
Die Pinguins beenden damit die Hauptrunde in der Zweiten Eishockey-Bundesliga auf Platz drei und treffen im Playoff-Viertelfinale auf Dresden.
Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg hatte eine simple Erklärung für die tolle Serie seiner Mannschaft: „Erfolg ist geil. Er motiviert und gibt Energie. Wir müssen unseren Lauf nutzen, so lange es geht.“
Am 15. März ist die nächste Gelegenheit im ersten Playoff-Spiel gegen Dresden. Es ist ein Heimspiel, da dürfte es wieder voll werden, so wie gestern bei der ausverkauften Premiere. Mit 4250 Zuschauern war die Partie gegen die Indians das bestbesuchte Eishockey-Spiel aller Zeiten in Bremerhaven. Die Fans feierten ihre Mannschaft und die neue Eiszeit in Bremerhaven. „Wenn wir so weitermachen, können wir in den Playoffs weit kommen“, sagte Premieren-Torschütze Carsten Gosdeck. Sein Kollege Alexander Janzen sah es ähnlich: „Jeder spielt für jeden, und alle Sturmreihen sind gefährlich. Das macht uns so stark.“
Schon zwei Stunden vor dem ersten Bully begann das Vorprogramm mit Bambini-Spiel, Ansprachen von DEB-Präsident Uwe Harnos und Oberbürgermeister Melf Grantz, Zaubershow und Live-Musik. Nachdem Pinguins-Geschäftsführer Hans-Werner Busch die Fans begrüßt hatte und die Mannschaft durch einen überdimensionalen Pinguin eingelaufen war, flog mit 20 Minuten Verspätung endlich der Puck das erste Mal aufs Eis, und man war fast froh, dass es bei allem Premieren-Fieber doch nur ein stinknormales Eishockey-Spiel war. Sechs gegen sechs, 60 Minuten lang. Und so ein Eishockey-Spiel kann ganz schön zäh sein. Hannover wollte keineswegs der artige Sparringspartner zur Eröffnung sein und kämpfte um die Chance aufs Heimrecht in den Pre-Playoffs. Das ganz schnelle Passspiel bekamen die Pinguins zunächst nicht hin, beide Mannschaften hatten zudem einige Probleme mit dem neuen Eis. So blieb das Anfangsdrittel torlos.
Das Premieren-Tor in der Eisarena erzielte einer, der sich anscheinend auf die geschichtsträchtigen Treffer spezialisiert hat. Carsten Gosdeck hatte den letzten Treffer im alten Stadion erzielt, und er war auch der erste, der in der neuen Arena jubeln durfte. In Überzahl schüttelte er in der 23. Minute erst seinen Gegenspieler ab und dann den Linienrichter, der im Weg stand. Sein Schuss war gewohnt knallhart. Ein wenig legte sich das Premieren-Fieber, der zweite Treffer von Sergej Janzen (30.) war verdient. Einen Querpass seines Bruders Alexander drosch Janzen ins Netz.
Die Gäste kamen durch ein Powerplay-Tor von Alexej Dimitriev heran, der einen Schuss von Mike Schreiber abfälschte. Zu Beginn des Schlussabschnitts musste Marko Suvelo zweimal zupacken, um den Ausgleich zu verhindern. Als dann aber Patrik Hucko (45.) zum 3:1 getroffen hatte, war der Widerstand gebrochen. Die Pinguins spielten es locker zu Ende, Alexander Janzen, Konstantin Firsanov und Marcel Ohmann boten den Fans sogar noch ein wenig Spektakel, als sie zeigten, dass Boxen eine Teildisziplin des Eishockeys ist.
Immer wieder standen die Fans auf und applaudierten der Mannschaft. Standing Ovations noch während die Premiere läuft, davon kann ein Schauspieler nur träumen. Für die Pinguins-Profis war es freudige Realität.
Trainer Leidborg war hochzufrieden: „Am Anfang waren alle unsicher, aber wir sind Wechsel für Wechsel besser ins Spiel gekommen. Ich bin stolz, dass wir bei all dem Drumherum konzentriert geblieben sind.“
Tore: 1:0 (22:58) Gosdeck (Self) bei 5/4; 2:0 (29:45) Sergej Janzen (Alexander Janzen, Litesov); 2:1 (32:41) Alexej Dmitriev (Schreiber, Richardson) bei 5/4; 3:1 (44:03) Hucko (Stanley, Dejdar).
Strafzeiten: Pinguins: 14 Minuten – Indians: 12 Minuten
Schiedsrichter: Franz-Josef Trainer (Bad Aibling)
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