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„Polarstern“ ist am Nordpol angekommen

Bremerhaven. Nördlicher geht es nicht: Am Montag hat der Forschungseisbrecher „Polarstern“ des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (Awi) in der Helmholtz-Gemeinschaft den nördlichsten Punkt der Erde erreicht. Ziel der Expedition ist es, Veränderungen am Nordpol zu dokumentieren. 55 Wissenschaftler aus sechs Ländern untersuchen an Bord unter anderem das Wasser, Eis und in der Luft durch.

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Ganz im Norden angekommen: Der 118 Meter lange Eisbrecher „Polarstern“ fährt derzeit durch das Eismeer am Nordpol. Foto Awi

Erwärmung der Arktis

Die Erwärmung der Arktis und die damit verbundenen Veränderungen im Wärme- und Gasaustausch zwischen Ozean, Meereis und Atmosphäre sind das übergeordnete Thema der Untersuchungen. Die Wissenschaftler erforschen die Eisdicke, das Alter dieser Schicht und mögliche Veränderungen. Satellitenmessungen liefern zusätzliche Informationen. Die Meeresströmungen, die Wasser mit dem Atlantik und dem Pazifik austauschen, werden ebenso untersucht.

Außerdem verfolgen die Forscher den Weg von Organismen, wie Algen, von der Wasseroberfläche zum Meeresgrund in mehreren tausend Metern Tiefe. Kleinstalgen sind die Basis für das Nahrungssystem im Nordpolarmeer. Die Biologen bestimmen Arten und Anzahl der Algen sowie der kleinen und großen Tiere. Die Reste der abgestorbenen Algen, die am Meeresboden landen, werden ebenso untersucht.

Aus diesen Ablagerungen lassen sich Rückschlüsse ziehen, wie die Lebensbedingungen in der Erdgeschichte waren. Denn die sogenannten Sedimente und die darin enthaltenen Tier- und Pflanzenreste sind bis zu mehrere Millionen Jahre alt.

Um die Klimageschichte bessern nachvollziehen zu können, untersuchen zusätzlich Chemiker, Physiker und Ozeanographen die Umweltbedingungen des heutigen Ozeans. Sie ziehen Rückschlüsse, wie schnell organische Substanz umgewandelt und durch veränderte Strömungsbedingungen verlagert wird. „Der Norden des kanadischen Sektors der Arktis gehört wegen des dichten Packeises nach wie vor zu den am wenigsten erforschten Regionen der Erde“, berichtet Professorin Ursula Schauer, Ozeanographin und wissenschaftliche Leiterin der Exkursion

Der Eisbrecher nimmt nach den Untersuchungen am Nordpol und anschließend im Kanadischen Becken Kurs Richtung Sibirische See. Die „Polarstern“ wird am 7. Oktober in ihrem Heimathafen Bremerhaven zurückerwartet. (nz)

Artikel vom 23.08.11 - 16:00 Uhr
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