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In den letzten Minuten fehlt der Saft

Ludwigsburg. 35 Minuten lang waren die Eisbären Bremerhaven am Sonnabend in Ludwigsburg auf einem guten Weg, lagen fast das ganze Spiel in Führung. Doch dann riss der Faden. Während die Eisbären sich durch Unkonzentriertheiten um den Lohn ihrer Mühen brachten, zauberten die Gastgeber plötzlich ihr bestes Basketball auf das Parkett. Die Folge: Die Eisbären verloren mit 73:84 (43:40) – und bleiben in der Barockstadt weiter ohne Sieg in der Basketball-Bundesliga.

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Im Ludwigsburger Sandwich steckt Eisbären-Akteur Terrell Everett fest. Kurt Looby (links) und der Litauer Donatas Zavackas stoppen den Korbdrang des Bremerhaveners. Foto Baumann

Die Bremerhavener mussten auf ihren verletzten Kapitän Torrell Martin (Schulterprellung) verzichten. Das war bitter, „aber dann müssen alle anderen eben eine Schippe drauflegen“, wie es Chefcoach Doug Spradley formulierte.

Allein verantwortlich war das für die Niederlage aber nicht, „auch wenn Torrell nur ganz schwer zu ersetzen ist. Die Rotation ist dadurch schon geschwächt“, so Spradley, der mit seiner Mannschaft 35 Minuten lang zufrieden war.

Elf Punkte Differenz waren es nach 40 Minuten, aber es sei keine typische Elf-Punkte-Niederlage gewesen. „Gefühlt waren es drei, vielleicht vier Zähler“, so Spradley, „aber das ist egal. Verloren ist verloren.“

35 Minuten lang agierten die Gäste vor nur 2533 Zuschauern sehr selbstbewusst. Sie spielten im Angriff ihre Systeme geduldig durch, hatten viele gute Wurfpositionen. „Das sah gut aus, leider haben wir diverse Würfe nicht getroffen. Aber wir haben zumindest viele gute Würfe produziert, das ist wichtig“, resümierte der Trainer. Terrell Everett traf nur drei seiner zehn Versuche aus dem Feld, bei Jamison Brewer (eins von sechs) sah es nicht besser aus.

Auch Power Forward Jason Cain hatte kein Wurfglück. Er traf nur zwei von acht Versuchen aus dem Feld. Das, und nur vier Rebounds, sind für einen Starter in über 32 Spielminuten definitiv zu wenig. Der Ex-Braunschweiger kann wesentlich mehr und wird das auch in den kommenden Spielen zeigen müssen. Denn ansonsten dürfte Zach Peacock bald in der Startformation stehen.

McNaughton spielt nur kurz

Überdurchschnittliche Quoten hatten Nationalspieler Chris McNaughton, der mit 16 Punkten in 15:23 Minuten bester Werfer war. Doch der 2,11-Meter-Mann hatte schnell Foulprobleme und saß danach lange Zeit auf der Bank. Auch die beiden Smith’ trafen gut. Anthony erzielte ebenso wie Mike, der sein bestes Spiel im Eisbären-Dress machte, 10 Punkte.

Aber gerade in den letzten fünf Minuten lief eben nicht mehr viel zusammen. Da spielten die Eisbären unkonzentriert, stellten keine Blocks, hatten nicht mehr die Stopps in der Verteidigung – und bauten damit ihren Gegner von Minute zu Minute mehr auf. Da auch wichtige Freiwürfe verballert wurden, hieß der Sieger dann Ludwigsburg.

Für Spradley ist das aber kein Grund zur Panik. „Wir werden die Fehler analysieren und ich hoffe, dass Torrell am Mittwoch wieder mitwirken kann. Dann werden wir versuchen, es besser zu machen“, hofft der Trainer auf ein erfolgreiches Heimspiel gegen die BG Göttingen. (rie)


Artikel vom 17.10.11 - 12:00 Uhr
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