hinzu kamen teils enorm gestiegene Beschaffungskosten für die Rohware. „Der Preis für Weizen, die ,Leitwährung‘ unserer Branche, stieg innerhalb eines Jahres von 125 auf 250 Euro pro Tonne, der Preis fürs Kilo Butter stieg von 2,80 auf 4,30 Euro“, zählt Produktionsvorstand Jürgen Marggraf auf. Ergebnis: Die produzierte Menge blieb ungefähr gleich, der Gesamtumsatz der Frosta AG dagegen war erstmals seit sechs Jahren rückläufig. „Daher sind wir verpflichtet und verdammt, die Preise zu erhöhen“, sagt Finanzvorstand Stephan Hinrichs. „Qualität hat seinen Preis, und wir hoffen, dass die Verbraucher mitziehen.“ Denn bei den Zutaten für die „Frosta“-Gerichte zur Kostensenkung auf billigere Ersatzstoffe umzusteigen, würde das saubere Image der wertvollen Marke zerstören. Geplant sind Preisanhebungen um die neun Prozent.

Als Reaktion auf die Atomkatastrophe in Japan hat Frosta eingelagerte Ware messen lassen. „Die Werte nehmen wir zum Maßstab, wenn die aktuellen Fänge in einigen Monaten nach Deutschland kommen“, sagt Produktionsvorstand Marggraf. So soll ausgeschlossen werden, dass radioaktiv verseuchter Fisch verarbeitet wird. Marggraf: „Wir wissen alle nicht, was mit den Fischen seit dem 11. März passiert ist.“

Frosta-Bilanz 2010

Umsatz gesamt: 393 Millionen Euro (2009: 411 Millionen Euro)

Umsatz Ausland: 149 Millionen Euro (2009: 154 Millionen Euro)

Umsatz Kundenmarken: 261 Millionen Euro (274 Millionen Euro)

Bilanzsumme: 225 Millionen Euro (2009: 223 Millionen Euro)

Gewinn vor Steuern: 14,2 Millionen Euro (17,4 Millionen Euro)

Mitarbeiter: 1520 (1614)

Geplante Dividende: 75 Cent pro Aktie (bedarf noch der Zustimmung durch die Hauptversammlung)

Artikel vom 26.03.11 - 07:00 Uhr
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