
Die Pinguins sind zudem von der „Freiburger Krankheit“ geheilt. In der Hauptrunde haben sie gleich zweimal einen Vier-Tore-Vorsprung noch verspielt und jeweils einen Punkt verschenkt. Gestern jedoch reichte der Vorsprung, den sich die Mannschaft von Trainer Gunnar Leidborg nach zwei Dritteln beim Stand von 5:1 durch Tore von Marian Dejdar (2), Chris Leinweber, Sören Sturm und Dimitri Litesov herausgeschossen hatte. „Wir haben verdient gewonnen und genießen den Sieg. Aber er ist nichts wert, wenn wir Sonntag nicht weitermachen“, sagte Leidborg.
Den Auftakt des Spiels hätte man sich im Traum nicht schöner ausmalen können. Dejdar traf schon nach 38 Sekunden – und das sogar in Unterzahl. Die Freiburger verloren die Scheibe im Spielaufbau, der Außenstürmer fuhr allein auf Torhüter Ronny Glaser zu und versenkte trocken. In der ersten Pinguins-Überzahl erhöhte Dejdar sogar auf 2:0 (5. Minute). „Das war ein perfekter Beginn. Noch vor dem ersten Wechsel spielst du in Unterzahl, doch statt eines Rückstandes führst du plötzlich. Und dann triffst du auch noch im ersten Powerplay“, sagte Leidborg. Überhaupt war das Überzahl-Spiel gestern sehr erfolgreich, die Pinguins erzielten dabei drei Tore und bestätigten eine alte Eishockey-Weisheit: Die wichtigen Spiele werden von den „special teams“ gewonnen.
Erst nach dem 0:2 kamen die Gastgeber ins Spiel. Sie versuchten es wie schon im ersten Duell mit Härte, die Pinguins hielten dagegen. So ergaben sich viele Strafzeiten, auch weil Schiedsrichter Ulpi Sicorschi kleinlich pfiff. Als Thomas Brandl draußen saß, brachte Preston Mizzi die Wölfe auf 1:2 heran (12.). Da sah die Pinguins-Abwehr schlecht aus, sie ließ den Freiburger allein am langen Pfosten stehen, einen Diagonalpass musste er nur noch ins leere Tor schießen.
Pinguins-Torhüter Edgars Lusins musste danach ein paarmal zupacken, aber mit zwei Überzahl-Toren stellten die Bremerhavener die Weichen im Mitteldrittel auf Sieg. Nach 25 Minuten musste zunächst Ex-Pinguin Nick Anderson in die Kühlbox, Sekunden später folgte Sergei Stas. Diese Gelegenheit nutzten die Pinguins optimal. Zunächst drosch Leinweber den Puck bei doppelter Überzahl zum 3:1 ins Netz. Anderson kam zurück, aber die Pinguins schlugen bei fünf gegen vier nochmal zu. Diesmal traf Sturm in den Winkel. Als Litesov in der 30. Minute auf Linksaußen abging und Glaser keine Chance ließ, war mit dem 5:1 die Vorentscheidung gefallen. Obwohl der Freiburger Torhüter bei allen Gegentoren machtlos war, ließ sich Glaser auswechseln. Christoph Mathis stand fortan im Tor.
Die Pinguins hätten sogar noch erhöhen können, doch erst traf Chris Stanley den Pfosten und kurz darauf Marius Garten die Latte.
Ein weiteres Überzahl-Tor brachte die Wölfe nach 42 Minuten auf 2:5 heran, Tobias Kunz war der Torschütze. „Da habe ich kurz gedacht – nicht schon wieder“, lachte Leidborg nach der Partie. Doch die Pinguins ließen sich nicht ein drittes Mal von Freiburg einen Vier-Tore-Vorsprung kaputtmachen. (lb)
