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Kosten-Bremse für Gaszähler

Grundgebühr plus Verbrauchspreis, Verträge mit und ohne Vorauskasse, spezielle Online-Rabatte: Bei den Tarifen der rund 1800 Strom- und Gasanbieter fällt vielen Kunden der Durchblick schwer. Als Lotsen im Tarifdschungel empfehlen sich Internetportale, die Preisübersichten konkurrierender Anbieter erstellen und auch Wechselformalitäten übernehmen. Von Sascha Meyer

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Der Gasverbrauch lässt sich nicht immer senken – die Kosten für Gas schon. Tarifrechner im Internet helfen beim Anbieterwechsel. Foto dpa

Wer betreibt Vergleichsportale?

Das 1998 gegründete Portal Verivox beschäftigt etwa 200 Menschen in Heidelberg und Berlin. Mehrheitseigner ist der britische Finanzinvestor Oakley Capital. Beim Konkurrenten Toptarif (70 Beschäftigte) ging kurz nach dem Auftakt 2007 die Beteiligungstochter der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck als Mehrheitseigner an Bord.

Wie arbeiten die Portale?

Für ihre Marktübersichten pflegen die Portale Datenbanken mit Tausenden Tarifangaben von mehreren Hundert Versorgern. So können Verbraucher kostenlos über die Postleitzahl nach Angeboten an ihrem Wohnort suchen, Preise vergleichen – und sich teilweise online als künftige Kunden anmelden. Mit diesen Versorgern – bei Verivox sind es rund 60 Stromfirmen – haben Portale Kooperationsverträge und bekommen für jeden vermittelten Abschluss eine Provision.

Wie verdienen die Portale Geld?

Die Provisionen der „Partnerunternehmen“ sind die wichtigste Einnahmequelle der Webseiten. Dies habe aber keinen Einfluss darauf, welcher Anbieter im Tarifvergleich auftauche und an welcher Stelle er stehe, betonen sowohl Verivox als auch Toptarif. Ein kleinerer Teil der Erlöse kommt über Online-Werbung oder Marktforschungsanalysen herein.

Wie wechselfreudig sind die Verbraucher?

Politiker ermuntern Kunden regelmäßig bei neuen Preisrunden, Wahlmöglichkeiten zu nutzen. Seit der Liberalisierung des Energiemarkts 1998 hätten bei Strom 60 Prozent und bei Gas 23 Prozent der Privathaushalte zu anderen Produkten ihres Anbieters oder ganz den Anbieter gewechselt, so der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Mehrmalige Wechsel gelten noch als selten. Schwer durchschaubare Tarife seien eine Wechselbremse, kritisiert Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher. Da seien Vergleichsportale nützlich, aber eher „ein Notnagel“, bis es endlich übersichtliche und klar vergleichbare Tarife gebe.

Artikel vom 08.04.10 - 19:30 Uhr
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