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Licht für Internet und Kernfusion

von Till Mundzeck
HAMBURG. Licht wie jenes des Lasers kommt in der Natur nicht vor. Bereits Einstein sagte die im völligen Gleichtakt schwingenden Wellen vorher, inzwischen schneiden Laser schwere Stahlplatten und erleuchten kleinste Details im Inneren einzelner Zellen. Vor 50 Jahren wurde der erste Laser der Öffentlichkeit präsentiert.


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Künstlerische Dimension: Mit einem „Feuerwerk“ aus Laserstrahlen wurde im Jahr 2007 ein Konzert des Berliner Kammerorchesters begleitet. Fotos dpa

Ein halbes Jahrhundert nach seiner Erfindung soll der Laser das Sonnenfeuer auf Erden entzünden. Das US-Energieministerium hat dazu den stärksten Laser der Welt gebaut: die National Ignition Facility (NIF). Aufgeteilt auf 192 Strahlen soll das Laserlicht dort ein pfefferkorngroßes Beryllium-Kügelchen so stark erhitzen und zusammenpressen, dass in seinem Inneren wie im Zentrum der Sonne Wasserstoff zu Helium verschmilzt. Die ersten Testläufe ohne Fusionsbrennstoff waren bereits erfolgreich.

Die NIF ist einer der jüngsten Meilensteine der erstaunlichenKarriere des Lasers: Als der erste Laser am 16. Mai 1960 der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde, belächelten ihn viele noch als „Lösung auf der Suche nach einem Problem“. Kaum jemand wusste so recht, wozu dieses – fraglos einzigartige – Licht praktisch zu gebrauchen sein sollte. Seitdem hat sich der Laser zu einer Art Universalwerkzeug entwickelt und ist aus Forschung, Industrie und Alltag nicht mehr wegzudenken.

Für Mensch und Maschine

„Mit Lasern kann man im Grunde alles machen“, sagt der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik in Dresden, Eckhard Beyer. Laser schneiden Metallteile für Autos und Flugzeuge, schweißen Materialien zusammen, transportieren Telefongespräche und Internetdaten, lesen Strichcodes an der Supermarktkasse, spielen Musik im CD-Player, zerstören Tumore und richten Hornhäute. Forscher wollen mit dem besonderen Licht gezielt Blitze und Regenwolken vom Himmel schießen oder chemische Reaktionen filmen.

Die herausragende Eigenschaft von Laserlicht ist seine sogenannte Kohärenz, das heißt, alle Lichtwellen schwingen im Gleichtakt und verstärken sich dadurch gegenseitig. „Das ist etwas, was in der Natur praktisch nicht vorkommt“, sagt der Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, Wolfgang Sandner.

Dass es möglich wird, die Laserfusion zu erforschen, ist der technischen Evolution des Lasers in den vergangenen fünf Jahrzehnten zu verdanken. „Nach 50 Jahren würde man eigentlich vermuten, dass eine solche Technologie durch etwas Besseres ersetzt wird“, sagt Sandner. Tatsächlich haben verschiedene Lasertypen ihre Zeit hinter sich: Die in den 70ern in der Medizin verbreiteten Farbstofflaser sind heute fast verschwunden. „Die technischen Inkarnationen kommen und gehen“, sagt Sandner, „aber das Laserprinzip hat sich als unendlich erfolgreich entpuppt.“

So sind auch die ersten Versuche an der NIF vielversprechend. Läuft alles planmäßig, könnte Ende 2010 oder Anfang 2011 die erste echte Fusion zünden. Die Beryllium-Kügelchen werden dazu mit einem winzigen Spritzer der schweren Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium gefüllt. Die 192 Laserstrahlen sollen die Kapsel so schnell aufheizen, dass sie explodiert und das Deuterium-Tritium-Gemisch nach innen katapultiert. Der Brennstoff wird dabei heißer und dichter als im Zentrum der Sonne und verschmilzt zu Helium.

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In der Industrie werden mithilfe von Werkzeuglasern beispielsweise Metallteile verschweißt.
Artikel vom 17.05.10 - 11:14 Uhr
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