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"Mir brennen auch mal die Sicherungen durch"

Bremerhaven/Hamburg. Christian Rach ist in aller Munde. Der Hamburger Sternekoch führt mehrere Restaurants, schreibt Kochbücher und begeistert regelmäßig bis zu sieben Millionen RTL-Zuschauer als Restauranttester, der von der Pleite bedrohte Gastronomen vor dem Ruin rettet. Über sein neues Buch und die am Montag beginnende vierte Staffel seiner Sendung sprach Rach mit unserem Redakteur Mark Schröder.  

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Diesen Blick fürchten Gastronomen: Starkoch Christian Rach nimmt als "Rach, der Restauranttester" nie ein Blatt vor den Mund, um bedrohte Läden vor dem Ruin zu retten. Foto: RTL

NZ: In Ihrem neuen „Gästebuch“, das am Dienstag erscheint, führen Sie den Lesern nicht nur den Kochlöffel, sondern geben auch Tipps, wie man sich als guter Gastgeber zu verhalten hat. Haben die deutschen Hobbyköche diese Nachhilfe nötig?

Rach: Teilweise ja, denn wir Deutschen haben immer das Bestreben, perfekt sein zu wollen. Das trifft auch auf die Rolle als Gastgeber zu. Ich sage aber, hier ist ein bisschen weniger mehr. Gastfreundschaft hat nichts mit Perfektionismus zu tun. Ein guter Gastgeber darf ruhig einmal improvisieren.

NZ: Gibt es in Ihrem Buch Rezepte, die es Ihnen besonders angetan haben?

Rach: Da gibt es ganz viele Rezepte. Uns kam es vor allem darauf an, nicht ganz alltägliche Situationen zu beschreiben, etwa einen Umzug, ein Erntedankfest oder Omas 85. Geburtstag. Ich denke, dafür haben wir jede Menge tolle Tipps und Rezepte zusammengestellt.

NZ: Stimmt es, dass bei der Produktion des Buches auch ehemalige Teilnehmer ihrer TV-Sendung „Rach, der Restauranttester“ geholfen haben?

Rach: Das ist richtig. Meine Idee war, Leute, die mit Lust und Liebe dabei sind, die inzwischen wieder erfolgreich sind, mit ins Boot zu holen. Das hat enorm viel Spaß gemacht.

NZ: Gibt es besonders positive Fälle von Gastronomen, die mit Ihrer Hilfe durchgestartet sind?

Rach: Ja, es gibt wirklich viele, die richtig gut dastehen. Die „Blaue Ente“ in Berlin oder der „Entenjakob“ in Brühl fallen mir ein, genauso die „Eis-Heidi“ in Güstrow, die in der Sendung so cool rüberkam und jetzt sehr erfolgreich arbeitet. Das ist aber nur eine kleine Auswahl von Leuten, die mich für die neue Staffel der Sendung natürlich enorm motiviert haben.

NZ: Am Montag starten die neuen Folgen von „Rach, der Restauranttester“ auf RTL. Haben Sie Ihr Erfolgsrezept geändert oder setzen Sie auf die bewährten Zutaten?

Rach: Die bewährte Zutat der Sendung ist ja gerade, dass es kein Drehbuch und kein Rezept gibt, mit dem man jedem dieser bedrohten Läden helfen kann. Es kann immer nur individuelle Lösungen geben, die ich jeweils vor Ort finden muss. Daran wird sich auch in der neuen Staffel nichts ändern.

NZ: Es gibt ähnliche TV-Formate wie „Einsatz in vier Wänden“, die auf der Suche nach guten Quoten immer mehr die soziale Not der Teilnehmer in den Mittelpunkt rücken. Folgen auch Sie diesem Trend?

Rach: Nein, da muss niemand Angst haben. Ich folge keinem Trend, sondern setze lieber auf Inhalte. Wir möchten keine öffentliche Seelenwäscherei, auch wenn es in der neuen Staffel schon mal heiß herging und mir kurz die Sicherungen durchgebrannt sind.

NZ: Geärgert haben sich im Frühjahr viele Fans Ihrer Sendung, weil RTL mehrfach und ohne Hinweis alte Folgen in die aktuelle Staffel einbaute. Wird sich das wiederholen?

Rach: Das war in der Tat mehr als unglücklich. Ich kann nicht für den Sender sprechen, aber ich denke, dass sich so etwas in der neuen Staffel nicht wiederholen wird. (Auf Nachfrage teilte RTL mit, dass die neuen Folgen von „Rach, der Restauranttester“ nicht von Wiederholungen unterbrochen werden sollen.)

Artikel vom 13.09.09 - 13:13 Uhr
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