Zwischen 2000 und 2008 stieg die Leiharbeit in Bremerhaven um knapp 200 Prozent auf rund 2100 Beschäftigte. Zudem arbeiteten im vergangenen Jahr 8206 Minijobber in der Seestadt. Das sind etwa 15 Prozent mehr als zur Jahrtausendwende. Ähnlich sieht es bei der Teilzeit aus: Dort waren 11 Prozent mehr Bremerhavener beschäftigt als vor acht Jahren.
Seit dem Jahr 2000 erhöhte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt um 2,2 Prozent auf 45 924. Die Vollzeitbeschäftigung stieg hingegen lediglich um 0,4 Prozent.
„Dies ist der wesentliche Makel“, sagt Dr. Hans-L. Endl, Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer. „Der Beschäftigungsaufbau vollzog sich vor allem im Bereich des ,flexiblen’ – soll heißen: prekären – Arbeitsmarktes. Wir dürfen über die dringend notwendige Regulierung der Finanzmärkte nicht vergessen, dass wir auch einen anderen Markt neu regeln müssen – den Arbeitsmarkt.“ Für die Arbeitnehmer bedeuteten Jobs ohne langfristige Perspektive oft weniger soziale Absicherung, niedrigere Verdienste und fehlende planbare Perspektiven.
Annähernd doppelt so viele Frauen wie Männer sind Minijobber, knapp 80 Prozent der Leiharbeitnehmer sind männlich. Der Anteil der Leiharbeitnehmer an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt bei 4,6 Prozent. Zwei Drittel der Leiharbeitnehmer gehören zu der Altersgruppe der 25- bis 49-Jährigen.
„Die Anzahl der qualifizierten Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor nimmt zu“, sagt Jan Erik Farke von der Arbeitnehmerkammer. Rund 70 Prozent der Niedriglöhner in Deutschland verfügten über eine Berufsausbildung, rund 8 Prozent sogar über einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss. „Da die Verdienste geringer als bei Vollzeitjobs sind, spielen Minijobs, Teilzeit- und Leiharbeit bei der zunehmenden Armutsquote eine entscheidende Rolle“, so Farke weiter.
