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Komische Bilanz gegen Ulm


Bremerhaven. Was den Sport anbelangt, ist Doug Spradley, Cheftrainer der Eisbären Bremerhaven, abergläubisch. Das ist bekannt. Einen Augenblick hält er inne vor dem Pressegespräch. Dann nimmt er den rechten Stuhl. „Der andere hat mir letztes Mal kein Glück gebracht“, sagt er schmunzelnd. Letztes Mal, das liegt zwei Wochen zurück. Da verlor seine Mannschaft in der Basketball-Bundesliga ausgerechnet gegen Schlusslicht Tübingen. Gegen ratiopharm Ulm soll sich das am Sonntag um 16 Uhr in der Stadthalle nicht wiederholen. VON OLIVER RIEMANN


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Terrell Everett ist einer der Akteure bei den Eisbären, der in den vergangenen Spielen weit unter seinen Möglichkeiten blieb. Gegen die starken Ulmer müssen aber gerade von der Bank wichtige Impulse kommen. Foto eer

Abergläubisch ist er also, auf Bilanzen gibt er hingegen nichts. Auch nicht darauf, dass der Ausgang der Partien zwischen den Eisbären und Ulm eine eher seltene Bilanz aufweisen. Zehn Vergleiche gab es zwischen beiden Klubs in der BBL, beide Teams haben je fünf Siege auf ihrem Konto. Soweit ist das alles noch normal. Nicht der Norm entspricht jedoch, dass die Eisbären vier der fünf Vergleiche in ihrem Käfig verloren haben, aber in Ulm vier Siege gefeiert haben. „Das ist mir egal“, sagt Spradley, für ihn zähle nur das nächste Spiel.

Da trifft er mit seinen Jungs auf einen Ehemaligen, mit dem er in Paderborn vier Jahre zusammen gearbeitet hatte und den er auch nach Bremerhaven lotste: Steve Esterkamp. Der war in Paderborn sein verlängerter Arm auf dem Feld, sollte dies auch in Bremerhaven werden. Aber es kam alles anders. Esterkamp war anderthalb Jahre hier, absolvierte wegen seiner Knieverletzungen aber kein einziges Spiel. Jetzt, nach dem Umweg über den Zweitligisten Essen, hat er wieder Fuß gefasst in der BBL.

„Mich freut es für Steve, dass sein Knie hält. Er ist ein guter Spieler, sonst hätte ich ihn nicht nach Bremerhaven geholt“, sagt Spradley. In Ulm ist der 30-jährige Amerikaner Kapitän und hat großen Anteil am Aufschwung der Schwaben. Mit 12:4 Punkten rangieren die Ulmer drei Plätze vor den Eisbären (10:6). „Sie haben eine sehr gute Mannschaft, die viel Selbstvertrauen hat. Ich zähle sie in dieser Saison zur Bundesliga-Spitze“, sagt Spradley. Umso wichtiger sei es da, das Heimspiel zu gewinnen.

Mit dem Center-Hünen John Bryant, Esterkamp, Isaiah Swann, Dane Watts und Nationalspieler Per Günther haben die Gäste ein starke Startformation. „Aber auch von der Bank haben sie Qualität“, meint Spradley und verweist auf den Ex-Cuxhavener Rocky Trice und einige junge Amerikaner.

Die Ulmer haben vor der neuen Saison investiert. Der Etat ist von 2,2 Millionen Euro in der Saison 2010/11 auf 3,3 Millionen gestiegen. In wenigen Wochen ziehen die Schwaben in ihre neue Arena um. In Ulm tut sich etwas, profitiert hat davon auch die Mannschaft, in der sehr viel Qualität steckt.

Die habe aber auch seine Mannschaft, verstecken müsse man sich nicht. „An guten Tagen können wir jeden schlagen. An schlechten können wir aber auch gegen jeden anderen Klub verlieren“, sagt Spradley. Die Konstanz fehle noch, manchmal auch der Wille bei einzelnen Spielern, 110 Prozent zu geben. „Ich hoffe, dass die Jungs gemerkt haben, dass sie gerade in die Verteidigung viel investieren müssen“, sagt Spradley auch im Rückblick auf den letzten Sieg in Frankfurt, als die Gäste den Skyliners ganze 55 Punkte erlaubten. Gegen Tübingen erzielten die Eisbären 83 Punkte. „Das muss eigentlich reichen. Aber wenn du dann 90 kassierst, kannst du nicht gewinnen“, weiß Spradley. Ob der Wille am Sonntag von Minute 1 bis 40 vorhanden ist? Dann stehen die Chancen nicht schlecht, die Bilanz gegen Ulm endlich umzukehren.


Artikel vom 19.11.11 - 07:00 Uhr
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