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Niemals einen Puck aufgeben


Bremerhaven. Ein besonders großes Ego scheint Kevin Saurette nicht zu besitzen. Wenn man mit dem Neuzugang der Fischtown Pinguins über Eishockey spricht, verliert er jedenfalls kein Wort über persönliche Ziele. Viele Tore? Sind ihm egal. Viel Eiszeit? So viel der Trainer ihm gibt. „Nur der Erfolg der Mannschaft zählt“, sagt der Kanadier. Von Lars Brockbalz


Saurette ist Stürmer, aber keiner, der das Tor um jeden Preis machen will. „Ich bin ein Zwei-Wege-Spieler“, sagt der 31-Jährige. „Natürlich spiele ich gerne offensiv, aber ich versuche immer, hart nach hinten zu arbeiten.“

Keinen Puck aufgeben, das ist sein Motto. Damit wurde er bei den Eispiraten Crimmitschau zum Publikumsliebling, das will er auch bei den Fischtown Pinguins beherzigen. „Wenn du hart arbeitest, passieren gute Dinge“, meint der neue Mann mit der Nummer 11.

Vier Sätze reichen um zu verstehen, warum die Pinguins den Kanadier unbedingt haben wollten. Er ist einer, für den der Mannschaftserfolg über alles geht. Im „Paket“ mit Mark Kosick wechselte Saurette im Sommer aus Crimmitschau an die Unterweser. „Das war ganz lustig. Wir haben beide unabhängig voneinander ein Angebot von den Pinguins bekommen. Als wir das gemerkt haben, wollten wir unbedingt zusammen nach Bremerhaven wechseln. Wir verstehen uns gut, unsere Frauen sind gut befreundet – das macht den Neuanfang viel leichter“, sagt Saurette.

Der Außenstürmer soll mit Kosick als Mittelstürmer spielen, dazu ist Carsten Gosdeck als dritter Mann eingeplant. „Mark ist ein guter Passgeber, ich mag es zu passen und zu schießen und Carsten wird der ,Shooter‘ sein. Das ist ein guter Mix.“

Saurette hat mit drei Jahren das Schlittschuhlaufen gelernt, daheim auf den unzählbaren Eisflächen in Winnipeg in der Provinz Manitoba, aus der schon so viele gute Eishockeyspieler nach Bremerhaven kamen. „Irgendwann ging es in den Verein dann zu den Profis – und bis heute habe ich einfach nicht mehr aufgehört“, erzählt Saurette und lacht. Eine typische kanadische Eishockey-Karriere, und auch seine Hobbys passen in dieses Schema: Golfen und Angeln. „Angeln gehört in Manitoba einfach dazu. Jeder fährt im Sommer an den See“, erzählt der Kanadier, der inzwischen aber auch Spaß am deutschen Fußball gefunden hat: „Ich war am ersten Bundesliga-Spieltag zum ersten mal im Stadion. Wir haben Werders Sieg gegen Kaiserslautern gesehen. Tolles Spiel, tolle Atmosphäre.“

Seit drei Jahren spielt Saurette in Deutschland, zunächst ein Jahr in Kaufbeuren in der Oberliga, dann zwei Jahre in Crimmitschau. „Das war eine gute Zeit, aber wir haben immer in der Abstiegsrunde gespielt. Jetzt will ich oben spielen“, begründet der 31-Jährige seinen Wechsel. Inzwischen hat er sich an das europäische Eishockey gewöhnt. „Im ersten Jahr saß ich endlos auf der Strafbank“, schmunzelt der Kanadier, „hier wird körperloser gespielt.“

„Verdammt viel Regen“

Seit Ende Juli lebt Saurette mit seiner Frau Sarah in Bremerhaven, und trotz des vielen Trainings hat er die Stadt schon ein wenig erkunden können. „Mich hat überrascht, wie groß Bremerhaven ist“, erzählt er, „die Innenstadt, der Hafen – es ist eine richtige Großstadt, anders als Kaufbeuren und Crimmitschau.“ Nur an eines muss er sich noch gewöhnen, sagt Saurette, und dieses Problem hat mit fast jedem Spieler gemeinsam, der neu zu den Pinguins gekommen ist: „Ihr habt verdammt viel Regen hier oben.“

Neu bei den Pinguins

In unserer Serie stellen wir am Dienstag Jan Kopecky vor.


Artikel vom 25.08.11 - 12:00 Uhr
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