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Kein DEL-Aufstieg für die Eishockey-Zweitligisten

Bremerhaven. Schlechte Nachrichten für die Fans der Fischtown Pinguins und der anderen Eishockey-Zweitligisten: Es wird keinen Aufsteiger in die DEL geben. Deutschlands Top-Liga hat überraschend einen eigenen Kooperationsvertrag mit dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) geschlossen, der bis 2018 läuft – mit weitreichenden Folgen für die Zweite Liga. Von Lars Brockbalz

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Die große Leere: Die DEL und der Deutsche Eishockey-Bund haben einen neuen Kooperationsvertrag geschlossen, die Zweitligisten sind außen vor. Einen Aufsteiger in die DEL wird es nicht geben. Foto dpa

„Ich bin zornig und enttäuscht von der Haltung des DEB und seines Präsidenten Uwe Harnos“, sagte Pinguins-Manager Hans-Werner Busch. In den Verhandlungen um einen neuen Kooperationsvertrag hatte der DEB bisher immer mit den Zweitligisten auf einer Seite gestanden.

Knackpunkt war eine Auf- und Abstiegsregelung. Die DEL bot eine Relegation ab der Saison 2013/14 an, die in der ESBG zusammenschlossenen Zweitligisten wollten eine Relegation schon ab der kommenden Saison. „Wir waren bereit, praktisch alle DEL-Forderungen zu erfüllen. Vom Lizenzierungsverfahren bis zu einem verkürzten Spielplan. Aber die DEL bot im letzten Kompromissvorschlag eine Relegation ab 2012/13 an, wollte diese aber auch nicht fest garantieren. Das war für die Zweitligisten nicht akzeptabel.“ Zumal die Bedingungen für die Zweite Liga hart gewesen wären. Für Teile der Liga wäre die Saison 12/13 demnach schon am 4. März 2013 beendet gewesen.

Der Pinguins-Manager zeigte sich gestern vor allem über den DEB verärgert. „Vor den Verhandlungen am Mittwoch habe ich noch mit Uwe Harnos gesprochen. Und der hat mir versichert: Das ziehen wir durch bis zum Exzess. Jetzt hat der Präsident uns hängen lassen, wie es jemand aus unserer Delegation formulierte.“

Hintergrund ist die Nationalmannschaft. Wäre der DEB auf Seiten der Zweitligisten geblieben und hätte keinen neuen Kooperationsvertrag unterzeichnet, hätten die DEL-Clubs ihre Spieler wohl nicht mehr für die Nationalmannschaft abgestellt. Das war offenbar das entscheidende Argument für den DEB, die Seiten zu wechseln. Künftig gibt es für die Nationalmannschaft ein ganz neues Konstrukt. Sie wird sportlich und wirtschaftlich in eine neue, von DEB und DEL gemeinsam geführte Organisation überführt.

„Der gemeinsame Weg bei der Nationalmannschaft macht zwingend Sinn“, begründete DEB-Präsident Harnos die Entscheidung. „Es ist schade, dass der Weg für die Zweitligisten nicht gangbar war.“ Förderlizenzen für DEL-Spieler bei Zweitliga-Clubs wird es nicht mehr geben, auch keine Freundschaftsspiele. Die Pinguins müssen sich damit auch zwei neue Gegner für den swb-Cup suchen. Ursprünglich sollten Hamburg und Wolfsburg beim Saisoneröffnungsturnier spielen.

Neben dem Zorn schwingt bei Pinguins-Manager Busch auch „ein Stück Erleichterung“ mit, wie er sagt: „Die Zweite Liga kann jetzt einen Neuanfang starten. Und künftig können wir alleine mit der DEL verhandeln und eventuell doch wieder eine Aufstiegsregelung finden.“ Die immer mal wieder angedachte DEL II könnte wieder ein Thema werden.

Sich aus „Rache“ am DEB selbst zu einer geschlossenen Liga zu machen und der unter dem Dach des DEB geführten Oberliga ein Aufstiegsrecht zu verweigern, kommt für Busch indes nicht infrage: „Wir können doch nicht auf Durchlässigkeit der Ligen drängen und uns selbst verschließen.“


Artikel vom 25.07.11 - 17:00 Uhr
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