
Wie schon bei den Auswärtssiegen in Quakenbrück und Frankfurt entschieden die Eisbären die Partie nach der Halbzeit für sich. Weil sie vor allem in der Verteidigung ganz viel Biss zeigten. Nur 20 der 55 Punkte machte Frankfurt nach der Pause, die Artland Dragons 32 von 83, die Bonner hielten die Eisbären bei 23 Zählern in den zweiten 20 Minuten. „Das war der Schlüssel“, sagte Spradley, „als wir auf eine Zonenverteidigung umgestellt haben, hatte Bonn Probleme. Und am Schluss haben wir es dann einfach sehr clever zu Ende gespielt“, so der Coach.
In den beiden ersten Vierteln spielten die Bonner groß auf. Sein Team habe nicht schlecht gespielt, „aber Bonn war einfach gut. Jordan hat neun Assists gegeben, Gaffney hat stark gespielt und Chris Ensminger macht immer seine Punkte“, so Spradley. Doch nach dem Wechsel bissen sich die Gastgeber an der nun aggressiven Eisbären-Verteidigung die Zähne aus.
Ein wesentlicher Faktor war, dass die Bonner immer müder wurden. Trainer Michael Koch musste mit einer sehr kleinen Rotation spielen, während Spradley recht früh durchwechselte, in den Fällen von Kapitän Torrell Martin und Zach Peacock tauschen musste. Denn beide hatten früh zwei Fouls auf dem Konto und saßen längere Zeit auf der Bank. Das sollte sich nach der Pause auszahlen, denn gerade Martin war frisch und spielte sehr aggressiv, Peacock kam allerdings nicht wie gewohnt zum Zug.
Dafür zeigten sich die Rotationsspieler endlich mal wieder von ihrer besseren Seite. 23 Punkte kamen von der Bank (Cain/12, Everett/8, Raffington/3). Das war die Entlastung, die das Team so dringend braucht. Ein starkes Spiel zeigten auch Center Chris McNaughton und Anthony Smith. Der deutsche Nationalspieler, der im zweiten Viertel umgeknickt war, aber weiterspielte, behauptete sich sehr gut gegen Bonns Oldie-Center Chris Ensminger. Der machte in der zweiten Halbzeit nur noch einen Punkt.
Und Anthony Smith, mit 15 Punkten bester Werfer, ackerte viel in der Verteidigung und machte gegen Ende der Partie ganz wichtige Punkte.
Im dritten Viertel holten die Eisbären fünf der acht Punkte Rückstand auf (46:49). Die Führung wechselte, es war ein spannendes Spiel. Smith brachte die Eisbären mit 61:60 in Führung und legte zwei Punkte nach. Die Eisbären zwangen die Bonner zu Ballverlusten, beherrschten die Rebounds. Die Gastgeber mussten die Schnellangriffe des Gegners mit Fouls unterbrechen, doch von der Linie waren die Bremerhavener, die bis zur Halbzeit keinen Freiwurf bekommen hatten, stark. McNaughton traf zwei zum 65:61, Everett zwei zum 67:61. Da waren nur noch 24 Sekunden auf der Uhr – und der Drops gelutscht. (rie)
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