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Kritik an Wildtieren in der Manege


Lehe. Europas größter reisende Zirkus macht in Bremerhaven auf dem Wilhelm-Kaisen-Platz Station. Doch das Spektakel mit Clown, Artisten und Tieren sorgt nicht bei allen Bremerhavenern für Freude. Unbekannte haben die Plakate des Circus Krone überklebt. Der Bremerhavener Tierschutzverein bezeichnet Wildtiere in der Manege als Tierquälerei. Von Nina Dobratz


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Das 32-jährige Nashorn Tsavo bringt drei Tonnen auf die Waage. Es tritt in Europas größtem reisenden Zoo zwei Mal pro Tag auf.

Der weiße Löwe King Tonga und der Elefantenbulle Colonel Joe sind die tierischen Stars im Circus Krone. Gemeinsam mit etwa 250 weiteren Tieren und 400 Mitarbeitern sorgen sie für Unterhaltung. Doch gerade das bringt Tierschützer gegen sie auf, sie mahnen mit geklebten Botschaften auf den Zirkus-Werbeplakaten: Wildtiere haben in der Manege nichts zu suchen. Und sie geben sich als Aktivisten der Tierschutzorganisation Peta aus.

Doch die distanziert sich von der Aktion. Das Peta-Logo könne im Internet heruntergeladen werden. Allerdings: „Ich habe Verständnis für diejenigen, die ihren Protest auf diesem Weg zeigen“, sagt Carola Schmitt von Peta.

Verständnisvoll ist Peta auch gegenüber den Aktivisten in Aurich, wo der Circus Krone Anfang Juli gastiert hatte und ebenfalls Werbeschilder überklebt wurden. Circus Krone wehrt sich. „Wir haben Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt erstattet“, sagt Zirkus-Sprecher Frank J. Keller.

Zirkusse mit Wildtieren stehen immer wieder in der Kritik. Berlins Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) will zum Beispiel die Hauptstadt für Zirkusse sperren, die Elefanten, Tiger und Co. in ihrer Manege zeigen. Keller sieht dem gelassen entgegen. Solche Vorstöße seien irrelevant. „Das kriegt die Senatorin nicht durch“, ist der Zirkus-Sprecher überzeugt. Die Stadt Chemnitz habe bereits zwei Mal versucht, Zirkusse mit Wildtieren aus der Stadt zu verbannen. „Wir haben beide Male prozessiert und beide Male gewonnen“, sagt Keller, der kein Verständnis für Tierrechtler hat, die er „Tier-Mafia“ nennt.

Seine Kollegin Dr. Susanne Matzenau ergänzt: „Wir sind ein offenes Haus. Jeder Gast kann sich mit eigenen Augen und Ohren von der Tierhaltung überzeugen.“ Sie hofft, dass sich die Gäste nicht von den Aktionen beeinflussen lassen und dennoch zum Beispiel heute um 15.30 Uhr in die Premiere kommen.

Genau das wünscht sich hingegen Karin Mendel vom Tierschutzverein nicht: „Wildtiere im Zirkus sind abartig. Das ist Tierquälerei.“ Sie setzt nun auf den Gesetzgeber, der die Regelungen verschärfen solle. Noch sind Wildtiere laut dem Tierschutzgesetz in Zirkussen erlaubt.

Gegen die Auflagen habe der Circus Krone nicht verstoßen, beteuert Keller. Dem Veterinäramt des Landes Bremen sei das ebenfalls nicht bekannt. In größeren Zirkussen gebe es selten Verstöße, sagt Petra Kodré, Sprecherin der Gesundheitsbehörde: „Die haben grundsätzlich bessere Bedingungen als kleinere Zirkusse. Dort sind oft die Futtervorräte nicht ausreichend, Stallungen zu klein und der Auslauf zu gering.“ Dennoch werde auch der Circus Krone in der Seestadt kontrolliert, so sieht es das Gesetz vor: Pro Gastspiel ist eine Prüfung vom Amtsveterinär Pflicht.

Peta

Der Verein Peta ist mit zwei Millionen Unterstützern die weltweit größte Tierrechtsorganisation. Ziel ist es, durch Aufdecken von Tierquälerei und Aufklärung die Lebensweise von Tieren zu verbessern.

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Der weiße Löwe King Tonga ist einer der Stars im Zirkus. Er frisst zusammen mit den sieben anderen Raubkatzen 1000 Kilo Fleisch pro Woche.
Artikel vom 23.07.10 - 16:00 Uhr
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