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Lena haut den Raab um

Köln. Dass Stefan Raab derart ins Schwärmen gerät, hätte wohl niemand erwartet. „Das war echt der Hammer, das war sehr, sehr berührend“, flötete der TV-Entertainer mit dem Bulldoggencharme. „Du bist ein Chamäleon, eine Gazelle, eine Nachtigall, ein Wolpertinger.“ Das angebetete „Mischwesen“ ist die 18-jährige Lena Meyer-Landrut aus Hannover, Finalistin im Vorentscheid zum Eurovision Song Contest.

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Die braunhaarige Schülerin mit den rehbraunen Augen hat es Raab angetan – und nicht nur ihm. Wenn sie in der Castingshow „Unser Star für Oslo“ auf die Bühne tritt, dann gehe das mal weg von den glattgebügelten Performances (Vorführungen), die man überall habe, sagte Jurymitglied Barbara Schöneberger: „Das ist ein bisschen Nora Tschirner, Björk. Ich habe auch Bewegungen von Joe Cocker erkannt. Das ist alles zusammen spitze.“

Das finden auch Lenas fast 13 000 Fans im Online-Netzwerk Facebook. „Deine Musik und die Art und Weise wie du jeden Song durch Individualität verzauberst, ist der absolute Hit! Wir brauchen viel mehr solcher Künstler“, schreibt ein Nutzer auf ihrer Fanseite. Sie wollen fast alle „ihre“ Lena beim Eurovision Song Contest in Oslo sehen und unterstützen sie im Netz mit entsprechenden Sprüchen wie „Lenale ohhoooo... Lenale ohoohooo...“.

Außergewöhnlich wie sie selbst ist auch ihr Musikgeschmack. Zu ihren Lieblingstiteln gehören unter anderem Adele mit „My Same“, Jack Johnsons „Better Together“ oder „Again“ von The Bird and the Bee. Dagegen würde „Après-Ski-Musik“ nicht in ihrem CD-Spieler landen, wie sie in ihrem Eintrag auf der Show-Website erklärt.

„Ein bisschen Freude“

Sich selbst beschreibt die 18-Jährige, die nie Gesangsunterricht hatte, als einen Menschen, der versucht, bei trister Stimmung den Menschen ein bisschen Freude zu bringen. „Und jetzt so vielen Menschen Freude zu bringen, vielleicht eine Minute, ist doch gut“, sagte sie noch vor ihrem Auftritt im Halbfinale. Schon im April will sie ihr Abitur machen – da liegt in den kommenden Wochen vermutlich mehr Arbeit als Freude vor ihr.

Einzige verbliebene Konkurrentin um das Ticket nach Oslo ist Jennifer Braun, 18-jährige Schülerin aus Hessen. Die beiden Gesangstalente setzten sich am Dienstagabend im Halbfinale durch und treten morgen Abend im Ersten gegeneinander an. Dann steht fest, wer Deutschland am 29. Mai beim Eurovision Song Contest vertreten wird. Der beständige Misserfolg der vergangenen Jahre hatte zu einer neuen Form der Kandidatensuche und zur „ungewöhnlichsten Allianz in der Geschichte des Fernsehens“ (O-Ton Raab) geführt: Die ARD und der Privatsender ProSieben machten sich gemeinsam auf die Suche nach einem Kandidaten, der endlich mal wieder Chancen auf die volle Punktzahl – „Germany: twelve points“ – hat. (rn)

Artikel vom 11.03.10 - 12:00 Uhr
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