
1:2 liegen die Pinguins jetzt nur noch zurück, und damit ist auch sicher: Nach Spiel vier in Dresden am Dienstag gibt es am Freitag in der Eisarena auf jeden Fall ein weiteres Heimspiel für die Pinguins.
Die Pinguins trieben die Eislöwen phasenweise übers Eis, machten sie müde, zwangen sie zu Fehlern und Fouls und nutzten diesmal auch die Überzahl – und zwar gleich bei fünf Treffern.
Alle in der Eisarena wollten gestern unbedingt in die Serie zurückkommen, die Männer in den schwarz-rot-weißen Trikots auf dem Eis ebenso wie die 3150 Fans auf den Rängen. Vom ersten Bully an herrschte eine Auf-geht’s-Stimmung, die die Pinguins antrieb. Sie beherrschten das Spiel komplett. Ein Konter und ein Schuss bei Überzahl, das war im ersten Abschnitt alles, was die Eislöwen zu bieten hatten.
Ganz anders die Pinguins: Angriff um Angriff trugen sie vor, diesmal schneller und präziser als zuletzt – und damit viel gefährlicher. Ein halbes Dutzend Mal zeichnete sich Dresdens Torhüter Pasi Häkkinen zu Beginn aus, zweimal aber musste er hinter sich greifen. Beide Pinguins-Tore fielen in Überzahl. Beim 1:0 (6.) zog Carsten Gosdeck so hart ab, dass Häkkinen die Scheibe nicht festhalten konnte. Gerrit Fauser staubte ab. Das 2:0 (13.) erzielte Kurtz. Sein Flachschuss war weniger hart, doch er rutschte durch die vielen Beine vor dem Dresdener Tor hindurch ins Netz.
„Wir sind drin in der Serie, aber eigentlich schon seit Freitag. Das war das gleiche Bild wie beim Spiel in Dresden, nur dass wir diesmal die Tore geschossen haben“, analysierte Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg.
Ein überragend aufspielender Brad Self sorgte dafür, dass die Pinguins die Führung im Mittelabschnitt ausbauten. Wenn er auf dem Eis war, brannte es. Bezeichnend die Szene vor dem 3:0, als Self in Überzahl Gosdeck in aller Ruhe anzeigte, wo der sich hinstellen soll. Der tat wie gewünscht, bekam den Pass von Self und schoss ein (29.). Auch das 4:0 bei doppelter Überzahl durch Patrik Hucko bereitete Self mit guter Übersicht vor, Hucko nahm den Pass direkt (34.).
Robin Sochan verkürzte mit einem Hammer unter die Latte auf 1:4 (39.), Dresden aber nahm sich selbst mit einer schmutzigen Aktion den Schwung zum Drittelende. Der gestern hyper-aggressive Marc St. Jean zettelte eine Schlägerei mit Chris Leinweber an und schlug auch noch auf den Pinguins-Verteidiger ein, als der schon wehrlos auf dem Eis lag. Der Eislöwe bekam dafür eine Spieldauer-Strafe, womit Leidborg nicht einverstanden war: „Wenn das keine Matchstrafe war, was denn dann?“ Leinweber konnte nicht weiterspielen; er musste ins Krankenhaus und wird wohl morgen mit Gehirnerschütterung ausfallen, ebenso wie Alexander Janzen, der sich in der gleichen Szene verletzt hatte.
Als wieder Eishockey gespielt wurde, schlugen die Pinguins noch zweimal zu. Self belohnte sich für seine Top-Leistung mit dem fünften Überzahl-Treffer zum 5:1 (44.), Gosdeck erzielte das 6:1 mit einem Schlenzer unter die Latte. Der letzte Treffer war kein Überzahl-Tor – Dresden war seit vier Sekunden komplett.
Wenn die Pinguins die Energie mit nach Dresden nehmen und ausnutzen, dass sich die Top-Reihe der Eislöwen bei den vielen Unterzahl-Situationen müde lief, könnte die Serie schon morgen Abend 2:2 stehen.
Tore: 1:0 (5:51) Fauser (Gosdeck, Slaton) bei 5/4; 2:0 (12:33) Kurtz (Leinweber, Stanley) bei 5/4; 3:0 (28:45) Gosdeck (Self, Hucko) bei 5/4; 4:0 (33:18) Hucko (Self, Gosdeck) bei 5/3; 4:1 (38:51) Sochan (ohne Assist); 5:1 (43:49) Self (Hucko, Gosdeck) bei 5/4; 6:1 (49:35) Gosdeck (Hucko, Slaton).
Strafzeiten: Pinguins: 14 Min. + 10 Suvelo und Ohmann – Eislöwen: 22 Min. + 5 plus SPD St. Jean
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