
Bananen schnippeln, Nüsse knacken, Volieren aussaugen, Vögel cremen, duschen – die Liste der täglichen Aufgaben ist lang. Besitzerin Margrit Reinhardt liebt ihren Job, auch wenn sie dafür keinen Cent Lohn bekommt. Vor über 30 Jahren hat sie die ersten Papageien aufgenommen. Die Tiere stammen von Privatpersonen, die mit der artgerechten Haltung überfordert waren. Jeder von ihnen ist ein körperlicher und oft auch seelischer Pflegefall. In den vergangenen Jahren unterstützten Hartz-IV-Empfänger Reinhardt bei ihrer Tierpflegearbeit. Ende 2010 verließen die letzten beiden 1,50-Euro-Mitarbeiter die Station. Jetzt hofft Reinhardt auf einen Mitarbeiter aus dem Nachfolgeprojekt „Bürgerarbeit“.
Mit Betriebskosten und Arztkosten für die Papageien, die sich laut Reinhardt im Monat auf rund 2500 Euro summieren, sei sie bereits überfordert. Mit Spenden und Tierpatenschaften komme sie gerade einmal auf 1000 Euro im Monat. Und der Rest? „Jeder Cent, der vom Gehalt meines Mannes übrigbleibt, geht an die Tiere.“ Darüber hinaus auch noch Lohn zu zahlen, sei unmöglich.
Aber das sei auch nicht nötig, sagt Torsten Stoltz, Leiter des Jobcenters Cuxhaven. Zwar werden die Bürgerarbeiter bei Kommunen, Verbänden oder Vereinen direkt angestellt; bezahlt werden sie allerdings aus Bundes- und EU-Mitteln, die der Arbeitgeber im Voraus – jeweils für zwei Monate – beantragen muss. Ein umständliches Verfahren, räumt Stoltz ein, aber immerhin gehe es um rund 40 000 Euro für ein jeweils dreijähriges Anstellungsverhältnis. Stoltz verweist auf die Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit er einen Hartz-IV-Empfänger nach Hoope vermitteln kann. „Zusätzlich“ muss die Aufgabe sein, gemeinnützig, ganzjährig und darf keinen regulärer Arbeitsplatz verdrängen.
Die meisten Kriterien erfüllt Margrit Reinhardt. Nur mit dem Aspekt „Zusätzlichkeit“ kann sie wenig anfangen. In einem Tierheim müssten nun mal Ställe gereinigt und Tiere versorgt werden. Dafür habe ihr das Jobcenter in den zurückliegenden fünf Jahren gleich zwei 1,50-Euro-Kräfte zugeteilt. „Wenn es nach der Arge gegangen wäre, hätte ich auch vier oder fünf beschäftigen können“, sagt sie. Jetzt befürchtet sie, dass das Bundesverwaltungsamt als Genehmigungsbehörde ihr den Bürgerarbeitsplatz verwehrt. „Aber wenn Bürgerarbeit für solche Zwecke nicht genehmigt wird, dann verschwinden solche Angebote irgendwann komplett.“
Für Margrit Reinhardt ist der Gnadenhof eine Herzensangelegenheit, für dessen Erhalt sie kämpft. Die Papageienstation freut sich über Spenden an das Spendenkonto des gemeinnützigen Fördervereins „Pan Fond e.V.“ bei der Volksbank Stade (Konto 10 04 99 40 00 BLZ: 24191015, Verwendungszweck: Papageienstation Arche Noah). Die Papageienstation ist erreichbar unter 047 95/95 47 77.
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