Kaufbeurens Trainer Ken Latta musste eigens ein neues Wort kreieren, um den Auftritt seiner Mannschaft zu beschreiben. Es sei „horriful“ gewesen, sagte er, „eine Mischung aus horrible und awful“. Also irgendwo zwischen grausam und fürchterlich.
Gunnar Leidborg dagegen war natürlich zufrieden: „Wir wollten dem Spiel unsere Prägung geben, das ist gelungen.“
Wie schon im vorletzten Heimspiel gegen Riessersee trafen die Pinguins im ersten Angriff. Chris Stanley war der Torschütze im Nachschuss zum 1:0. Anders als gegen die Garmischer aber, als nach der frühen Führung der Schlendrian einsetzte, setzten die Pinguins diesmal nach und machten den vierten Saisonsieg dadurch schon im ersten Drittel klar. Sie kreierten Chance um Chance und sorgten damit dafür, dass Ex-Pinguin Stefan Horneber im Gäste-Tor immer wackliger wurde. Als Vitalij Janke mit einem Traumschuss in den „Knick“ auf 2:0 (6.) erhöht hatte, war es um Hornebers Nerven endgültig geschehen. Jeder Puck, der aufs Tor kam, wurde zur Gefahr. So kam es nicht von ungefähr, dass beim 3:0 (11.) der Schuss von Ales Kreuzer über Hornebers Schlägerhand ins Tor ging.
So ganz ohne eine Schludrigkeit ging es aber auch gegen die Joker nicht: Bei Überzahl legte Patrik Hucko den Puck auf den Schläger von Dominik Krabbat, der den Pfosten traf. Das wäre fast der dritte Shorthander gegen die Pinguins in der noch jungen Saison gewesen. „Wir waren nicht in jeder Phase voll konzentriert“, merkte Leidborg an. Insgesamt hatten die Kaufbeurer, die ohne den Neuzugang Andrew McPherson antraten (sein Spielerpass war nicht rechtzeitig eingetroffen), aber wenig zu bieten. Nur die Sturmreihe um Brady Leisenring war gefährlich, während von den Pinguins immer Gefahr ausging, egal, wer auf dem Eis war. Das wird in der Saison noch einige Spiele zugunsten der Bremerhavener entscheiden. Beim 4:0 (19.) kam endlich auch der „Sputnik-Sturm“ zu seinem ersten Treffer, als Sergej Janzen einen Pass seines Bruders Alexander verwertete.
Auch im Mittelabschnitt gab es ein Tor im ersten Wechsel: Erst traf Stanley den Pfosten, dann Dejdar, schließlich zeigte Jan Kopecky den Kollegen, wie es geht und traf zum 5:0 (22.). Es folgten 52 ganz wilde Sekunden mit gleich zwei weiteren Treffern. Beim 6:0 ließ Horneber einen Schuss vor den Schläger von Daniel Huhn fallen, der sich dadurch in seinem vermutlich letzten Spiel für die Pinguins (Probevertrag läuft aus) mit einem Tor verabschieden konnte. Das 7:0 (23.) ging auf das Konto von Dimitri Litesov, der Horneber damit den Rest gab. Stefan Vajs stand fortan im Gäste-Tor, und der strahlte wesentlich mehr Ruhe aus. Er blieb ohne Gegentor, auch weil die Pinguins auf Trainingsmodus umschalteten. Für Unterhaltung sorgte dafür Schiedsrichter Sven Fischer, der offenbar zeigen wollte, dass er jede Seite des Regelbuches drauf hat: Bei einem Bully schickte er Sergej Janzen wegen „unkorrekten Anspiels“ auf die Strafbank. Prompt fiel das 1:7 (39.) durch Jannik Woidtke, als die Pinguins gerade wieder komplett waren.
Es blieb das letzte Tor in diesem Spiel, weil es beide Mannschaften im Schlussabschnitt nicht mehr mit der letzten Konsequenz versuchen. Allein Dejdar, Stanley und Kopecky hätten noch ein halbes Dutzend Tore schießen können. Was soll’s. Die Fans sangen am Ende trotzdem „Oh, wie ist das schön“, und das völlig zurecht.
Fischtown Pinguins – Kaufbeuren (4:0, 3:1, 0:0) 7:1
Pinguins: Tor: Suvelo (Staudt); Abwehr: Thomas, Fatyka – Hucko, Slaton – Teljukin, Janke – Petermann; Angriff: Dejdar, Stanley, Kopecky – Saurette, Kosick, Huhn – S. Janzen, A. Janzen, Litesov – Kreuzer, Gunkel, Verelst – Schlicht.
Tore: 1:0 (0:36) Stanley (Kopecky, Fatyka); 2:0 (5:09) Janke (Kosick, Saurette); 3:0 (10:14) Kreuzer (Gunkel); 4:0 (19:20) S. Janzen (Litesov, A. Janzen); 5:0 (21:15) Kopecky (Dejdar, Stanley); 6:0 (21:29) Huhn (Hucko, Kosick); 7:0 (22:07) Litesov (S. Janzen, A. Janzen); 7:1 (38:20) Woidtke (Schäffler, Riefler).
Strafzeiten: Pinguins: 4 Min. – Kaufbeuren: 10 Min. + 10 Ebner
Zuschauer: 2342 – Schiedsrichter: Sven Fischer (Hamburg)
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