
Und trotzdem: Ganz chancenlos sehen sich die Eisbären, die gestern wegen einer defekten Heizungsanlage nicht im Trainings-Centrum in Weddewarden trainieren konnten und zwangsweise eine Pause einlegen mussten, nicht. Trotz der Verletzung von Kapitän Torrell Martin (fällt lange mit Außenmeniskus-Riss aus) nicht, trotz der Tatsache nicht, dass die Bamberger am Donnerstagabend durch die 68:82-Niederlage gegen Zalgiris Kaunas so gut wie raus sind in der Europaleague. Auch Spradley hat sich dieses Spiel angesehen, Vor- oder Nachteile sieht er durch das Aus aber nicht für seine Mannschaft.
„Nach der Niederlage ist es schwer, dort zu spielen, bei einem Sieg wäre es ebenso schwer gewesen“, sagt er. Vielleicht bekommen die Bremerhavener die Wut des Meisters zu spüren, der so dicht vor der Runde der letzten 16 gestanden hat, vielleicht sind die Fleming-Schützlinge noch mit dem Kaunas-Spiel beschäftigt. „Das spielt alles keine Rolle. Bamberg ist die derzeit beste deutsche Mannschaft, wir sind dort klarer Außenseiter“, so der Coach.
Der Ausfall von Martin wiegt schwer, aber die Mannschaft hat beim Sieg gegen Bayern gezeigt, dass sie es auch ohne ihren zweitbesten Werfer kann. „Dann müssen sich die anderen Jungs eben noch etwas mehr reinhängen“, sagt Spradley. Gemeint sind damit Terrell Everett sowie die beiden Smith’, Mike und Anthony. Everett und Mike Smith spielten stark, Namensvetter Anthony war nur in der Verteidigung gut.
Im Angriff hatte der Ex-Gießener (nur 2 Punkte) erneut Ladehemmung. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Bisher ist der 25-Jährige, dessen Vertrag am 6. Januar 2012 ausläuft, offensiv einiges schuldig geblieben. Aber das ist nicht der Hauptgrund dafür, dass sein Verbleib in Bremerhaven am seidenen Faden hängt. Smith selber würde gerne bleiben: „Mir und meiner Familie gefällt es gut.“
Rein wirtschaftlich lässt sich die Vertragsverlängerung mit dem Amerikaner für Eisbären-Geschäftsführer Jan Rathjen derzeit ebenso wenig darstellen wie der Wunsch des Trainers, einen Ersatz für Torrell Martin zu holen. „Beides ist zurzeit nicht machbar. Dafür fehlt uns schlichtweg das Geld“, so Rathjen. Doug Spradley hätte vielleicht gerne einen Neuen, doch auch er weiß, dass man nichts übers Knie brechen kann. „Wenn kein Geld da ist, kann auch keins ausgegeben werden“, sagt der Coach.
Sportlich wäre das für die Eisbären, die im Rennen um einen Playoff-Platz gut unterwegs sind, zwar bitter, aber die sportliche Schwächung müssten sie akzeptieren. „Nicht schön, aber nicht zu ändern“, sagt Spradley knapp.
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