
Nach den beiden klaren Siegen in dieser Saison gegen die Garmischer (5:2 und 6:3) hatten sich wohl einige Pinguins-Spieler auf einen Sieg im Vorbeigehen eingestellt. Zumal die Verletztenliste erheblich geschrumpft war und Chris Stanley, Ales Kreuzer und Dimitri Litesov wieder spielen konnten.
Doch es kam ganz anders: Die Gäste spielten diszipliniert, machten sehr gut die Räume dicht und nutzten ihre Chancen.
„Der letzte Wille hat uns gefehlt. Wir haben total kompliziert gespielt und unsere Chancen mehr erkämpft als erspielt“, sagte Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg, der mit seinem Team haderte: „Wenn eine Mannschaft so kompakt steht wie Riessersee, muss man viel mehr schießen.“
Statt Festschmaus am zweiten Weihnachtsfeiertag gab es für die mehr als 2700 Zuschauer in der Eisarena zur Hausmannskost.
Spätestens im letzten Drittel wurde der Auftritt der Pinguins zur Enttäuschung. Nach dem frühen 1:2 durch David Appel (41.) blieben den Pinguin 19 Minuten Zeit, das Spiel zu drehen. Doch statt eines Sturmlaufs mit Tempo und Spielwitz folgte viel Krampf und Gestocher. Die Gäste, die Mitten in der Nacht Richtung Norden gestartet waren und nur drei Sturmreihen aufboten, wirkten frischer als die Pinguins. Bezeichnend, dass diese im Schlussdrittel nicht eine einzige Strafzeit erzwangen. „Wir sind nicht mit letzter Konsequenz in die Zweikämpfe gegangen. Schade für die Zuschauer, dass wir nicht die volle Bereitschaft gezeigt haben.“
Nicht nur die Offensive war gestern nicht auf der Höhe, auch in der Abwehrarbeit haperte es gewaltig: Florian Vollmer wurde beim 1:0 (38.) einfach an der eigenen blauen Linie übersehen und konnte sich nach einem Pass aus dem eigenen Drittel frei vor Marko Suvelo die Ecke aussuchen.
Noch schlechter sahen die Gastgeber vor dem 2:3 (57.) aus. Benjamin Barz konnte völlig unbedrängt vor dem Tor von Suvelo aus weniger als einem Meter einschieben. Einen Stürmer dort so unbewacht zu lassen, ist fahrlässig.
Das Tor war umso ärgerlicher, weil Patrik Beck erst wenige Sekunden zuvor das 2:2 (56.) erzwungen hatte. Chris Stanley hatte geschossen, Beck den Nachschuss gegen den guten Gäste-Keeper Leonhard Wild verwandelt. Alles hätte sich noch zum Guten wenden können, doch Pustekuchen. Mit dem Treffer zum 2:3 waren die Pinguins erledigt, David Appel machte mit dem 2:4 (58.) den Sack zu.
„Die Fans hatten andere Erwartungen, wir auch“, meinte Pinguins-Trainer Leidborg. „Wir haben wohl gehofft, es läuft von selber. Das tut es aber nicht.“
Der vergebene Penalty von Maximilian Kastner im ersten Drittel nach Foul von Vitalij Janke (12.) war ein früher Warnschuss für die Gastgeber, die sich danach mehr bemühten. Doch für gute Spielzüge fehlte der nötige Platz und für erzwungene Treffer der allerletzte Einsatz. So dauerte es fast 40 Minuten bis zum ersten Pinguins-Tor. Andrei Teljukin (39.) glich Vollmers Führungstreffer nur wenige Sekunden danach aus. Alles war damit angerichtet für ein appetitliches Schlussdrittel, doch die Pinguins bissen sich an den Gästen die Zähne aus.
Immerhin bleiben die Pinguins, die am Mittwoch schon wieder in Crimmitschau spielen müssen, trotz der Pleite auf Platz zwei.
Tore: 0:1 (37:51) Vollmer (Staltmayr, Völk); 1:1 (38:52) Teljukin (Saurette, Fatyka); 1:2 (40:54) Appel (Dibelka, Collins); 2:2 (55:39) P. Beck (Stanley, Teljukin); 2:3 (56:48) Barz (Kastner, Vollmer); 2:4 (57:45) Appel (Dibelka, Zilla).
Bes. Vorkommnis: Maximilian Kastner vergibt Penalty (11:02)
Strafzeiten: Pinguins: 2 Minuten – Riessersee: 6 Minuten
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