X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

Kinderarzt verweigert Aussage


Bremen. Das Prozedere vor dem Frühchen-Untersuchungsausschuss wiederholte sich am Donnerstag sieben Mal: Der frühere Chefarzt der Kinderklinik, Professor Dr. Hans-Iko Huppertz, vier Oberärzte sowie zwei Hygiene-Fachkräfte verweigerten ihre Aussage. Von Denise von der Ahé


bild vergrößern
Der frühere Chefarzt der betroffenen Kinderklinik, Professor Dr. Hans-Iko Huppertz , erschien am Donnerstag vor dem Untersuchungsausschuss, verweigerte aber seine Aussage. Foto Wagner

Der Ausschuss soll die tödliche Infektionswelle auf der betroffenen Frühchen-Station aufklären. Seit April hatten sich mehrere Babys mit einem gefährlichen Darmkeim angesteckt, drei von ihnen starben. Huppertz werde vorerst keine Erklärung abgeben, weil die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittele und er von dieser noch nicht gehört worden sei, sagte sein Anwalt. Der ehemalige Chefarzt habe vier fristlose Kündigungen erhalten, die ihm gegenüber jedoch nicht begründet worden seien. Solange ihm nicht bekannt sei, welche Vorwürfe gegen ihn vorlägen, werde Huppertz keine Erklärung abgeben. Sobald dies jedoch geschehen sei, wolle der ehemalige Chefarzt intensiv aufklären, so sein Anwalt weiter.

Huppertz war nach Bekanntwerden des Keimausbruchs im November fristlos entlassen worden. Die Geschäftsführung des Klinik-Verbundes Gesundheit-Nord wirft ihm vor, nicht rechtzeitig auf die Infektionswelle reagiert zu haben.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 58-jährigen Huppertz wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung. Es sei nicht ungewöhnlich, dass der Mediziner noch nicht gehört worden sei, sagte Frank Passade, Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft. Zunächst müsse eine „vernünftige Ermittlungsbasis“ geschaffen werden, um überhaupt die richtigen Fragen stellen zu können. Soweit seien die Ermittlungen jedoch derzeit noch nicht, sagte Passade. Ob neben Huppertz weitere Personen strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden müssten, müssten die weiteren Ermittlungen zeigen, so der Staatsanwalt weiter.

Auch die vier geladenen Oberärzte der betroffenen Frühchen-Station sowie zwei Hygiene-Expertinnen des Klinikums Bremen-Mitte verweigerten ihre Aussage, um sich nicht selbst zu belasten. Einige von ihnen hätten bereits Angaben gegenüber der Polizei gemacht, sagte ihr Anwalt Erich Joester.

Der Untersuchungsausschuss will nun mit Joester klären, ob seine Mandanten zumindest Teilaussagen treffen könnten. „Wir sind der Meinung, dass nicht alle Zeugen ein komplettes Aussageverweigerungsrecht haben“, sagte die Ausschussvorsitzende Antje Grotheer (SPD). Sie schloss nicht aus, beim Amtsgericht Zwangsgelder für die Zeugen zu beantragen, die ihre Aussage weiterhin verweigerten. In der nächsten Woche will der Ausschuss die Geschäftsführung des Klinikums Bremen-Mitte befragen.

Tote Frühchen

30. April 2011: Der multiresistente Keim wird erstmals auf der Intensivstation für frühgeborene Babys entdeckt.

8. August 2011: Ein Frühchen stirbt an der Infektion.

7. September 2011: Die Klinikleitung informiert das Bremer Gesundheitsamt.

16. Oktober 2011: Ein zweites Kind stirbt an der Infektion.

27. Oktober 2011: Das dritte Baby stirbt. (dpa)

Artikel vom 10.02.12 - 12:00 Uhr
| drucken | versenden


Anzeige

Traueranzeigen

Anzeige

Unsere Heimat von oben

Die große Familienserie der NORDSEE-ZEITUNG widmet sich seit dem 2. März 2012 dem Thema „Familienfreundlichkeit“ im Landkreis Cuxhaven. Für jeden Ort und jede Gemeinde erscheinen zur Veröffentlichung aktuelle Luftbilder. Diese Luftbilder können Sie nun auf hochwertigem Fotopapier in unseren Kunden-Centern bestellen. Hier erfahren Sie mehr.

Bad Bederkesa entdecken

Tauchen Sie ein in die neue Panorama-Erlebniswelt.

www.badbederkesa-entdecken.de

Babyseite

In unserer neuen Babyseite finden Sie die Neugeborenen aus Stadt und Land.

zur Babyseite
Anzeige

ePaper

Lesen Sie hier die aktuelle Seite 1

Zeitung

Abo Service
Abonnement
Änderungen

ePaper

Login
Abonnement

Folgen Sie uns



Folgen Sie uns bei facebook


Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

RSS - Bekommen Sie neue Topstorys direkt in den Browser oder den Feedreader geliefert.

Neue Kommentare

  1. Lohmannstraße wird saniert
    24.05. | 5 Kommentare
  2. Energie für die Stromwende
    24.05. | 3 Kommentare
  3. BIS managt den Tunnelbau
    24.05. | 1 Kommentar
  4. Seestadt macht keinen Druck bei Weservertiefung
    24.05. | 2 Kommentare
  5. Zirkustiere und Legehennen als Streitthema
    23.05. | 1 Kommentar
nordholzdorumlangenbad bederkesaschiffdorfbremerhavenloxstedthagenbeverstedt

Veranstaltungen

NZ-Card

Exklusiv für Abonnenten gibt es die NZ-Card. Erfahren Sie hier mehr über die attraktiven Angebote.

zur NZ-Card

Leser werben Leser


Werben Sie einen neuen Abonnenten und Sie bekommen eine attraktive Prämie.

zum Prämienshop

Leserbriefe


Sie wollen einen Leserbrief an die Zeitungsredaktion senden? Das Kontaktformular finden Sie hier.
Anzeige

Kinoprogramm

Börseninformationen

Anzeige

NZ-Nachrichten auf Ihrer Webseite

Individuelle Nachrichtenauswahl - immer aktuell

Wir unterstützen Sie dabei gezielt diejenigen Nachrichten, die für Ihren Internetauftritt interessant sind, ohne viel Aufwand zu integrieren. Dafür haben wir ein Modul entwickelt, das Sie ganz leicht mit wenigen Klicks selbst an Ihre Anforderungen anpassen können.

mehr
Meldungen

Politik und Welt

Premiere: Privater Raumfrachter soll an Raumstation ISS andocken Washington (dpa) - Zum ersten Mal in der Geschichte soll heute ein privater Raumtransporter an die Internationale Raumstation ISS andocken. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa gab grünes Licht für das historische Rendezvous zwischen der ISS und der Raumkapsel «Dragon», nachdem Testmanöver im All gut verlaufen waren. Die letzte Phase der langwierigen Andockprozedur soll um etwa 14 Uhr deutscher Zeit beginnen. Gut drei Stunden später soll «Dragon» dann an der Station befestigt sein. Der Transporter hat rund 500 Kilogramm an Versorgungsgütern für die ISS-Bewohner an Bord. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Mutter von mutmaßlichem Brandstifter darf ausgeliefert werden
Frisch Auf Göppingen gewinnt zum zweiten Mal EHF-Pokal
USA nennen Fortsetzung von Atomgesprächen mit Iran «positiv»

Wirtschaft

Dax nach Berg- und Talfahrt moderat im Plus Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat sich am Donnerstag etwas von seinem Rücksetzer zur Wochenmitte erholt. Nach einem wechselhaften Handelsverlauf legte der deutsche Leitindex um 0,48 Prozent auf 6315,89 Punkte zu. Seit Jahresanfang ist der Leitindex damit um etwa 7 Prozent vorgerückt. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Griechischen Banken wird mit 18 Milliarden Euro geholfen
Schwache T-Aktie enttäuscht Telekom-Aktionäre
Chemie-Beschäftigte erhalten 4,5 Prozent mehr Geld
Überragend

Sport

Frisch Auf Göppingen gewinnt zum zweiten Mal EHF-Pokal Göppingen (dpa) - Frisch Auf Göppingen hat zum zweiten Mal nacheinander den EHF-Pokal gewonnen. Der Handball-Bundesligist besiegte Dünkirchen HB im Final-Rückspiel mit 34:28 (15:14). Das Hinspiel in Frankreich war 26:26 ausgegangen. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Regen bremst Vettel: Formel 1 ratlos in Monaco
Mensing schwimmt zu 250. deutsches EM-Gold
Heidler siegt mit Weltklasse-Wurf in Ostrau - 78,07 m
Humboldt-Universität

Wissenschaft

Berlin vor München forschungsstärkste deutsche Region Berlin (dpa) - Berlin ist mit seinen Hochschulen und wissenschaftlichen Instituten zur forschungsstärksten Region Deutschlands aufgestiegen. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Skurrile neue Arten - Vom Fadenwurm bis Spongebob-Pilz
Klimaschützer: Untätigkeit kostet Billionen von Euro
Erderwärmung gefährdet große Meeres-Schildkröten
Roman Lob

Boulevard

Roman Lob: Mit Mütze und Süßigkeiten ins ESC-Finale Baku (dpa) - Roman Lob (21, «Standing Still») tritt beim Finale des Eurovision Song Contest (ESC) in Baku an diesem Samstag auf jeden Fall mit Mütze und nicht mit Kappe auf. Gegen die Nervosität braucht er viele Süßigkeiten, wie der gelernte Industriemechaniker aus Neustadt (Wied) in Rheinland-Pfalz in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa am Donnerstag in Baku sagte. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Halbfinale beim ESC und Festnahmen in Baku
Nicole Kidman und Matthew McConaughey in Cannes
Zac Efron hat eine Schwäche für Nicole Kidman