„Das will ich gerne noch in dieser Saison erreichen“, sagte der Peruaner lange nach Mitternacht nach der Partie gegen Hertha BSC Berlin, als er die Dopingprobe abgeliefert und sich danach frisch gemacht hatte.
Frisch und fröhlich hatten seine Kameraden zuvor die Spielstätte verlassen, mit der Erkenntnis, dass Werder doch noch gewinnen kann. Die Bremer taten sich allerdings auch gegen das Schlusslicht sehr schwer und zeigten in den 90 Minuten vielleicht ein halbes Dutzend jener schönen Kombinationen, die das Bremer Spiel so auszeichnete. Der Rest war Kampf.
„Unsere Zweikampfwerte waren besser“, sagte Peter Niemeyer, der für Borowski von Beginn an ins Spiel kam, aber nach einer Stunde schon wieder gehen musste. So viel besser waren die Werte im Vergleich zur Niederlage in Mönchengladbach auch nicht. Waren es dort 45 Prozent gewonnener Duelle, so ging die Skala gegen Hertha auf 49 Prozent hoch.
Kein Grund also, die Beine hochzulegen oder bei der Grün-Weißen-Nacht, dem traditionellen Ball des SV Werder, über die Stränge zu schlagen. Thomas Schaaf hatte für den Sonntagmorgen bereits wieder Training angesetzt. Dass es viel zu verbessern gibt, hat schließlich jeder im Spiel gegen die Berliner gesehen.
Nach dem Erfolg gegen Hertha, der die Gemüter in und um den Verein dennoch beruhigt hat, stehen nun wieder Pokalaufgaben auf dem Programm.
„Wir haben jetzt nur noch Endspiele“, sagte Clemens Fritz. Und: „Wir waren in der vergangenen Saison in zwei Endspielen, da wollen wir auch in diesem Jahr wieder hin.“
Morgen schon heißt im Viertelfinale im DFB-Pokal der Gegner 1899 Hoffenheim. Dabei muss sich Werder besser präsentieren als gegen Hertha BSC, und es dürfte auch kaum ein Vorteil sein, dass bei den Hoffenheimern Andreas Beck und Chinedu Obasi fehlen werden, die sich verletzt haben. Im vergangenen Jahr retteten sich die Bremer mit dem Pokalsieg in die internationalen Wettbewerbe, und in diesem Jahr sind die Bremer gut beraten, in den Pokalwettbewerben erneut alles zu geben. In der Liga dürfte es noch dauern, bis die Formkurve deutlich nach oben geht.
Vielleicht hilft bis dahin auch Claudio Pizarro, der in den bisherigen Partien bei Union Berlin (5:0) noch nicht dabei war, gegen St. Pauli (2:1) nur eine halbe Stunde spielte und beim 3:0 gegen Kaiserslautern verletzt war.
„Man weiß bei Claudio, dass er da ist, wenn es nötig ist“, charakterisierte Thomas Schaaf seinen Angreifer. Noch kann er sich auf Pizarro verlassen
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