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„Kämpfen, bis Arzt kommt“

Bremerhaven. Die Busfahrt zurück aus Bayreuth war nicht nett. Erst gegen 6 Uhr am Mittwochmorgen waren die Eisbären zurück in Bremerhaven – zerknirscht und verkatert. Sie hatten in den letzten fünf Minuten nicht nur ein schon gewonnen geglaubtes Spiel verloren (86:90), zwei Akteure mussten auch noch zur Dopingprobe. Und dadurch verschob sich die Pausenzeit für den Busfahrer. Alles in allem war das eine Stunde Verzögerung.

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Trifft auf einige ehemalige Kollegen und seinen alten Trainer aus Göttingen: Eisbär Jermain Raffington. Foto eer

Aber nicht nur das: Im Bus begann auch schon per Video-Studium die Vorbereitung auf die Begegnung am Freitag (19.30 Uhr, Stadthalle) gegen Aufsteiger s’Oliver Würzburg. Das wird kein Zuckerschlecken. Denn die Würzburger sind ein äußerst unangenehm zu spielender Gegner, weil dort nach dem Aufstieg John Patrick als Trainer anheuerte.

Und der Ex-Coach der BG Göttingen hat so seine ganz eigene Basketball-Philosophie. In Südniedersachsen hatte Patrick mit dem „Guard-Terror“ großen Erfolg. Wohl auch deshalb stehen mit Jason Boone, John Little, Ben Jacobson und Chester Frazier vier Akteure im Team des Aufsteigers, die unter Patrick auch schon bei der BG gespielt haben.

Sinn der Patrickschen Spielweise ist es, den Gegner permanent unter Druck zu setzen, ihn ständig zu stören. Oft attackieren zwei Verteidiger einen Gegenspieler, um den Gegner zu Ballverlusten zu zwingen. „Wenn du gegen das Patrick-System bestehen willst, musst du kämpfen, bis der Arzt kommt. Sonst geht man unter“, sagt Eisbären-Cheftrainer Doug Spradley. Und er weiß, „dass man manchmal als Spieler das Gefühl hat, dass da kein Platz mehr auf dem Feld ist, weil der Gegner oft die Positionen wechselt und immer auf dem Sprung ist, einen Pass abzufangen“.

Aber egal, Spradley hat mit der Spielweise seines Kollegen Patrick nicht das ganz große Problem. „Wir wissen schließlich, was uns erwartet“, sagt der Eisbären-Trainer, der allerdings einräumt, dass es schwierig ist, auch die Spieler in der Kürze der Zeit auf die Würzburger vorzubereiten. „Da bleibt nur die kurze Videoanalyse, mehr nicht“, so der Bremerhavener Trainer.

Den eigenen Stil durchsetzen

Eigentlich ist auch das egal, denn Spradley verlangt, dass sein Team den eigenen Stil durchsetzt und sich nicht von Würzburg ins Bockshorn jagen lässt. „Wenn man sich dem schnellen Rauf und Runter mit den schnellen Abschlüssen im Angriff anpasst, ist es fast unmöglich, zu gewinnen. Wir müssen unser System durchbringen“, weiß er.

Für diverse Akteure gibt es ein Wiedersehen mit den alten Clubs. Auf Seiten der Gäste stehen mit Robert Tomaszek und Ivan Elliott zwei Leute, die auch schon bei den Eisbären spielten. Tomaszek gelang in der Saison 2004/05 mit den Eisbären der Bundesliga-Aufstieg, Elliott probierte es vor der Saison 2010/11 bei den Bremerhavenern, sein Vertrag wurde aber schon in der Saisonvorbereitung aufgelöst.

Auf Seiten der Eisbären sind es Jermain Raffington und Chris McNaughton, die beide noch unter Patrick in Göttingen gespielt haben. Raffington kam vor dieser Saison direkt aus Niedersachsen in den Norden, der Nationalcenter über den Umweg Oldenburg.

Es steckt also jede Menge Spannung in dieser Partie. (rie)


Artikel vom 29.12.11 - 12:00 Uhr
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