X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

Klick mit schweren Folgen


Bremerhaven. Sie wollte nur ein paar Euro dazuverdienen. Doch jetzt drohen einer 23-Jährigen aus Leherheide Regressforderungen von mehr als 15 000 Euro – und im schlimmsten Fall eine Haftstrafe. Die Hausfrau war im Internet auf Betrüger gestoßen, die sie mit einem lukrativen Nebenjob geködert hatten. Von Daniel Wehner


Auf einer Internetseite, deren Namen sie nicht mehr weiß, war die junge Frau auf ein Angebot gestoßen, das zu verlockend klang: 600 Euro zusätzlicher Verdienst pro Monat, ohne viel dafür zu tun. Ein angeblicher Internethändler, der international tätig sei, gab an, dass er kein eigenes Konto in Deutschland eröffnen könne.

Daher das Angebot: „Sie richten ein Online-Konto für uns ein, geben uns PIN (Persönliche Identifikationsnummer) und TAN (Transaktionsnummer) und verdienen sich so 600 Euro pro Monat dazu.“ Die 23-Jährige, die namentlich nicht genannt werden will, ging auf das Angebot ein. Und binnen vier Tagen flossen 15 000 Euro über ihr Konto – sie wurden von ihr fremden Personen überwiesen und von ihr genauso fremden Personen wieder abgebucht. Ihr Kreditinstitut reagierte ob der hohen Summen, fror das Konto ein und stellte Anzeige wegen Verdachts auf Geldwäsche. Es folgte eine Anhörung der Frau bei der Polizei. Hartmut Drechsler, zuständig für den Bereich Geldwäsche in Bremerhaven, sagt: „Sie hat sich als Finanzagentin strafbar gemacht.“

Darauf stehe normalerweise eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren. Doch höchstwahrscheinlich ist das „in ihrem Fall nicht zu erwarten.“ Der Staatsanwalt könne auch ein Bußgeld verhängen oder das Verfahren fallen lassen.

„Ich hab doch nichts getan“

Als die Frau von der Strafanzeige hörte, war sie überrascht: „Ich hab doch gar nichts getan.“ Allerdings sagt Drechsler: „Tatsächlich hat sie etwas getan.“ Denn als Finanzagentin hat sie laut Gesetz die Rolle des Vermittlers bei einer Geldwäscheaktion eingenommen.

Auf ihrem Konto sind Gelder von Kunden eines Internethändlers eingegangen, dessen Waren die Käufer nie erreicht haben. Die geprellten Kunden mussten in Vorkasse treten in dem Glauben, besonders günstige Markenartikel zu erstehen. Sie überwiesen das Geld, der Internethändler buchte es ab. Jetzt könnten die um ihre Waren Betrogenen ihr Geld von der 23-Jährigen zurückfordern – insgesamt 15 000 Euro plus Anwaltkosten. „Aus dieser Nummer kommt man schlecht raus“, betont Drechsler. Daher rät er: „Man sollte niemals sein eigenes Konto zur Verfügung stellen.“ In Bremerhaven ist das der erste Fall dieser Art, mit dem der Geldwäsche-Experte zu tun hat.

An dubiosen Internethändlern, die es mit dieser Masche versuchen könnten, mangele es aber nicht. So warnen Verbraucherschützer vor Seiten wie einkauf-welt24.com, einem Elektronikhändler, dem Betrug vorgeworfen wird. Dazu sagt Drechsler: „Bei extrem niedrigen Preisen sollte man genau hingucken.“ Denn: „Niemand schenkt einem etwas.“

Abzock-Schutz

Die Verbraucherzentrale Bundesverband empfiehlt ein kostenloses Computer-Programm, das vor Abzock-Seiten warnt, den sogenannten „Abzock-Schutz“.

Erhältlich auf: www.computerbild.de


Artikel vom 21.03.10 - 13:00 Uhr
| drucken | versenden


8 Leserkommentare vorhanden

Bitte warten - die Kommentare werden geladen ...
Anzeige

Traueranzeigen

Anzeige

Unsere Heimat von oben

Die große Familienserie der NORDSEE-ZEITUNGwidmet sich seit dem 2. März 2012 dem Thema „Familienfreundlichkeit“ im Landkreis Cuxhaven.Für jeden Ort und jede Gemeinde erscheinen zur Veröffentlichung aktuelle Luftbilder. Diese Luftbilder können Sie nun auf hochwertigem Fotopapier in unseren Kunden-Centern bestellen. Hier erfahren Sie mehr.

Bad Bederkesa entdecken

Tauchen Sie ein in die neue Panorama-Erlebniswelt.

www.badbederkesa-entdecken.de

Babyseite

In unserer neuen Babyseite finden Sie die Neugeborenen aus Stadt und Land.

zur Babyseite
Anzeige

ePaper

Lesen Sie hier die aktuelle Seite 1

Zeitung

Abo Service
Abonnement
Änderungen

ePaper

Login
Abonnement

Folgen Sie uns



Folgen Sie uns bei facebook


Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

RSS - Bekommen Sie neue Topstorys direkt in den Browser oder den Feedreader geliefert.
nordholzdorumlangenbad bederkesaschiffdorfbremerhavenloxstedthagenbeverstedt

Veranstaltungen

NZ-Card

Exklusiv für Abonnenten gibt es die NZ-Card. Erfahren Sie hier mehr über die attraktiven Angebote.

zur NZ-Card

Leser werben Leser


Werben Sie einen neuen Abonnenten und Sie bekommen eine attraktive Prämie.

zum Prämienshop

Leserbriefe


Sie wollen einen Leserbrief an die Zeitungsredaktion senden? Das Kontaktformular finden Sie hier.
Anzeige

Kinoprogramm

Börseninformationen

Anzeige

NZ-Nachrichten auf Ihrer Webseite

Individuelle Nachrichtenauswahl - immer aktuell

Wir unterstützen Sie dabei gezielt diejenigen Nachrichten, die für Ihren Internetauftritt interessant sind, ohne viel Aufwand zu integrieren. Dafür haben wir ein Modul entwickelt, das Sie ganz leicht mit wenigen Klicks selbst an Ihre Anforderungen anpassen können.

mehr
Meldungen

Politik und Welt

Provinzregierung: Ausländerinnen in Afghanistan entführt Kabul (dpa) - Unbekannte haben in Nordostafghanistan nach offiziellen Angaben zwei ausländische Mitarbeiterinnen einer Schweizer Hilfsorganisation entführt. Bei den Frauen handele es sich um eine Europäerin und eine Afrikanerin, sagte ein Sprecher der Provinz Badachschan der dpa. Sie arbeiteten für die Hilfsorganisation Medair mit Sitz im Schweizerischen Ecublens. Der Sprecher vermutet einen kriminellen und keinen politischen Hintergrund. Genaue Angaben zur Nationalität der Entführten machte er nicht. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Nach Lafontaines Rückzieher gerät Bartsch unter Druck
Altmaier will Kompromiss bei Solar-Förderung bis Sommerpause
Union stürzt nach NRW-Wahlfiasko in Umfrage ab
Facebook-Aktie

Wirtschaft

Facebook-Börsengang wird zum Rekordflop New York (dpa) - Die Facebook-Aktie geht endgültig baden. Der Kurs ist am dritten Handelstag weiter um annähernd 9 Prozent auf 31 Dollar eingebrochen. Ein Anleger, der zum Ausgabepreis von 38 Dollar gekauft hatte, verlor somit zum Ende des Handels am Dienstag 18 Prozent seines Geldes. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Entscheidung über Schlecker-Zukunft naht
Commerzbank-Management muss mit Aktionärsschelte rechnen
Metro-Aktionärstreffen nach turbulentem Jahr
Hertha-Anwalt

Sport

«Bild»: Hertha will Urteil am Freitag akzeptieren Berlin (dpa) - Hertha BSC Berlin will wohl das Urteil des DFB-Bundesgerichts zum Düsseldorfer Skandalspiel in der Bundesliga-Relegation akzeptieren. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Bayern besiegt Oranje-Team mit 3:2 - Pfiffe gegen Robben
Meeuw und Mensing schwimmen zu EM-Silber
Mayer besiegt im Schnelldurchgang Dodig
Raubsaurier aus der Jurazeit

Wissenschaft

Raubsaurier aus der Jurazeit gefunden München (dpa) - Forscher haben in Südamerika ein Raubsaurier-Fossil aus der Jurazeit entdeckt. Es handelt sich um einen Abelisaurier. Das Besondere: Das Tier, dessen Überreste in Patagonien ausgegraben wurden, lebte 40 Millionen Jahre vor dem bislang ältesten bekannten Vertreter der Gruppe. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Laternen verändern die Insektengemeinschaft am Boden
Risiko von Reaktorkatastrophe größer als angenommen
Computer-Schach nur via Hirnströme
Shermin Langhoff

Boulevard

Shermin Langhoff übernimmt Berlins Gorki-Theater Berlin (dpa) - Eine türkischstämmige Frau als Chefin eines deutschen Staatstheaters - das hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegeben. Shermin Langhoff wird als Intendantin des Maxim Gorki Theaters in Berlin 2013 die erste sein. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Höchster Fernsehturm der Welt in Tokio eröffnet
Große Dürer-Schau in Nürnberg
TV-Moderatorin Miriam Pielhau bringt Tochter zur Welt