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Pinguins verschenken eine 3:0-Führung


Hannover. Böse Bescherung in Hannover: Obwohl die Fischtown Pinguins nach einer halben Stunde schon mit 3:0 führten, haben sie auf fast unerklärliche Weise noch mit 4:5 nach Verlängerung verloren. Von Jens Wilke


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Nur in der ersten halben Stunde waren die Pinguins einen Schritt voraus, das bessere Ende hatten dann die Hannover Indians für sich. Foto Zwing

Dabei war die Stimmung am Pferdeturm lange mau. Erst in der 20. Minute brandet das erste Mal Applaus auf – nicht für ein Tor der Indians, sondern als Anfeuerung für eine handfeste Keilerei zwischen Markus Gleich und Pinguins-Kapitän Alexander Janzen.

Die Bremerhavener traten nach drei Siegen in Folge mit breiter Brust an. Und dann schossen die Mannen von Trainer Gunnar Leidborg auch noch die frühe Führung: Gleich die erste Überzahlmöglichkeit nutzte Andrei Teljukin zum 1:0. Sein Schlagschuss „durch die Hosenträger“ von Thomas Ower war sein fünfter Saisontreffer.

In der Folgezeit spielten die Pinguins im Stile einer Heimmannschaft, standen defensiv gut und sorgten nach vorne immer wieder für Gefahr. So fiel auch das 2:0, erneut in Überzahl, und erneut war Teljukin beteiligt: Mark Kosick (18.) fälschte dessen Schuss entscheidend ab.

Im zweiten Drittel tauschte Leidborg die Torhüter: Marko Suvelo hatte schon beim Warmmachen einen Schuss an die Achillessehne bekommen und konnte nun nicht mehr weiterspielen. Für ihn kam Sebastian Staudt.

Die Indians erhöhten die Schlagzahl und setzten ihren Körper mehr ein, hatten jedoch wie im ersten Durchgang wenig Glück mit ihren Angriffen. Wie man effektiv vor des Gegners Tor agiert, zeigten dagegen zur Mitte der Partie die Pinguine. Mit seinem ersten Versuch scheiterte Siarhei Stas noch, in der Wiederholung machte er es besser und traf zum 3:0 für Bremerhaven. Das war die Vorentscheidung – hätte man denken können, doch Hannover schöpfte neuen Mut, als Indians-Urgestein Jamie Chamberlain in der 39. Minute das 1:3 gelang. Teljukin saß zu dem Zeitpunkt auf dem Sünderbänkchen.

Dieses Tor muss wohl die Geister am Pferdeturm geweckt haben. Wie verwandelt kamen die Hausherren aus der Kabine, und ein Geniestreich von Fraser Clair (51.) weckte endgültig die Kulisse auf. Er spielte einfach den Puck auf den Rücken von Staudt, von dort landete er in den Maschen. Als nur drei Minuten später Sven Gerbig den Ausgleich markierte, gleich das Eisstadion einem Hexenkessel.

Die Pinguins wussten nicht, wie ihnen geschah. Und es kam noch schlimmer: Drei Minuten vor der Schlusssirene traf Ryan McDonough im Powerplay von der blauen Linie zur Führung für Hannover. 15 Sekunden vor dem Ende glich Kevin Saurette zum 4:4 aus – wieder ein Tor in Überzahl. In der Verlängerung verdarb Peter Baumgartner mit einem Gewaltschuss den Bremerhavenern endgültig die Feststimmung.

Für die Pinguins geht es schon am Zweiten Weihnachtstag (16 Uhr) weiter: Im Heimspiel gegen Riessersee wollen sie Wiedergutmachung betreiben.

Artikel vom 24.12.11 - 07:00 Uhr
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