Seiffert, dessen Familie das Hotel Haverkamp gehört, wollte das einstige Vier-Sterne-Haus am Theodor-Heuss-Platz von Grund auf erneuern und in ein 3-Sterne-Lifestyle-Hotel umwandeln. Er war nach zwei Ausschreibungen, in denen die Stadt versucht hatte, die 2003 erworbene Liegenschaft wieder in private Hände zu geben, als aussichtsreicher Kandidat übrig geblieben. Aber die Immobilie könnte sich sprichwörtlich als „Fass ohne Boden“ entpuppen, begründet Seiffert nun, warum er die Notbremse zieht. Die Umbaupläne hatte er bereits fertig in der Schublade. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung hatten den Verkaufspreis abgesegnet.
Nun ist von Asbestfunden im Keller die Rede, die erst bei näherer Untersuchung aufgefallen sein sollen. Seiffert spricht allerdings lediglich von „unkalkulierbaren“ Investitionskosten. Auch der frisch bestellte Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS, Volker Kölling, will eine mögliche Asbestbelastung nicht kommentieren. „Wir sind mit der Gesamtsituation nicht glücklich“, sagt er. Über mögliche Konsequenzen könne er sich jedoch nicht äußern: „Wir werden abwarten, welchen Auftrag uns die Politik erteilt.“
Oberbürgermeister Jörg Schulz (SPD), der den Ankauf seinerzeit befördert hatte, ist im Urlaub. „Die Entscheidung ist noch frisch, wir müssen beraten, was wir tun können“, sagt Bürgermeister Michael Teiser (CDU). Ähnlich äußert sich CDU-Fraktionschef Paul Bödeker: „Der Zustand der Bausubstanz war als problematisch bekannt.“
Wie hoch das Wertgutachten seinerzeit ausgefallen sei, müsse man prüfen, sagt SPD-Fraktionschef Klaus Rosche: „Damals war der politischer Wille da, das Hotel bis zur Eröffnung der neuen Herberge in den Havenwelten fortzuführen.“
Grünen-Fraktionschef Ulf Eversberg hält an seiner ursprünglichen Kritik fest, der Kaufpreis sei „völlig überzogen“ gewesen. Nun plädiert er jedoch dafür, das Hotel zu nutzen, bis es neue Interessenten gebe – als Studentenwohnheim. Auch FDP-Fraktionschef Mark Ella spart nicht mit Kritik. Gleichwohl hält er es für unwahrscheinlich, dass sich für diese 1-a-Lage kein Interessent finde: „Ich habe noch Hoffnung, dass wir es loswerden.“

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