Leider werden die meisten Gottesdienste und ähnliche Angebote der Kirchen immer weniger angenommen. Viele Menschen haben einfach keine Lust, am Sonntagmorgen um halb neun aus dem Bett zu steigen und von zehn bis elf Uhr die harte Kirchenbank zu drücken. Und so bleiben viele Gotteshäuser leer.
Doch wie sorgt man dafür, dass nach dem regelmäßigen Kirchengang nicht auch noch der Glaube anfängt auszusterben? Wie bringt man den Menschen die Bibel wieder näher und versucht, ihre Lehren weiterzugeben?
Ich denke, eine Antwort auf diese Fragen kann Kunst sein. In vielen kirchlichen Einrichtungen in Bremerhaven hat man inzwischen erkannt, dass Ausstellungen und Konzerte die Menschen eher anlocken, als Predigen und Gebete. So findet beispielsweise am nächsten Sonnabend, 2. April, um 12 Uhr in der Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche ein Orgelkonzert statt, und noch bis zum 20. April kann eine Ausstellung von Schmiedearbeiten in der Pauluskirche besichtigt werden.
Unmittelbar mit dem Glauben verbunden sind auch Oratorienkonzerte, Passionen, Messen und Kindermusicals mit biblischem Hintergrund. Kürzlich haben rund vierzig Kinder und Jugendliche in der Christuskirche Bremerhaven ein solches aufgeführt. Der Titel „Es ist vollbracht“ ließ schon erahnen, dass es inhaltlich um die Kreuzigung von Jesus Christus ging.
Angetan mit langen, verschiedenfarbigen Gewändern und begleitet von schmissigen Jazz-Melodien sowie der heutigen Zeit angepassten Textpassagen wie zum Beispiel „Kauft Tücher für nur 2,99 Euro“, brachten die Darsteller den großen und kleinen Zuhörern den Hintergrund des Osterfestes näher. Den kennen nämlich leider nicht alle ganz genau.
Diejenigen, die sich mit der Jazzmusik nicht anfreunden können, haben in verschiedenen Gemeinden in der Umgebung die Möglichkeit, sich andere Interpretationen und Umsetzungen der Geschichte zu Gemüte zu führen. Unter anderem wird Johann Sebastian Bachs Werk, die „Matthäus-Passion“, am Sonntag, 10. April, in der Christuskirche zu hören sein.
Allerdings kann man schon im Vorfeld sagen, dass die Sänger dort weder Tücher für 2,99 Euro Euro kaufen, noch Jesus so eindrucksvoll ans Kreuz nageln werden, wie in der Kinderversion. Vielleicht ist das auch ganz gut so, denn für die Hauptdarstellerin war es anstrengend, die Arme so lange anzuheben. Da die Matthäus-Passion um einiges länger ist, als das Musical, hätte der „Jesus“ diese Pose sicher nicht lange genug ausgehalten.
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