Es bleiben nur noch vier Monate, bis den Stahlbauern in Cuxhaven die Arbeit ausgeht. Bis dahin müssen Folgeaufträge oder ein neues Unternehmen her, das das Werk samt der eigenen Hafenanlagen kauft und weiterführt. Andernfalls drohen das Aus und Entlassungen.
Betriebsratsvorsitzender Thomas Strunck hat dem Niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) einen Brief geschrieben und um Hilfe geben. Heute treffen sich Gewerkschaftsvertreter mit dem Betriebsrat und dem Cuxhavener Oberbürgermeister zum Krisengespräch. Auch die Landes-SPD hat sich eingeschaltet und fordert die Landesregierung zum Handeln auf.
Das Problem: Nicht nur die angeschlagene BARD-Gruppe mit ihren Produktionsstätten in Emden und Cuxhaven, sondern auch anderen Betrieben in der jungen Offshore-Windbranche droht die Luft auszugehen, weil es mit dem Aufbau der Windparks viel zu langsam vorangeht. Die gesamte Branche ist weit hinter den gesteckten Erwartungen zurückgeblieben. Auch beim Bremerhavener Stahlbauer Weserwind verhandeln Geschäftsführung und Betriebsrat darüber, wie man ein absehbares Auftragsloch im kommenden Jahr überbrücken kann.
Als Grund für die Probleme wird zuallererst die fehlende Kabel-Anbindung der geplanten Parks genannt. Dadurch verzögert sich die Fertigstellung der laufenden Projekte um ein Jahr. Bei BARD kommen offensichtlich hausgemachte Probleme hinzu. So ist es den Pionieren des Windparkbaus bisher noch nicht gelungen, die rund 40 bereits aufgestellten Anlagen ans Netz zu bringen. Nur 15 liefern bereits Strom. Der Windpark „BARD Offshore 1“ rund 90 Kilometer vor den Ostfriesischen Inseln hinkt dem Zeitplan rund zwei Jahre hinterher.
Derweil geht die Produktion von Fundamenten (Tripiles) in Cuxhaven weiter, zumindest bis Ende Oktober. Die Finanzierung des Windparks sei gesichert, sagte der Firmensprecher. (cb/tas)

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