
Obwohl der Sieg der Eispiraten verdient war, hätten sich die Pinguins fast noch einen Punkt erkämpft. Bis drei Minuten vor Schluss lagen sie 1:4 zurück und nichts deutete darauf hin, dass dieses Spiel noch eine Wende nehmen könnte. Dann trafen Kevin Saurette (57.) und Sergej Janzen (58.) und plötzlich schwammen die Gastgeber.
Es wurden ganz heiße zweieinhalb Minuten, in denen die Pinguins massiv auf den Ausgleich drückten, am Ende noch mit dem sechsten Feldspieler anstelle von Torhüter Marko Suvelo. Chancen waren auch da, aber der Ausgleich fiel nicht mehr. Er wäre auch nicht verdient gewesen. Die Pinguins rutschen durch die Niederlage in der Tabelle auf Platz drei hinter Heilbronn ab. „Wir sind im Moment nicht in der Lage, so gut zu spielen wie am Anfang der Saison“, resümierte Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg. „Da haben wir vielleicht zu hohe Erwartungen geweckt.“
Die 4000 Zuschauer im Sahnpark – darunter auch eine große Delegation aus Bremerhaven – sorgten für eine prächtige Stimmung, die die Pinguins offenbar einschüchterte. Die Abwehr, in der Felix Thomas (krank) und Vitalij Janke (verletzt) fehlten, schwamm mehrfach. Die vielen verletzungsbedingten Ausfälle der vergangenen Wochen – in denen auch noch alle drei Tage ein Spiel anstand – machen sich allmählich bemerkbar. Die Pinguins gehen auf dem Zahnfleisch.
Schon nach 67 Sekunden lagen die Pinguins durch einen Treffer von Thomas Pielmeier zurück. Und es brannte weiter vor dem eigenen Tor. Trainer Gunnar Leidborg nahm schon nach drei Minuten eine Auszeit, doch zunächst kam seine Mannschaft nicht ins Spiel. Erst als in der 7. Minute Stanislav Fatyka bei 4 gegen 4 aus kurzer Distanz zum 1:1 traf, kamen sie in die Partie, die danach ausgeglichener war. Chancen gab es nun auf beiden Seiten. Carlo Grünn, der allein auf Suvelo zufuhr, und Marco Schütz hatten die besten für die Gastgeber. Auf Seiten der Pinguins hatten Chris Stanley und Jan Kopecky die Chance zum zweiten Treffer.
Ein vermeintlicher Vorteil verkehrte sich im Mitteldrittel zum Gegenteil für die Pinguins. In eigener Überzahl verloren sie im Aufbau den Puck (Leidborg: „Ein Weihnachtsgeschenk“), Troy Schwab vernaschte Suvelo und die Eispiraten führten durch das Unterzahl-Tor 2:1 (23.). Doch damit nicht genug. Kaum waren die Gastgeber wieder komplett, traf André Schietzold gegen die völlig unsortierte Pinguins-Abwehr zum 3:1 (25.).
Überhaupt war auf beiden Seiten die Abwehrarbeit eher dürftig. Es gab eine Vielzahl von Schüssen, die Gastgeber brachten die Scheiben aber viel gefährlicher aufs Tor. So hatte alleine Schwab noch zwei große Konterchancen, aber beide Male blieb Suvelo Sieger. „Wir lassen viel zu viele solcher Alleingänge zu. Das kann nicht sein“, schimpfte Pinguins-Trainer Leidborg.
Die Zwei-Tore-Führung der Gastgeber nach dem zweiten Drittel war verdient. Als dann nach fünf Minuten im Schlussabschnitt auch noch das 4:1 fiel, schien alles gelaufen. Die Fans waren schon im Siegesstimmung, die Gastgeber wollten die restliche Spielzeit locker herunterspielen. Bis der Doppelschlag der Pinguins nochmal für Hochspannung sorgte. Auch wenn es nicht mehr zum Ausgleich reichte, kann diese Schlussphase Ansporn für das letzte Spiel des Jahres am Freitag in der Eisarena gegen Bietigheim sein. (lb)
Crimmitschau – Pinguins 4:3 (1:1, 2:0, 1:2)
Pinguins: Tor: Suvelo (Staudt); Abwehr: Teljukin, Fatyka – Hucko, Slaton – Willaschek, Petermann; Angriff: P. Beck, Kosick, Kopecky – S. Janzen, Stanley, Saurette – Verelst, Gunkel, Kreuzer – Schlicht, A. Janzen, Litesov.
Tore: 0:1 (1:07) Pielmeier (Grünn, Goulet); 1:1 (6:47) Fatyka (Saurette, Stanley); 2:1 (22:07) Schwab (Keith, Goulet) bei 4/5; 3:1 (24:06) Schietzold (H. Albrecht, Gruber); 4:1 (44:48) Schütz (Pietsch, Schwab); 4:2 (56:21) Saurette (Kosick, S. Janzen); 4:3 (57:39) S. Janzen (Kosick, Saurette).
Strafzeiten: Eispiraten: 8 Min. – Pinguins: 12 Min. + 10 Gunkel
Schiedsrichter: Florian Zehetleitner (Oberstdorf) – Zuschauer: 4002
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