
Wer glaubt, dass der 2,11 Meter lange Deutsch-Amerikaner einen Labrador, eine Dogge oder einen anderen Vierbeiner in stattlicher Größe besitzt, irrt. „Dixon ist ein Chihuahua.“
Der fühlt sich nicht nur in Wersabe, sondern auch in Bremerhaven pudelwohl. Hier verstärkt sein Herrchen ab dieser Saison das Basketball-Bundesligateam der Eisbären. Der Center, der zuvor in Göttingen und Oldenburg gespielt hat, lebt sich gerade an der Weser ein. Am Bürgerpark hat er mit seiner Frau Ashley eine schöne Wohnung bezogen, idealer Ausgangspunkt für Spaziergänge mit dem Hund. „Meine Frau sucht jetzt noch einen Job – dann ist alles perfekt.“
McNaughton war schon ein Jahr zuvor ein Wunschkandidat von Trainer Doug Spradley. Doch da entschied sich der gebürtige Nürnberger mit dem einmaligen amerikanisch-fränkischen Akzent für die EWE Baskets. „Im Nachhinein ist man immer schlauer“, gesteht der Basketballer vielsagend. „Ich bin froh, dass das Interesse der Eisbären immer noch da war.“
Sein eigenes Interesse am Basketball wurde spät geweckt. Der Sohn einer deutschen Krankenschwester und eines US-Soldaten war absoluter Fußball-Fan. Er kickte jeden Tag, ist bis heute Fan des 1. FC Nürnberg. „Das war eine verrückte Zeit“, schwärmt er, „40 000 Zuschauer beim Regionalliga-Spiel gegen den Lokalrivalen Fürth.“ Doch dann redeten seine Schulkameraden auf ihn ein, mit zum Basketball kommen, denn groß war er von klein auf an. „Irgendwann bin ich dann mal mit zum Training, da war ich so 14 Jahre alt.“ Zwei Jahre später gab er den Fußball auf und konzentrierte sich auf Basketball. Sein jüngerer, mit 2,16 Meter noch längerer Bruder und seine Schwester ließen sich ebenfalls infizieren. Heute spielen sie aber nicht mehr. „Die beiden studieren.“
McNaughton ging nach dem Abitur in die USA. Hier studierte er am College Elektroingenieurswesen, spielte erfolgreich Basketball und lernte seine Frau kennen – eine rundum positive Zeit. Bis heute hat er noch guten Kontakt zu seinem damaligen Trainer. Dieser will ihm auch beruflich helfen, wenn seine Basketball-Karriere zu Ende geht.
Denn für die Zeit danach plant McNaughton, als Elektroingenieur zu arbeiten, „auch wenn mir die Praxis fehlt“. Er könne sich aber auch vorstellen, noch zu studieren und einen Master draufzusetzen. So wie es heute aussieht, wird er dann in die USA gehen. „Das ist mit meiner Frau so abgemacht. In den letzten fünf Jahren musste sie mit mir fünf Mal umziehen. Danach darf sie entscheiden“, sagt der sympathische Hüne lachend.
Doch ans Ende der Karriere denkt bisher keiner. In Bremerhaven will er sich voll einbringen. „Es bringt viel Spaß, es ist eine tolle Truppe mit vielen lustigen Typen.“ In der Vorbereitung sei man immer besser geworden, der Turniersieg in Bonn sei ein großer Schritt nach vorn gewesen, „aber bei der Videoanalyse im Bus haben wir gesehen, dass da noch so viele kleine Fehler sind und noch so viel Potenzial in uns schlummert“. Also werden sie weiter trainieren und viel miteinander reden.
An diesem Tag aber ist trainingsfrei. Christopher und Ashley McNaughton wollen in Cuxhaven ans Meer. Viel Auslauf für den kleinen „Dixon“.
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