X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

„Prüfkriterien schwer nachzuvollziehen“

Bremerhaven. Die Pflege-Transparenzvereinbarungen („Pflege-TÜV“) sollen die Suche nach guten Pflegeeinrichtungen erleichtern. Warum es mit der Transparenz bisher nicht sehr weit her ist und worauf es beim Erkunden eines Pflegeplatzes ankommt, erläutert Claudia Pohl, Referentin für ambulante Pflege beim Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe, im Gespräch mit unserem Redakteur Wolfgang Ehrecke.

Seit einem Jahr gibt es den Pflege-TÜV für Heime und ambulante Pflegedienste – welche Aussagekraft haben die Noten für Sie?

Die Pflege-Transparenzvereinbarungen tragen dem Wunsch der Verbraucher nach mehr Informationen Rechnung – aber ob sie ausreichen, ist fraglich.

Warum?

In vielen Punkten ist es für Verbraucher ohne Hintergrundkenntnisse schwer nachzuvollziehen, wie die vergebenen Noten zustande kommen und wie zuverlässig die Prüfkriterien sind.

Können Sie das an einem Beispiel erklären?

Für ambulante Pflegedienste gibt es eine Menge Bewertungskriterien für die ärztlich verordneten pflegerischen Leistungen, etwa zu Blutdruckmessung, Wundversorgung, Kompressionsverbänden und Medikamentengabe. Doch nicht alle Prüfkriterien treffen auf jeden Pflegebedürftigen umfassend zu. So kommen zum Teil Noten durch zu wenige Personen zu Stande. Zum anderen setzt sich eine Bereichsnote nicht immer aus Ergebnissen aller Kriterien zusammen.

Bietet das Notensystem den Angehörigen pflegebedürftiger Menschen die nötige Orientierung bei der Suche nach einem guten Pflegeheim?

Es bietet eine grobe Orientierung – aber keineswegs die Basis, um eine Entscheidung für einen bestimmten Pflegeplatz zu treffen.

Was sollen Angehörige also tun?

Sich auf jeden Fall selbst ein Bild von den Pflegeheimen machen, die im Wohnumfeld in Frage kommen. Die Angehörigen sollten – wenn möglich zusammen mit dem Betroffenen – sich einen Eindruck von der Einrichtung und den Zimmern verschaffen und beobachten, wie die Pflegekräfte mit den Bewohnern umgehen. Wichtig ist, auch mit den Führungskräften zu sprechen. Mit konkreten Fragen, etwa zu Angeboten für die Bewohner und schließlich auch nach einem Kostenvoranschlag, werden die Angehörigen merken, ob diese Einrichtung ihr Vertrauen gewinnen kann.

Verbessert der Pflege-TÜV die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen?

Nein, mit diesem Anspruch würde man das Instrument in der jetzigen Form überbewerten. Es ist ein Informationsportal. Wir haben die Rückmeldung von Pflegekräften bekommen: Unsere Einrichtung hat zwar gute Noten, weil wir unsere Arbeit gut dokumentiert haben, aber unsere eigentliche Arbeit mit den Menschen wurde gar nicht bewertet.

Was muss aus Ihrer Sicht am Prüfkatalog verbessert werden?

Die Bewertung der Pflegeeinrichtungen muss künftig stärker auf Ergebnisse ausgerichtet werden – auf das, was letztlich bei den Patienten ankommt. Das ist auch ein Ergebnis des ersten wissenschaftlichen Evaluationsberichts. Er bemängelt, dass derzeit keine Erhebung von Ergebnis- und Lebensqualität der Pflegebedürftigen erfolgt.

Kritiker des Pflege-TÜVs beanstanden, dass momentan bei der Bewertung Mängel bei der Pflege bettlägeriger Menschen mit nachrangigen Kriterien wie „gut lesbarer Speiseplan“ ausgeglichen werden können.

Das zeigt: Die Gesamtnote besitzt zu wenig Aussagekraft und ist in Frage zu stellen. Viel wichtiger sind die Kriteriumsnoten und Bereichsnoten, also zum Beispiel zu Pflege und medizinischer Versorgung oder Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung. Auf diese sollten Verbraucher achten – und die gute Note für den „schön lesbaren Speiseplan“ ignorieren.

Qualitätsmanagement hin oder her – Experten sagen, in vielen Einrichtungen gebe es ohnehin viel zu wenig Personal, um die Patienten richtig zu versorgen.

In der Tat haben viele Einrichtungen momentan das Problem, qualifizierte Fachkräfte zu finden – es gibt einfach keine. Teilweise können Stellen schon nicht mehr besetzt werden.

Artikel vom 03.09.10 - 07:00 Uhr
| drucken | versenden


Anzeige

Traueranzeigen

Anzeige

Unsere Heimat von oben

Die große Familienserie der NORDSEE-ZEITUNG widmet sich seit dem 2. März 2012 dem Thema „Familienfreundlichkeit“ im Landkreis Cuxhaven. Für jeden Ort und jede Gemeinde erscheinen zur Veröffentlichung aktuelle Luftbilder. Diese Luftbilder können Sie nun auf hochwertigem Fotopapier in unseren Kunden-Centern bestellen. Hier erfahren Sie mehr.

Bad Bederkesa entdecken

Tauchen Sie ein in die neue Panorama-Erlebniswelt.

www.badbederkesa-entdecken.de

Babyseite

In unserer neuen Babyseite finden Sie die Neugeborenen aus Stadt und Land.

zur Babyseite
Anzeige

ePaper

Lesen Sie hier die aktuelle Seite 1

Zeitung

Abo Service
Abonnement
Änderungen

ePaper

Login
Abonnement

Folgen Sie uns



Folgen Sie uns bei facebook


Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

RSS - Bekommen Sie neue Topstorys direkt in den Browser oder den Feedreader geliefert.
nordholzdorumlangenbad bederkesaschiffdorfbremerhavenloxstedthagenbeverstedt

Veranstaltungen

NZ-Card

Exklusiv für Abonnenten gibt es die NZ-Card. Erfahren Sie hier mehr über die attraktiven Angebote.

zur NZ-Card

Leser werben Leser


Werben Sie einen neuen Abonnenten und Sie bekommen eine attraktive Prämie.

zum Prämienshop

Leserbriefe


Sie wollen einen Leserbrief an die Zeitungsredaktion senden? Das Kontaktformular finden Sie hier.
Anzeige

Kinoprogramm

Börseninformationen

Anzeige

NZ-Nachrichten auf Ihrer Webseite

Individuelle Nachrichtenauswahl - immer aktuell

Wir unterstützen Sie dabei gezielt diejenigen Nachrichten, die für Ihren Internetauftritt interessant sind, ohne viel Aufwand zu integrieren. Dafür haben wir ein Modul entwickelt, das Sie ganz leicht mit wenigen Klicks selbst an Ihre Anforderungen anpassen können.

mehr
Meldungen

Politik und Welt

Deutschland bietet Entsorgung von indischem Giftmüll aus Bhopal an Neu Delhi (dpa) - Mehr als 27 Jahre nach der Industriekatastrophe von Bhopal will Deutschland 350 Tonnen Giftmüll in die Bundesrepublik bringen und entsorgen. Das sei Teil des Angebots der deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, sagte der zuständige indische Minister. Die GIZ äußerte sich zurückhaltender. «Wir sind im Gespräch, aber ein Auftrag liegt uns noch nicht vor», sagte GIZ-Sprecher Hans Stehling. Schätzungen gehen davon aus, dass unmittelbar nach der Katastrophe 8000 Menschen zu Tode kamen. Mehr als 15 000 weitere starben an Spätfolgen. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Vereidigung von Bundesumweltminister Altmaier
NRW-CDU will Kandidatenfrage für Parteivorsitz klären
Feuer auf amerikanischem Atom-U-Boot - Reaktor nicht betroffen
Facebook-Aktie

Wirtschaft

Facebook-Börsengang im Zwielicht: Anleger klagen New York (dpa) - Der verpatzte Börsenstart von Facebook gerät zur Farce: Einige Anleger glauben, dass sie vom Unternehmen und den beteiligten Banken abgezockt wurden. Auch der Börsenbetreiber Nasdaq steht unter Beschuss. Die Rede ist von Mauscheleien und groben Pannen. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Quo vadis Schlecker: Investor oder Zerschlagung?
Euro auf 22-Monatstief - Weiterer Absturz droht
SAP rechtfertigt Cloud-Milliardenzukauf als Riesenchance
Rasanter Besuch

Sport

Löw gibt Vollgas: Ausscheidungsrennen läuft Tourrettes (dpa) - Es war eine schöne Abwechslung, dass die Formel-1-Stars Schumacher und Rosberg mit Podolski und Co. über Südfrankreichs Straßen rasten. Bundestrainer Löw interessiert nur eins: Wie bringt er seine EM-Spieler weiter in Topform? Und welches Quartett streicht er? weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Schwimm-EM: Gold für Biedermann, Silber für Steffen
Platini: «Philipp Lahm hat von mir nichts zu fordern»
Rekordversuch in Monaco: Formel 1 als Glücksspiel
Finnwal

Wissenschaft

Neues Organ bei Walen entdeckt London/Washington (dpa) - Ein kleines Organ hilft den riesigen Furchenwalen beim Fressen. Forscher aus Kanada und den USA entdeckten das etwa pampelmusengroße Organ im Unterkiefer der Wale. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Erderwärmung gefährdet große Meeres-Schildkröten
Raubsaurier aus der Jurazeit gefunden
Laternen verändern die Insektengemeinschaft am Boden
Hochzeit

Boulevard

Bushido und Anna-Maria Lagerblom haben geheiratet Berlin (dpa) - Romantischer Rüpel-Rapper: Ganz bürgerlich hat Bushido (33) am Mittwoch geheiratet. Er gab Anna-Maria Lagerblom, der jüngeren Schwester von Sängerin Sarah Connor, in Berlin das Jawort. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Pete Doherty will nicht früh aufstehen
Kristen Stewart und Kylie Minogue in Cannes
Drei Preise für Neumeier-Ballett «Liliom» in Moskau