
Ein gutes Gefühl hatten die Eisbären-Fans nicht, als Martin am Sonnabend im ersten Viertel des Spiels gegen Bayern München in der Bremer ÖVB-Arena Richtung Bank humpelte und die mitreißende Leistung seiner Teamgefährten beim 73:71-Sieg fortan von außen betrachten musste. Gestern ist aus der bösen Vorahnung Gewissheit geworden: Die Kernspintomografie zeigte einen Riss im Außenmeniskus des rechten Knies. Martin soll heute in der Seepark-Klinik in Debstedt operiert werden.
Wie lange der Leistungsträger den Eisbären fehlen wird, lässt sich zurzeit kaum abschätzen. „Wir müssen davon ausgehen, dass das bis zu acht Wochen dauern kann“, sagt Jan Rathjen. Für den Eisbären-Manager ist die Hiobsbotschaft von Martins Verletzung nach dem Hochgefühl des Wochenendes, als 9780 Zuschauer in Bremen den Sieg gegen das Bayern-Starensemble sehen wollten, ein echter Stimmungskiller. „Es ist natürlich ein Problem für uns, Torrells Ausfall über mehrere Wochen zu verkraften“, erklärt Rathjen.
Der ohnehin nicht üppig bestückte Kader von Doug Spradley ist durch Martins Knieverletzung weiter geschrumpft. Dem Eisbären-Trainer stehen nur noch acht erfahrene Spieler zur Verfügung, dazu kommen die Jungprofis Anthony Canty und Maurice Pluskota sowie Dominique Johnson aus dem eigenen Nachwuchs – viel passieren darf da nicht mehr. Angesichts des Pensums in den nächsten Wochen – bis Mitte Januar stehen sechs Partien auf dem Programm – könnten die Eisbären eine Verstärkung gut gebrauchen. Zumal mit Martin nicht irgendein Spieler fehlt, sondern der zweitbeste Scorer (12,1 Punkte im Schnitt) und beste Rebounder (5,4 im Schnitt).
Kompliziert wird die Situation dadurch, dass sich die Eisbären-Verantwortlichen zunächst um eine andere Personalie kümmern wollten. Nach dem Heimspiel gegen die EWE Baskets Oldenburg am 2. Januar läuft der befristete Vertrag von Anthony Smith aus – eine Tendenz, ob der Ex-Gießener bis zum Saisonende bleiben darf, gibt es laut Rathjen noch nicht. „Anthony hat uns in einigen Spielen, zum Beispiel gegen Gießen und in Quakenbrück, sehr geholfen und hängt sich in der Verteidigung immer rein“, zählt Rathjen einige Pluspunkte für den Flügelspieler auf. Daneben sei Smith aber auch in einigen Spielen offensiv abgetaucht – in Braunschweig und gegen die Bayern warf der 25-Jährige jeweils nur zwei Punkte.
Klar ist, dass die Planstelle von Smith nach dem 2. Januar nicht gestrichen wird – sein Vertrag wird entweder verlängert oder ein Neuzugang kommt. Im Falle des verletzten Kapitäns Martin hängt es von den Finanzen ab, ob Ersatz verpflichtet wird. „Wir werden keinen Spieler holen, den wir nicht bezahlen können“, sagt Rathjen. „Fakt ist, dass unsere Mittel begrenzt sind.“ Neben den wirtschaftlichen Zwängen sieht der Eisbären-Manager jedoch die sportliche Seite: „Wir sind nicht so blauäugig zu glauben, dass es in den nächsten Spielen wie gegen die Bayern auch ohne Torrell klappen wird.“ (dir)
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