Dabei hatten die Verkehrsminister der Länder Anfang Oktober eigentlich eine Aufstockung der Salzvorräte empfohlen. In einem „Strategiepapier Salz“ heißt es, für vierspurige Autobahnen sollten mindestens 10 Tonnen Salz pro Kilometer, für alle zweispurigen Straßen mindestens 3,5 Tonnen pro Kilometer auf Lager sein. Das würde für vier volle Einsatztage reichen.
Diese Vorgabe erfüllen im Elbe-Weser-Dreieck nicht alle Winterdienste: So lagerte der Landkreis Rotenburg zu Beginn des Winters 1100 Tonnen für 800 Kilometer Straße. Die Kreisstraßenmeisterei in Hemmoor verfügte über 1260 Tonnen für 450 Kilometer. Die Stadt Bremerhaven hatte knapp 480 Tonnen Salz gebunkert; das städtische Straßennetz – rund 400 Kilometer Haupt- und Wohnstraßen – lässt sich allerdings nur bedingt mit den breiten Überlandstraßen vergleichen. Gut ausgestattet war die Autobahnmeisterei Debstedt, die für gut 60 Autobahnkilometer 980 Tonnen Salz gebunkert hatte. Für die rund 1000 Kilometer Bundes- und Landesstraßen des Elbe-Weser-Dreiecks gibt die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade ihre Salzvorräte mit 4440 Tonnen an.
Die Verantwortlichen wehren sich gegen den Vorwurf, zu sparsam beim Salzeinkauf zu sein. Torsten Lühring, Erster Kreisrat von Rotenburg, sagt: „Es ist illusorisch, den vergangenen und diesen Winter als Maßstab anzusetzen. Dann müssten wir Millionen für den Bau von Lagerhallen ausgeben.“
Der Städte- und Gemeindebund bezeichnete die Forderung nach größeren Salzvorräten als realitätsfern und nicht finanzierbar. Salz könne nur maximal ein Jahr gelagert werden, dann werde es zu feucht, erklärt Sprecher Thorsten Bullerdiek. Und es sei nicht kalkulierbar, wann ein Winter so hart werde. Das Streusalz fresse schon jetzt den Etat der Kommunen auf. Normalerweise koste eine Tonne 60 bis 70 Euro. Aktuell seien es 250 bis 300 Euro.
In einem bundesweiten Vergleich von „Spiegel online“ schneidet das Land Niedersachsen besonders schlecht ab. Während die wintererprobten Bayern ihre Autobahnen gut in Schuss hätten, habe Niedersachsen „offenbar zu knapp kalkuliert“. (rn)
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