
Nach vier Heimniederlagen in Serie war es der erste Erfolg in den eigenen vier Wänden seit dem 16. Januar. „Endlich hat es mal wieder geklappt“, freute sich auch Craig Callahan, gestern mit 17 Punkten wieder bester Werfer.
Ihn hatte Spradley überraschend anstelle von Andrew Drevo in die Startformation beordert. „Andrew hatte zuletzt oft unglückliche Foul-Pfiffe in den ersten Minuten gegen sich“, begründete er Trainer den Wechsel.
Es war kein schönes Spiel. Auf beiden Seiten wurde 20 Minuten mehr gehackt als Basketball gespielt. Das lag auch an drei desolaten Schiedsrichtern, die erst in der zweiten Halbzeit eine Linie in ihre Pfeiferei bekamen. Sie ließen viel zu viel laufen, ahndeten auch die deutlichsten Fouls nicht – auf beiden Seiten. So hatten die Akteure fast Narrenfreiheit und machten davon ordentlich Gebrauch. Darunter litt das Spiel.
Die Bremerhavener spielten zumindest in der Verteidigung sehr ordentlich, im Angriff lief es bei weitem nicht so rund. Denn viele Würfe rollten wieder heraus. Das galt auch für offene Schüsse aus allen Entfernungen. Terrell Everett traf nur einen von zehn Versuchen aus dem Feld, schoss aber bei zehn Freiwürfen keine Fahrkarte. Auch John Allen verballerte reihenweise die Bälle. So brachten sich die Eisbären um die Chance, das Spiel früher und deutlicher zu ihren Gunsten zu entscheiden.
Die Eisbären spielten als Team besser zusammen als der Gegner, der zumeist nach Einzelaktionen erfolgreich war. Die Eisbären zwangen die Gäste zu 24 Ballverlusten und holten sich 12 Abpraller am Gießener Brett. Nur die Wurfquote ließ zu wünschen übrig. „Wir hätten das Ding viel lockerer nach Hause schaukeln müssen“, sagte Callahan, der neun Rebounds pflückte.
Als die Eisbären begannen, eine Zonen-Presse in der Verteidigung zu spielen, hagelte es Ballverluste bei Gießen. Mit dieser Verteidigung kamen die Hessen nicht zurecht. Aber vorne blieben die Chancen ungenutzt, auch Freiwürfe vergaben die Eisbären wieder einige. So blieb Gießen bis zum 58:61 (33.) auf Tuchfühlung, weil Maurice Jeffers zwei Dreier in Folge traf. Dann war für ihn nach dem fünften Foul Schluss und die Eisbären nahmen endlich richtig Fahrt auf.
Everett mit vier Freiwürfen und Denison mit zwei schraubten das Resultat auf 72:63, da war alles gelaufen. Callahan gelangen dann noch zwei spektakuläre Körbe und somit durften sich die Gastgeber endlich mal wieder feiern lassen.
„Das ist ja schon ein ganz ungewohntes Gefühl“, sagte Nationalspieler Philipp Schwethelm. Er hat den Kampf um einen Playoff-Platz noch lange nicht aufgegeben – trotz der dummen Niederlage in Ludwigsburg. „Wir müssen am Sonntag in Bayreuth gewinnen, dann ist wieder alles drin“, sagte der Nationalspieler.
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