
„Ich hoffe, dass ich nach dem Allstar-Wochenende am 21. Januar wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann“, meint der 26-jährige Amerikaner. Das sind ehrgeizige Ziele, die der Mann mit der Nummer 12 auf dem Trikot nach seinem Außenmeniskusschaden hat. Das letzte Wort haben ohnehin die Ärzte, wie es Physiotherapeut Nils Minkwitz sagt.
Er lässt Martin bei den Reha-Übungen leiden. „Mensch, stell dich nicht so an“, raunzt er Martin lachend an, als er das Bein in der Seitenstellung nach oben bewegt. Martins Atem kommt stoßweise, die Anstrengung ist auch zu hören. „Da musst du durch“, sagt Minkwitz, dem im Mannschaftskreis der Eisbären der Ruf vorauseilt, ein harter Hund zu sein. Dabei ist der Kapitän erst am Anfang der Reha. „Das Knie darf noch nicht belastet werden, das wird noch einige Zeit dauern“, sagt Minkwitz, der Martin und die anderen Spieler in seiner Praxis im Outfit behandelt
Aber, so fügt er hinzu, „die Muskulatur bildet sich ganz schnell zurück. Also muss Torrell etwas tun.“ Das gilt zurzeit nicht so sehr für das lädierte Bein, eher für die anderen Muskelgruppen, die sich am austrainierten Körper des Amerikaners so befinden: die Arme, Schultern, Rückenpartie, Bauchmuskeln – einfach alle.
Martin weiß, was die Stunde geschlagen hat. Denn solange ist es noch gar nicht her, dass er bei Minkwitz in Behandlung gewesen ist. In der vergangenen Saison setzte den Flügelspieler ein komplizierter Bruch des Fingers wochenlang außer Gefecht. Nur 22 der insgesamt 37 Spiele absolvierte der Publikumsliebling.
Jetzt hofft er, nicht wieder 12 Hauptrundenbegegnungen zu verpassen. „Ich habe das Gefühl, dass mich die Mannschaft braucht. Ich will wieder spielen, möglichst schnell“, sagt er. Mit der Mannschaft hat er noch viel vor. „Championship“ (Meisterschaft) kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen. Das ist Martins großes Ziel. Nicht Playoffs, nein Meisterschaft.
Klar gebe es die Mannschaften wie Bamberg, Berlin, Oldenburg, Bayern München, die alle so viel mehr Geld hätten als die Eisbären. „Aber wir können mithalten. Das haben wir schließlich schon gezeigt. ALBA haben wir geschlagen, Bayern München auch“, meint der 26-Jährige. Gegen Bayern hätten die Eisbären eine starke Endphase gehabt, „da waren wir schlau und der Trainer hat in der Endphase gute Entscheidungen getroffen“.
Das einzige, was seinem Team noch fehle, sei die Konstanz. Die ist nach Martins Ansicht nicht gegeben. Dabei ist er durchaus selbstkritisch. „Auch bei mir lief es zwischendrin einige Spiele nicht so berauschend“, gibt der mit 12,1 Punkten pro Spiel zweitbeste Werfer der Bremerhavener zu. Einsicht, so heißt es, ist der erste Schritt zur Besserung. Das hat sich bei Martin mal wieder bewahrheitet.
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